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Polen
19.08. - 08.09.2010
Nach zwei Frankreich-Touren in Folge weigerte sich der Rest der Familie noch einmal zu unseren westlichen Nachbarn zu fahren, auch wenn es jedes mal sehr erholsam gewesen war. Folglich musste ein neues Reiseziel her. Unsere Wahl fiel auf die neuen Bundesländer, ein Teil Deutschlands, wo wir noch nie gewesen waren. Um dem Ganzen noch etwas Pepp zu verleihen, reicherten wir die Tour um einen kleinen Schlenker durch Nordpolen an.
Nach den positiven Erfahrungen der letzten Jahre mieteten wir erneut beim Wohnmobilcenter Petz in Augsburg-Lechhausen. Auch heuer buchten wir bereits Anfang Januar, wodurch es kein Problem war, wiederum einen Sun Traveller 650 DKG für uns zu reservieren. Wir erhielten exakt das gleiche Fahrzeug, mit dem wir auch letztes Jahr unterwegs gewesen waren, und waren einmal mehr mit der Qualität sehr zufrieden. Trotz einer leicht verspäteten Übergabe gab es an der Abwicklung nicht wirklich etwas zu beanstanden.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Thüringer Wald und in der sächsischen Elbflorenz steuerten wir über die Lausitz und den Spreewald auf unser erstes großen Highlight Berlin zu, von wo aus es weiter in Richtung Osten zu den großen masurischen Seen ging. Für den Rückweg wählten wir die Route entlang der Ostseeküste. Eindrucksvolle Burgen, mittelalterliche Städte und schöne Sandstrände säumten unseren Weg.
Leider wurde die Reise von einem Todesfall überschattet, der uns gezwungen hat, die ursprünglich geplante Route etwas zu verkürzen. So musste der geplante Abstecher an das frische Haff entfallen und auch den Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern beschränkte sich auf ein Minimum.
In der Karte stehen die durchnummerierten roten Pins für die einzelnen Stationen des Tages. Angegeben ist jeweils der Parkplatz, nicht die Sehenswürdigkeit selbst. Übernachtungsplätze sind mit grünen Pins gekennzeichnet. Die weißen Pins dienen zur Verdeutlichung der Fahrstrecke. Die exakten GPS Koordinaten können dem kmz-File entnommen werden. Hier geht es zu einer vergrößerten Ansicht der Karte.
Das Programm war eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus Natur und Kultur, in dem sich auch unsere beiden Teenager wiederfinden konnten. Stadtbesichtigungen, Wanderungen und Radtouren waren angesagt. Bei letzteren hat sich Werners neues Faltrad als echter Fortschritt erwiesen, da das Montieren der Räder auf dem Fahrradständer kein Problem mehr war.
Polen überzeugte durch zahlreiche mittelalterliche Stadtkerne und die Backsteinburgen des Deutschen Ordens. Allein die liebliche Landschaft der Masuren ist eine Reise an sich wert: Auf sanften Hügeln wechseln sich kleine Wälder und Felder ab. Zahlreiche Seen laden zum verweilen ein. Auch die schönen Strände der Ostsee sind erwähnenswert. Insbesondere haben uns die riesigen Sanddünen des Slowiński Nationalpark imponiert.
Die Qualität der Straßen in Polen reichte von sehr gut ausgebaut bis eher katastrophal aufgrund von Spurrillen und Schlaglöchern. Für die Fußball-WM 2012 wurde sehr viel gebaut, so dass sich der Straßenzustand in den nächsten Jahren spürbar verbessern sollte. Als Entschädigung für so manche Holperstrecke gab es schier endlose wunderschöne Alleen vor allem in Masuren. Generell war besonders in den Städten immer viel Verkehr. Aussagen anderer Reiseberichte, dass die Polen eher rücksichtslose Autofahrer sind, können wir nicht bestätigen.
Übernachtet haben wir in Polen ausschließlich auf Campingplätzen, die durchwegs sehr gepflegt und sauber waren. Meistens gab es WiFi, öfters sogar kostenlos, so dass man auf den Erwerb einer polnischen UMTS-Karte getrost verzichten kann. Freie Stellplätze im klassischen Sinne mit V+E gibt es in Polen so gut wie keine. Aufgrund des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis macht es unserer Meinung nach wenig Sinn, sich auf zweifelhafte Parkplätze zu stellen.
Natürlich haben wir uns bei der Reiseplanung einige Gedanken über die Sicherheitslage in Polen gemacht. Die einhellige Meinung in zahlreichen Reiseberichten war jedoch, dass diese Vorurteile unbegründet sind. Auch wir haben und nie unwohl oder gar bedroht gefühlt. Natürlich kann eine gewisse Grundvorsicht wie überall auf der Welt nicht schaden.
Das Wetter war durchwegs sehr gut. In der ersten Woche fast einen Tick zu heiß für unseren Geschmack.
Fazit: wieder einmal ging eine tolle Tour viel zu schnell vorbei.
Hier geht es zum Reisebericht.
- Zuletzt aktualisiert am Freitag, 10. April 2020 15:09
Loire / Bretagne
20.08. - 13.09.2010
Wir mussten nicht lange nach einen Ziel für die diesjährige Tour suchen: Frankreich, wohin sonst! Die Frage war eigentlich nur wohin. Da wir 3 Wochen Zeit hatten, entschieden wir uns für eine Tour durch die Bretagne. Diese Ecke hatten wir bereits von einer Tour im Jahre 2001 in bester Erinnerung.
Nach den positiven Erfahrungen der letzten Jahre mieteten wir erneut beim Wohnmobilcenter Petz in Augsburg-Lechhausen. Dieses Jahr buchten wir schon Anfang Januar und hatten deshalb bezüglich Termin und Fahrzeug noch alle Optionen offen. Unsere Wahl fiel einen Sun Traveller 650 DKG. Mit diesem Modell waren wir schon 2008 sehr zufrieden gewesen und auch heuer gab es absolut nichts zu beanstanden. Die gesamte Abwicklung klappte reibungslos. Besonders angenehm war, dass wir das WoMo ohne Mehrkosten bereits gut einen Tag früher übernehmen konnten.
Da wir dem Rummel an der Küste im August entgehen wollten, hielten wir uns zunächst etwas im Elsass und an der Loire auf, bevor wir bei Nantes den Atlantik erreichten. Entlang der Küste folgte ein Highlight dem anderen. Ursprünglich hatten wir geplant, am Schluss noch einen Abstecher nach Paris zu machen. Aufgrund des Traumwetters kamen wir jedoch davon ab und blieben dafür etwas länger an der Küste.
In der Karte stehen die durchnummerierten roten Pins für die einzelnen Stationen des Tages. Angegeben ist jeweils der Parkplatz, nicht die Sehenswürdigkeit selbst. Übernachtungsplätze sind mit grünen Pins gekennzeichnet. Die weißen Pins dienen zur Verdeutlichung der Fahrstrecke. Die exakten GPS Koordinaten können dem kmz-File entnommen werden. Hier geht es zu einer vergrößerten Ansicht der Karte. Im Text beziehen sich die Zahlen in Klammern auf die Stellplätze aus dem Reiseführer aus dem WoMo-Verlag.
Traumhafte Strände und eindrucksvolle Steilküsten luden zum Verweilen und Wandern ein. Eine Kombination, die es uns besonders angetan hat. Dank des Traumwetters hatten wir ausreichend Gelegenheit die schöne Natur ausgiebig zu genießen. Nur einmal wurden wir nass. Die Temperatur was so angenehm, dass wir die gesamte Zeit in kurzen Hosen unterwegs sein konnten, ohne dass es heiß oder schwül war.
Frankreich und insbesondere die Bretagne ist bekanntermaßen ein absolutes WoMo-Schlaraffenland. Wir hatten nie ein Problem einen schönen Platz zu bekommen, selbst an den Top-Sehenswürdigkeiten und am Wochenende. Hierzu hat sicherlich auch die einsetzende Nachsaison beigetragen. Allerdings gab es speziell an der Nordküste ebenso zahlreiche Parkplätze, die mit einem Höhenbalken oder mit einem WoMo-Verbotsschild versehen waren. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass man im Vergleich zu früher versucht die WoMos stärker zu kanalisieren.
An Ver- und Entsorgungsstationen bestand ebenfalls kein Mangel. Das war für uns besonders wichtig, da wir mit vier Erwachsenen jeden Tag die Toilette entleeren mussten. Auch die problemlose Möglichkeit täglich zu Duschen war sehr angenehm. Auf Campingplätzen waren wir nicht.
Die Straßen sind auch in Küstennähe gut ausgebaut und bereiteten keine größeren Schwierigkeiten. Diesmal vermieden wie die Autobahnen und sparten uns dadurch einiges. Die Nationalstraßen sind oft auch zweispurig und gerade für langsame Fahrzeuge eine echte Alternative. Nur die gelegentlichen Ortsdurchfahrten mit ihren Kreisverkehren bremsen etwas das Vorankommen. Insgesamt sind die Franzosen sehr zuvorkommende und defensive Autofahrer, so dass beim Fahren kaum Stress aufkommt.
Fazit: drei traumhafte Wochen gingen allzu schnell vorbei.
- Zuletzt aktualisiert am Freitag, 10. April 2020 15:06
Reisebericht
03.06.2001 - 1. Tag
Anfahrt: Augsburg - Clermont-Ferrand
Wir fuhren kurz nach 04.00 los; für uns relativ spät. Doch es regnete in Strömen und wir wollten uns eine stundenlange Nachtfahrt bei schlechter Witterung ersparen.
Für die Hinfahrt haben wir uns für den streckenmäßig kürzeren Weg über Lyon entschieden, da wir auf dem Rückweg über Paris fahren wollten. Also folgten wir folgender Route: Augsburg - Memmingen - Lindau - Bregenz - Zürich - Bern - Lausanne - Genf - Lyon - St. Etienne - Clermont-Ferrand.
Die Fahrt war ziemlich anstrengend, da es sehr stark regnete. So kamen wir trotz des geringen Verkehr zu Beginn nur langsam voran. Auch von der Fahrt durch die Schweiz hatten wir uns mehr erhofft; außer grauen Wolken war nicht viel zu sehen. Nach Bern hörte der Dauerregen allmählich auf und es gab nur nur noch vereinzelte Schauer. Wir schöpften Hoffnung. Die Kinder waren ganz fasziniert von der neuen Umgebung und ertrugen tapfer das lange Sitzen.
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| Genfer See |
Gegen Mittag erreichten wir den Genfer See. Inzwischen hatte der Regen ganz aufgehört und die Sonne kam heraus. Wir entschlossen uns zu einer kleinen Mittagspause am See. Bei St. Prex hinter Lausanne fanden wir ein schönes Plätzchen, sogar mit Spielplatz und nutzten die Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang. Anschließend ging es weiter Richtung Frankreich.
Wir genossen die Fahrt durch die landschaftlich sehr schöne Auvergne. So hatten wir uns das Ganze eher vorgestellt. Am frühen Abend erreichten wir schließlich Clermont-Ferrand. Wir kehrten bei McDonalds ein. War viel teuerer als bei uns; für die Kinder war es eine kleine Belohnung für das geduldige Ertragen der langen Fahrt.
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| Stellplatz bei Aydat |
Das letzte Teilstück führte uns zum Stellplatz bei Aydat. Wir waren schon gespannt; unsere erste Nacht im Wohnmobil nahte. Nach kurzer Suche fanden wir den Stellplatz. Der Platz ist sehr romantisch an einem kleinen Kratersee (Lac d'Aydat) gelegen. Es waren auch schon einige Wohnmobile da. Wir machten einen kleinen Spaziergang um den See und genossen die herrliche Abendstimmung; die Kinder zog es zum Spielplatz. Todmüde fielen wir schließlich in die Betten.
04.06.2001 - 2. Tag
Anfahrt: Clermont-Ferrand - Bordeaux
Wir haben alle vier tief und fest bis 07.30 geschlafen. Die Nacht war recht frisch, da der Stellplatz auf 800m Höhe lag. Zum Glück hatten wir unsere Wolldecken dabei (auch wenn es sich im nachhinein herausstellen sollte, dass wir sie nur einmal brauchten). Es herrschte eine herrliche Morgenstimmung; das Gras war mit Reif bedeckt und glitzerte im Licht der aufgehenden Sonne.
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| Stellplatz bei Aydat |
Wir frühstückten Müsli im WoMo. Zufälligerweise hatten wir so geparkt, dass die Morgensonne hereinschien und wir sogar das Fenster öffnen konnten. Alle waren begeistert und zufrieden.
Gegen 09.00 war Abfahrt. Diesmal ging's über die Landstraße N89 Richtung Westen. Aufgrund der häufigen Ortsdurchfahrten kamen wir nur relativ langsam voran. Darüber hinaus gab es weitere Verzögerungen durch diverse Stops. Nichtsdestotrotz war die Fahrt durch die Auvergne landschaftlich äußerst reizvoll. Wir hatten beschlossen, nicht auf dem direkten Weg nach Bordeaux zu fahren, sondern eine Tropfsteinhöhle zu besichtigen. Leider stellte sich der Umweg als ziemliche Gurkerei durch das Gebirge heraus. Die Strecke war aber kein schlechtes Fahrtraining, um sich endgültig an das Fahren mit dem WoMo zu gewöhnen.
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| Gouffre de Padirac |
Gegen 13.00 kamen wir an der Gouffre de Padirac an. Da die Grotte über Mittag geschlossen hatte, stärkten wir uns zunächst auf einer Picknickbank neben dem Parkplatz. Das Wetter war fantastisch: strahlender Sonnenschein und gleichzeitig im Gebirge nicht zu heiß. Zunächst ging's mit einem Aufzug in ca. 100m Tiefe. Nach einer romantischen Bootsfahrt auf einem unterirdischen Fluss konnten wir unzählige Tropfsteine bewundern. Fazit: sehr imposante Tropfsteinhöhle; der Umweg hatte sich definitiv gelohnt!
Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher nach Rocamandour machen. Da es aber schon spät war, beschränkten wir uns auf einen kurzen Photostop.
Gegen 16.00 fuhren wir dann endgültig Richtung Meer. Die Strecke hat sich noch einmal mächtig hingezogen. Insgesamt sind wir an diesem Tag wieder 9h gefahren; für die Kinder eine harte Geduldsprobe, die sie aber tapfer gemeistert haben.
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| Sonnenuntergang bei Cap Ferret |
Die Landschaft wurde immer ebener und karger je weiter wir nach Westen kamen; es gab auch zunehmend mehr Industrieanlagen. Nach flotter Durchquerung von Bordeaux erreichten wir gegen 21.00 endlich unser Ziel: den Campingplatz Le Truc Vert. Zum Glück hatte die Rezeption noch offen. Nach dem Einchecken ging's sofort zum Meer und wir kamen gerade noch recht, um einen faszinierenden Sonnenuntergang beobachten zu können. Welch eine Entschädigung für die lange Fahrt!
Wir fallen alle todmüde ins Bett.
Kleine Episode am Rande: das Stromkabel, das uns unser Vermieter mitgegeben hatte, passte nicht zu den CEE-Adaptern. Zum Glück hatten wir Opas Kabeltrommel dabei.
05.06.2001 - 3. Tag
Ausruhen in Cap Ferret
Wir schliefen aus. Um 08.30 gibt's Frühstück im WoMo: Croissants und Baguette. Obwohl der Campingplatz nur spärlich belegt war, fanden die Kinder sofort Anschluss und unternahmen Ausflüge zum Spielplatz. Alle begannen die ungezwungene Atmosphäre des WoMo-Lebens zu genießen.
Heute war autofreier Tag. Von der Fahrerei der letzten beiden Tage hatten wir zunächst einmal genug. Also Fahrräder flottgemacht und und los ging es in Richtung Cap Ferret. Eine schöne 7 km Tour führte uns auf einem geteerten Radweg durch mit Pinien bewaldete Sanddünen. Die Kinder hatten Spaß, sich wieder einmal richtig bewegen zu dürfen. Wir stellten die Fahrräder am Leuchtturm ab und begannen den Ort zu Fuß zu erkunden.
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| Auster |
Wir entdeckten einen kleinen Austernladen, wo es allerhand eigenartiges Getier zu kaufen gab. Noch wussten aber nicht recht, was wir von den kleinen Glibberteilchen so halten sollten. Am Ende der Landzunge (La Pointe) machten wir eine kleine Mittagspause mit Blick auf die Dune du Pilat. Da es relativ kühl und windig war, machten wir uns bald wieder auf den Rückweg und wanderten durch die Dünen zurück zum Leuchtturm.
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| Cap Ferret |
Der gesamte Ort wirkte ziemlich verschlafen. Man merkte deutlich noch die Vorsaison; wir wollten uns nicht vorstellen, was hier im Juli/August abgeht. Am Steg gibt es ein kleines Zentrum. Hier bekamen die Kinder ihr langersehntes Eis. Wir beobachteten die Fischer und genossen die schöne Aussicht auf die Bucht von Arcachon und auf die Dune du Pilat. Anschließend radelten wir zurück zum Campingplatz.
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| Strand bei Truc Vert |
Inzwischen waren die Wolken verschwunden und es wurde richtig sonnig und warm. Also holten wir schnell die Sandelausrüstung und wir zogen ab in Richtung Strand. Zunächst durchquerten wir einen kleinen Pinienwald, dann ging es noch durch einen herrlichen Dünengürtel. Oben auf der Düne angekommen, bot sich uns ein überwältigender Ausblick auf Meer und Dünen! Ja, es war tatsächlich so toll wie auf den Prospektbildern.
Die Kinder gruben nach Herzenslust im Sand und tollten in der Brandung. Die Großen genossen die Landschaft und die Ruhe. Fasziniert von der grandiosen Landschaft beschlossen wir morgen eine lange Strandwanderung zu machen.
Zurück am Campingplatz war großes Duschen angesagt. Leider gab es zunächst nur kaltes Wasser, so dass wir sehr erfrischt wurden. Carola kochte Spaghetti im WoMo und wir weihten unseren neuen Campingtisch ein.
06.06.2001 - 4. Tag
Strandleben in Cap Ferret
In der Nacht hatte es geregnet. Heute morgen war es noch stark bewölkt. Wir hatten schon die schlimmsten Befürchtungen: unser erster Regentag im WoMo? Aber zum Glück kam alles ganz anders. Zunächst frühstückten wir gemütlich im WoMo: Baguette und Croissants.
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| Dünenlandschaft |
Dann brachen wir doch wie am Vortag geplant zu einer Radtour Richtung Norden auf. Unser Ziel war der kleine Ferienort Le Grand Cohort in ca. 11 km Entfernung. Der Weg führte uns wieder durch Pinienwälder und herrliche Dünenlandschaften. Je weiter wir kamen desto schöner wurde das Wetter. Als wir gegen 12.00 Uhr schließlich unser Ziel erreichten herrschte strahlender Sonnenschein und es wurde richtig warm, so dass es uns sofort zum Strand zog.
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| Strand |
Es bot sich wieder eine grandiose Aussicht; fast noch beeindruckender als gestern. Es herrschte Ebbe und der nahezu menschenleere Strand präsentierte sich als breites Band. Die starke Brandung bot einen wunderbaren Kontrast zum blauen Himmel. Eine traumhafte Kulisse für tolle Fotos. Wir nutzten die Gelegenheit zu einer ausgedehnten Standwanderung (ca. 1,5 h). Am Wendepunkt machten wir eine Brotzeitpause; die Kinder sammelten Muscheln; wir genossen die Ruhe.
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| Sonnenuntergang |
Wir radelten zurück zum Campingplatz. Dann schnell Umziehen, Sandelsachen holen und erneut zum Strand von Truc Vert: Sandeln, Sandburgbauen, ... . Es gab jede Menge Spaß für Groß und Klein. Werner wagte sich sogar kurz ins Wasser. Die Brandung war aufgrund der auflaufenden Flut noch stärker als am Vormittag.
Carola kochte wieder am WoMo: Reis mit Tomatensauce. Werner ging zum Sonnenuntergang noch einmal an den Strand und machte Fotos. Welch ein wunderschöner Tag!
07.06.2001 - 5. Tag
Vogelpark Le Teich / Dune du Pilat
Heute wollten wir weiter. Um 09.00 war Abfahrt vom Campingplatz. Der Aufbruch war keine große Aktion, da wir bereits am Vortag zusammengepackt hatten. Zunächst ging es zu einem Supermarkt, damit wir unsere Vorräte wieder auffüllen konnten.
Die Supermärkte stehen in Frankreich in der Regel am Ortsrand und sind viel größer als bei uns. Das Preisniveau kam uns nicht wesentlich höher vor als zuhause. Besonders empfehlenswert sind die häufig angeschlossenen Tankstellen, da das Benzin dort signifikant billiger ist. Auch wir nutzten diese Gelegenheit.
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| Vogelpark Le Teich |
Gegen 11.00 erreichten wir das erste Etappenziel des heutigen Tages, den Vogelpark in Le Teich. Auf einem 5,5 km langen und landschaftlich sehr ansprechenden Rundweg konnten wir allerlei einheimisches Federvieh in seinem natürlichen Lebensraum beobachten. Von grünen Holzhäuschen aus betrachteten wir die Vögel mit unserem Fernglas ohne sie zu stören. Besondere Attraktion waren die zahlreichen Storchennester mit ihren Jungtieren. Auch ein großer Froschteich fesselte die Aufmerksamkeit der Kinder für längere Zeit.
Da es immer heißer wurde und es im Park so gut wie keine Schattenplätze gab, zogen wir uns auf eine Picknickbank mit Schatten am Parkplatz zurück, die wir schon beim Hineingehen ins Auge gefasst hatten. Wir aßen frischen Schinken mit Baguette; einfach köstlich. Gegen 15.00 brachen wir zur unserem nächsten Attraktion auf, der Dune du Pilat.
Zunächst hatten wir uns etwas verfahren; durch Zufall jedoch kamen wir an dem Aussichtspunkt "La Corniche" vorbei. Wir unternahmen einen kurzen Spaziergang zum Strand. Von hieraus boten sich grandiose Ausblicke auf die Bucht von Arcachon und auf die Düne. Wir fuhren weiter zum Parkplatz an der Düne. Dort angekommen entschlossen wir uns spontan, noch heute Nachmittag die Düne zu erwandern und dann hier die Nacht zu verbringen.
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| Dune du Pilat |
Über eine Treppe stiegen wir hoch zur Düne. Oben bot sich uns eine einzigartige Aussicht auf die Bucht von Arcachon mit ihren Sandbänken sowie auf die Halbinsel von Cap Ferret. Wir unternahmen eine große Wanderung zum anderen Ende der Düne. Die Kinder hatten jede Menge Spaß bei Herumtoben im "größten Sandkasten der Welt", wie sie die Düne bezeichneten. Am Schluss waren alle todmüde, da das Gehen im Sand ziemlich in die Füße ging.
Zurück beim WoMo ruhten sich die Kinder etwas aus und malten. Carola kochte Spaghetti. Wie aßen auf dem Campingtisch am Parkplatz; nicht gerade romantisch, aber wir haben uns daran nicht gestört.
08.06.2001 - 6. Tag
Lacanau-Ocean
Gegen 06.30 wurden wir unsanft von einem Rasenmäher und einer Kehrmaschine geweckt. Das war wohl der Preis für die billige Übernachtung. Wir frühstückten Müsli im WoMo. Heute war es total bewölkt, aber nicht kalt. Als wir aufbrachen, war die Parkplatzschranke noch oben, so dass wir ohne die veranschlagten 60 FF zu zahlen abziehen konnten.
Wir fuhren Richtung Norden nach Lacanau. Zunächst stoppten wir kurz am See "Etang de Lacanau". Es bot sich uns ein eher trostloser Anblick, da inzwischen ein leichter Nieselregen eingesetzt hatte. Weiter ging es nach Lacanau-Ocean; wir checkten ins Airotel ein, einem sehr schön angelegten Campingplatz riesigen Ausmaßes. Leider konnten wir die meisten Einrichtungen nicht so richtig nutzen.
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| Lacanau-Ocean |
Wir brachen mit den Fahrrädern auf. Zunächst fuhren wir in den Ort. Hier gab es Läden und einen kleinen Boulevard mit Kneipen und Restaurants. Wir fühlten uns an unsere Aufenthalte an der Nordsee erinnert und beschlossen am Abend noch einmal zu kommen, um zum Essen zu gehen. Danach radelten wir Richtung Süden zu einem alten Forsthaus; dann weiter Richtung See. Leider war der Weg plötzlich zu Ende und wir standen mitten in einer kleinen Ortschaft, was uns veranlasste zum Campingplatz zurückzufahren. Der Weg durch den Wald war sehr romantisch. Es gab nur eine sehr schmale Fahrspur und die Kinder mussten aufpassen, dass sie nicht vom Weg abkamen.
Gegen 15.30 waren wir wieder am Campingplatz. Werner ent- und versorgte zum ersten mal das WoMo, was problemlos vonstatten ging. Nachdem alle Mann geduscht hatten, ging es wieder mit den Rädern in den Ort. Mittlerweile wurde der Nieselregen immer stärker. Wir spazierten durch den Ort. Auch hier merkte man noch deutlich die Vorsaison. Insgesamt ist Lacanau-Ocean ein Ort für den freaky border, nicht umsonst es das Zentrum der französischen Wellenreiter-Gemeinde.
Schließlich entschieden wir uns für ein Restaurant mit Blick auf das Meer: Carola aß Fisch und Werner Meeresfrüchte (inkl. Austern); er bedurfte einer speziellen Einweisung, wie die diversen Werkzeuge zu benutzen waren, die ihm serviert wurden. Die Kinder erfreuten sich an einer Pizza. Zum Nachtisch gab es gebackenen Ziegenkäse. Das Essen war sehr gut, allerdings auch nicht gerade billig.
Wir radelten zurück zum WoMo. Inzwischen hatte es angefangen relativ stark zu regnen. Dies war unser erster Abend, den wir im WoMo verbrachten. Zum Glück sollte dies die absolute Ausnahme bleiben.
09.06.2001 - 7. Tag
Medoc / Cognac
Heute war Ausschlafen bis 08.00 Uhr angesagt. Das Wetter hatte sich zum Glück wieder beruhigt. Wir packten zusammen. Auf dem Plan für diesen Tag stand das berühmte Weinanbaugebiet Medoc; für die Übernachtung hatten wir den Stellplatz in Cognac ins Auge gefasst.
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| Château Margaux |
Erster Stopp war am Château Margaux; ein schönes Schlösschen umgeben von Weinbergen. Entgegen der Aussage unseres Baedecker-Reiseführers hatte der Weinkeller jedoch geschlossen. Nach einem kurzen Rundgang fuhren wir weiter in Richtung Blaye, um mit der Fähre über die Gironde überzusetzen. Leider ging die nächste Fähre erst in 3 Stunden. Deshalb beschlossen wir, uns doch noch etwas im Medoc umzusehen und dann die Fähre zu nehmen.
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| Fort Medoc |
Unser nächstes Ziel war Fort Medoc; eigentlich eine ziemlich verfallene Burg, aber wir fanden einen schönen Picknickplatz mit Blick auf die Gironde, ein sehr geruhsamer und beschaulicher Ort. Wir zogen weiter Richtung Château Mouton-Rotschild. Unterwegs wurden wir auf Château Beychevelle aufmerksam. Leider waren die Keller nur Mo.-Fr. zu besichtigen und heute war Samstag. Irgendwie war heute nicht unser Tag. Wir hielten noch an einem Weingut um eine paar Flaschen Rotwein als Mitbringsel zu kaufen und fuhren dann endgültig zur Fähre.
Um 15.30 setzen wir mit der Fähre über die Gironde. Das Rangieren war ein kleines Abenteuer, aber letztendlich kein Problem. Am anderen Ufer angekommen fuhren wir weiter Richtung Cognac. Die Suche nach dem Stellplatz stellte sich als etwas schwieriger heraus als erwartet; aber schließlich haben wir ihn doch gefunden: direkt am Ufer der Gironde mit Blick auf Hennessy. Welch ein Ausblick!
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| Hennessy |
Wir machten uns zu Fuß auf in die Stadt. Ein erster Besuch galt einem kleinen Cognac-Laden. Leider funktionierte unsere Kreditkarte heute nicht; also vertagten wir das shopping auf morgen. Wir sahen all die berühmten Cognac-Häuser: Hennessy, Martell, Otard, Remy, ... . Wir beschlossen morgen an einer Führung bei Hennessy teilzunehmen.
Nach längerer Suche nach einem Lokal in der Fußgängerzone fanden wir schließlich eine Pizzeria. Das Essen war nicht besonders gut, dafür aber teuer. Wir schlenderten zurück zum WoMo. Anbei machten wir noch einen Abstecher in den jardin public, einem kleinen Park am Rathaus. Die Kinder konnten sich endlich etwas austoben; es gab ganz kleine Enten und Schwäne zu bestaunen.
10.06.2001 - 8. Tag
Cognac / Port-des-Barques
Wir schliefen bis 08.45! Wer hätte dies gedacht; mitten in einer Stadt auf einem Parkplatz. Gegen morgen hörten wir Tropfen auf dem Dach und hatten schon schlimme Befürchtungen. Doch wir wurden eines besseren belehrt. Bis wir unser Müsli im WoMo gelöffelt hatten und endlich in die Gänge kamen, rissen die Wolken auf und die Sonne kam heraus.
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| Hennessy |
Um 11.00 begann die Führung bei Hennessy. Zuvor kauften wir noch in dem kleinen Laden ein, in dem wir gestern kein Glück hatten. Zu Beginn der Führung setzten wir mit dem Boot über die Charente. Anschließend gab es eine gut gemachte Multimedia Show über die Herstellung und Lagerung des Cognacs. Dann wurden uns die Lagerhallen mit unzähligen Fässern gezeigt. Es herrschte ein unbeschreiblich angenehmer Duft; an den Wänden war der berühmte schwarze Schimmelpilz zu sehen. Nachdem wir wieder zum anderen Ufer übergesetzt hatten, gab es noch eine Verkostung im Museum. Werner konnte nicht widerstehen und kaufte zwei sündhaft teuere Flaschen. Wir gingen zurück zum WoMo und machen Brotzeit auf einer Parkbank am Ufer der Charente. Danach brachen wir auf.
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| Carola |
Nächste Station war Marennes, die wohl bekannteste Austernstadt Frankreichs. Leider verpassten wir die Rundfahrt durch die Austernparks um nur 5 Minuten. Es war die einzige am Tag; das ist wohl der Preis für die Vorsaison. Wir schauten uns etwas um und beschlossen dann einen Stellplatz in Port-des-Barques anzufahren. Der Stellplatz ist nur durch einen schmalen Damm vom Meer getrennt; vom Fahrerhaus aus hatten wir einen Blick auf das Meer!
Heute hatte es zum ersten mal richtig starken Wind, so wie wir es von der Nordsee her gewohnt waren. Wir wollten die Gelegenheit nutzen, um unseren Lenkdrachen fliegen zu lassen. Leider fanden wir keinen geeigneten Platz. Als Alternative brachen wir zu einem Spaziergang zur Ile de Madame auf. Diese kleine Insel ist über einen Damm erreichbar, der nur bei Ebbe passierbar ist.
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| Sonnenuntergang Ile de Madamme |
Wir umrundeten die Insel im Sauseschritt, da wir nicht genau wussten, wann die Flut wieder einsetzt. Auf dem Weg eröffneten sich tolle Ausblicke. Carola und die Kinder erhielten endlich den ersehnten Auslauf.
Wir aßen im WoMo Kartoffel mit Butter; für draußen war es zu windig. Nach dem Essen unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand; es war ein tolles Licht. Wir beobachteten einige Windsurfer, wie sie über das Meer fegten. Abends saßen wir im Führerhaus und schauten dem Sonnenuntergang zu.
11.06.2001 - 9. Tag
Ile de Ré
Heute standen wir etwas früher auf, denn uns zog es wieder an den Strand; diesmal auf die Ile de Ré. Zunächst genossen wir jedoch von unserem Stellplatz aus die wunderschöne Morgenstimmung am Meer. Wir frühstückten im WoMo das Standardangebot, falls keine Bäcker vorhanden war.
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| Karte Ile de Ré |
Nach einem Tank- und Einkaufsstop und nachdem wir für diverse Brücken ein kleines Vermögen an Maut abgedrückt hatten, erreichten wir gegen 11.00 Uhr den Campingplatz Le Cormoran in Ars-en-Ré. Auf den ersten Blick begeisterte uns die Insel durch ihr ansprechendes Flair; Carola war von den vielen Radlern angetan, die bereits unterwegs waren. Spontan beschlossen wir einige Tage hier zu bleiben.
Wir luden die Räder ab und stöpselten das WoMo an. Nach einer kurzen Stärkung zogen wir los zu einer ersten Erkundungstour per Rad. Die erste Station war natürlich der Strand, wo wir sogleich zu einer kleinen Strandwanderung aufbrachen. Den Strand empfanden wir als etwas rauer als in Cap Ferret; landschaftlich war er jedoch nicht minder reizvoll. Bei Ebbe waren einige Felsen sichtbar. Die Kinder waren von den vielen toten Krebsen fasziniert, die sie auf dem Weg gefunden haben.
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| Ile de Ré |
Anschließend fuhren wir weiter zum Leuchtturm "Phare des Baleines", von dem sich uns eine grandiose Aussicht auf Insel, Strand und Meer bot. Von oben entdeckten wir einen kleinen Steinweg für Fischer, der uns zu einem etwas abenteuerlichen Spaziergang einlud. Wir kauften noch Meersalz und einige Postkarten und radelten dann zurück nach Ars-en-Ré. Wir schlenderten durch die kleine Ortschaft und suchten nach einem Restaurant für morgen oder übermorgen.
Zurück am Campingplatz war die große Duschzeremonie angesagt. Wir aßen Bratwürstchen mit Kartoffelbrei auf unserem Campingtisch.
12.06.2001 - 10. Tag
Ile de Ré
Heute haben wir wieder bis 08.45 geschlafen. Wir frühstückten im Freien: Croissants und Baguette. Heute war wieder einmal tolles Wetter; am Nachmittag kamen leichte Schleierwolken auf und es hat sich etwas zugezogen. Es gab aber keinen Regen. Am Abend schien wieder die Sonne. Mit anderen Worten: heute war ideales Wetter für eine ausgiebige Radtour. Wie sich herausstellte ist die Ile de Ré ein Fahrradparadies: die gesamte Insel ist durch ein dichtes Netz von gut beschilderten, meist abseits von Autostraßen verlaufenden Radwegen erschlossen.
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| Salzwiesen |
Wir brachen auf in Richtung Loix zu den Salzgärten und zur dortigen Pointe du Grouin. Die Strecke war landschaftlich wunderschön und führte uns durch Weingärten und bunt blühende Salzwiesen; teilweise auch am Meer entlang. Loix ist ein typisches Dorf auf der Ile de Ré mit einem malerischeren und verwinkelten Ortskern. Die blumengeschmückten Häuser sind fast alle nur einstöckig, blendend weiß gekalkt und haben grüne Fensterläden.
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| Ile de Ré |
Auf dem Rückweg entschlossen wir uns noch nach St. Martin zu fahren. Wieder führte der Weg am Meer entlang mit Blick auf Austern-Parks.
Über eine leicht abenteuerliche Treppe erklommen wir den Kirchturm von St. Martin, von dem sich eine tolle Aussicht auf die Insel und den Hafen eröffnete. Anschließend spazierten wir zum Hafen; die Kinder bekamen ihr lang ersehntes (und teueres) Eis.
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| St. Martin |
Auf einer Bank am Hafen beobachteten wir geruhsam die Schiffe. Langsam schlenderten wir zurück zur Kirche, wo wir unsere Fahrräder abgestellt hatten. Wir warfen noch kurz einen Blick ins Innere und machten uns danach endgültig auf den Rückweg. Die Kinder waren sehr tapfer; ohne Murren radelten sie flott zurück. Unterwegs beobachteten wir noch einen Arbeiter in einer Saline.
Als wir gegen 18.00 wieder am Campingplatz waren, zogen wir uns schnell um, denn wir wollten heute noch zum Essen gehen. Wir radelten zum Hafen von Ars-en-Ré und fanden am Hafen ein nettes Lokal: zur Vorspeise gab es Muscheln, danach gegrillte Sardinen und zum Schluss als Nachspeise warmen Trüffel mit Schokolade. Die Kinder erfreuten sich an einem Putenschnitzel. Wir haben sehr gut gegessen; es war allerdings nicht ganz billig.
Zurück am Campingplatz fielen alle todmüde ins Bett.
13.06.2001 - 11. Tag
Ile de Ré
Wir schliefen bis 09.00; leider war die Nacht etwas unruhig. Bezüglich der Schlafordnung hatten wir inzwischen folgende Regelung gefunden: Carola schläft außen im Alkoven; die Kinder abwechselnd bei ihr oben und im unteren Stockbett, Werner oben im Stockbett. Irgendwie sind die Nächte, in denen Söhnchen Felix nicht bei seiner Mama ist, immer etwas unruhiger. Woran das wohl liegt?
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| Ile de Ré |
Nach dem Frühstück im Freien brachen wir zu unserer heutigen Radtour auf, die uns ans westliche Ende der Insel nach Les Portes-en-Ré führte. Wir rasteten am Strand der Pointe du Fier; die Kinder sammelten Muscheln und spielten im Sand. Anschließend fuhren wir weiter zum Strand von La Conche. Unserer Meinung nach ist dies der schönste Strand der ganzen Insel; wir hatten ihn schon vom Leuchtturm aus ins Auge gefasst. Der Weg führte uns noch einmal durch das Naturschutzgebiet der Insel: in jedem Wasserloch war ein anderer Vogel zu beobachten. Wir besuchten auch noch ein kleines Museum; leider waren alle Schautafeln nur französisch.
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| Ile de Ré |
Am Strand angekommen stärkten wir uns zunächst; dann brachen wir zu einem ausgiebigen Strandsparziergang am Wasser entlang auf. Die Kinder hatten jede Menge Spaß und konnten sich nach Herzenslust austoben. Die Dünenlandschaft präsentierte sich wieder von ihrer schönsten Seite; der Strand war menschenleer. Wir sahen große angeschwemmte Quallen. Lediglich die verfallenen Wehrmachtsbunker passten nicht ins Bild und störten die ansonsten perfekte Harmonie etwas. Fasziniert radelten wir zurück zum Campingplatz.
Wir machten das WoMo wieder reisefertig (inklusive Ent- und Versorgung), denn morgen wollten wir weiter Richtung Norden fahren. Alle Mann duschten. Es gab Nudeln mit Tomatensauce und wir konnten wie meist im Freien essen.
14.06.2001 - 12. Tag
La Rochelle
Wir stellten um 08.00 den Wecker, damit es nicht zu spät wird. Dies hätten wir uns aber sparen können, da ein Bauer auf dem Feld vor dem Campingplatz in der Früh lärmte. Wir frühstückten im Freien: Croissants und Baguette. Plötzlich überraschten uns ein paar Regentropfen. Daraufhin räumten wir schnell zusammen, bezahlten, ließen das Abwasser ab und auf ging es nach La Rochelle.
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| Hafen von La Rochelle |
Wir fanden schnell einen großen Parkplatz, der leider total überfüllt war. Etwas ratlos drehten wir einige Runden und wagten uns schließlich auf den Busparkplatz. Zu Fuß machten wir uns auf Richtung Hafen. La Rochelle ist eine schöne Stadt; es gibt viele Cafe's und Läden. Wir gingen zu den Türmen des Vieux Port und liefen ein Stück auf der Stadtmauer. Um einen Blick von oben auf den Hafen werfen zu können, bestiegen wir den Tour Saint-Nicolas. Wir waren erstaunt, welch Gewirr von Gängen und Sälen wir im Inneren vorfanden; für die Kinder war es ein kleines Abenteuer.
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| Aquarium von La Rochelle |
Unser Hauptziel in La Rochelle war jedoch das Aquarium, das uns eine beeindruckende Ausstellung bot. Besonders imposant war für uns das Haibecken, das sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Runde Fensterscheiben erlauben die riesigen Fische aus nächster Nähe zu beobachten. Sehenswert war auch die Südseeabteilung mit Moränen, Shrimps, Korallenfischen, ... . Alle Erklärungen erfolgten auch in englischer Sprache. Fazit: der relativ hohe Eintrittspreis hat sich rentiert.
Gegen 15.30 brachen wir Richtung Bretagne auf. Inzwischen hatte es sich zugezogen; später fing es an zu nieseln und dann zu regnen. Deshalb beschlossen wir auf direktem Weg nach Locmariaquer zu fahren. Leider war recht viel Verkehr; im Nantes hatte es sogar Stau, so dass sich die Fahrt wieder einmal etwas hinzog.
Wir ersparten uns das Abendessen im WoMo und steuerten bei Vannes einen McDonalds an; die Kinder erfreuten sich an einer Junior-Tüte. Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen. Sollten wir wieder einmal Glück mit dem Wetter haben? Gemäß Beschreibung fanden wir schnell den gesuchten Stellplatz in Locmariaquer; er liegt romantisch hinter den Dünen und war schon fast voll mit WoMos.
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| Pointe de Kerpenhir | Locmariaquer |
Wir wollten uns noch etwas die Beine vertreten und brachen deshalb zu einem kleinen Spaziergang in den Dünen auf. Mehr durch Zufall gelangten wir zum Pointe de Kerpenhir und blickten auf die Einfahrt in den Golfe du Morbihan. Es herrschte eine fantastische Abendstimmung; Werner hat tolle Fotos geschossen.
15.06.2001 - 13. Tag
Locmariaquer
Gegen 08.00 wachten wir auf; anschließend gab es das typische Stellplatz Frühstück: Müsli im WoMo. Wir montierten die Fahrräder ab und brachen in Richtung Ort auf. Heute war richtiges Meer-Wetter: windig, relativ kühl (aber nicht kalt) und ab zu ein kleiner Schauer. Die schwarzweißen Wolken gaben zusammen mit dem blauen Himmel ein stimmungsvolles Gesamtbild ab. Zunächst stoppten wir noch einmal am Pointe de Kerpenhir und genossen die Aussicht auf den Golfe du Morbihan.
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| Golfe du Morbihan |
Diesmal hatten wir Glück mit dem Fahrplan; in Kürze starte eine Rundfahrt durch den Golfe du Morbihan. Wir kauften Tickets und fuhren zur Ablegestelle. Die Fahrt führte uns zur Ile aux Moines. Wir genossen die schöne Aussicht auf die Landschaft: im Golf gibt es zahlreiche kleine Inseln; alle haben eine grüne Küste mit Bäumen; auf den meisten stehen Häuser in Traumlage. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt gelangten wir zur Insel. Die Stunde Aufenthaltsdauer nutzten wir für einen Rundgang durch den Ort. In einer kleinen verwinkelten Gasse machten wir einen Fotostop. Gegen 13.30 ging es zurück nach Locmariaquer.
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| Ile aux Moines |
Wir fuhren mit den Rädern zu den Megalithen: Table des Marchand und Grand menhir brisé. Sie waren eingezäunt. Wir riskierten den Eintritt, waren aber eher enttäuscht, da nicht viel zu sehen war; den Table hatte ich mir größer vorgestellt. Nachdem wir uns noch einen Video über die Megalithenkultur angeschaut hatten, sind wir abgezogen. Auf dem Rückweg fanden wir noch einen Dolmen, in den man hineinkriechen konnte. Das war ganz lustig.
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| Grand menhir brisé |
In einem Spar-Supermarkt füllten wir unsere Vorräte auf und fuhren dann zurück zum WoMo. Anschließend radelten wir noch zu einem weiteren Dolmen, den wir mit der Taschenlampe untersuchten. Wir gingen noch etwas am Strand spazieren und beobachteten einige Surfer von einer Bank aus; danach fuhren wir noch einmal zum Pointe de Kerpenhir. Auf dem Rückweg erwischte uns ein Schauer; wir wurden jedoch nicht richtig nass.
Carola kochte Abendessen: Kartoffel mit Spinat; die Kinder malten. Nach dem Essen wagten wir uns für einen kurzen Verdauungsspaziergang noch einmal nach draußen. Wir übernachteten nochmals auf dem Stellplatz; morgen wollten wir weiterfahren.
16.06.2001 - 14. Tag
Megalithen / Cotê Sauvage
Heute war eine unruhige Nacht; es hatte einen heftigen Sturm, dessen Regenschauer gegen das WoMo klopften. Alles in allem nicht die besten Vorboten für den kommenden Tag! Unser Stellplatz-Frühstück bestand wie immer aus Müsli. Wir zogen los Richtung Carnac; es herrschte Schauerwetter: starker Wind und kurze Regengüsse.
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| Kermario |
Heute morgen wollten wir uns die Megalithenfelder von Carnac zu Gemüte führen. In Kermario gab es ein kleines Besucherzentrum, dessen Eintritt frei war. Ein Modell der gesamten Anlage eröffnete einen instruktiven Überblick; auch die kleine Ausstellung war recht interessant. Die Megalithen selbst waren wieder umzäunt. Nach den Erfahrungen vom Vortag entschlossen wir uns zu einem Spaziergang am Zaun entlang. Was hat unsere Vorfahren bewogen, so viele Steine hier aufzustellen? Es wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Wir fuhren weiter nach Le Menec; es bot sich uns ein ähnliches Bild. Die Steine waren hier aber irgendwie kleiner. Es hatte gerade einen Regenschauer und wir besichtigten die Steine vom WoMo aus; man sitzt sowieso etwas höher. Nachdem wir von den Megalithen genug gesehen hatten, zogen wir weiter Richtung Halbinsel Quiberon.
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| Cotê Sauvage |
Nach einem Tank- und Einkaufsstop parkten wir am Anfang der Cotê Sauvage hinter Portivy. Ausgestattet mit K-Way und Wanderstiefeln brachen wir zu einer Klippenwanderung auf. Der Sturm und die dunklen Wolken sorgten zusammen mit der gigantischen Dünung für ein sehr beeindruckendes Landschaftsbild. Besonders gefiel uns eine kleine Sandbucht bei Port Blanc. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir Glück oder Pech mit dem Wetter hatten; aber ohne Sturm wäre diese Küste wohl nicht so imposant gewesen.
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| Cotê Sauvage |
Wir gingen zurück zum WoMo; gerade rechtzeitig vor dem nächsten Schauer. Der Hunger wurde mit den zuvor gekauften Baguette mit Leberwurst und Salami gestillt. Wir fühlten uns so richtig "sauwohl" in unserem WoMo in mitten des Getöses. Nach einer Weile fuhren wir weiter Richtung Süden und suchten einen Parkplatz für eine zweite Wanderung. Irgendwie schien der Wind sogar noch stärker geworden zu sein und die Küste wirkte faszinierend wild; sie machte ihrem Namen alle Ehre. Wir wanderten zu einer kleinen Landzunge. Die Kinder durften auf den Felsen herumkraxeln und hatten jede Menge Spaß. Zurück am WoMo fuhren wir noch mal nach Port Blanc.
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| Camping Les Sable Blanc |
Inzwischen hatte sich das Wetter aufgeklärt und wir steuerten den Campingplatz Les Sables Blancs in Plouharnel an, der landschaftlich sehr schön inmitten von Dünen gelegen ist. Nachdem wir alle geduscht hatten, kochte Carola im WoMo: Suppe und Chinagericht. Nach dem Essen führte uns ein kleiner Verdauungsspaziergang zum Strand, wo die Kinder unzählige schöne Muscheln sammelten. Danach fielen wieder einmal alle todmüde in die Betten.
17.06.2001 - 15. Tag
Penmarc'h
Als wir aufwachten waren wir enttäuscht: es nieselte und war windig. Wir frühstückten im WoMo: Baguette und Croissants waren bereits ausverkauft. Das Einkaufen gestaltete sich als richtiger Marsch, da der Campingplatz so groß war; kaum zu glauben, dass er jemals ganz voll ist. Wir entleerten die Chemotoilette und füllten den Wasservorrat auf. Die nächsten Tage wollten wir wieder auf Stellplätzen übernachten.
Der erste Halt des Tages war Erdeven, genauer gesagt die "Alignements de Kerzerho". Diesmal war nichts eingezäunt und wir machten einen kurzen Spaziergang durch die Steinreihen. Etwas abseits stehen richtig große Menhire; Obelix und seine Hinkelsteine ließen grüßen.
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| Concarneau |
Wir fuhren weiter nach Concarneau. Der offizielle WoMo-Parkplatz am Bahnhof bat nur ein sehr tristes Bild, so dass wir beschlossen hier nicht die Nacht zu verbringen. Zu Fuß ging es zur "Ville Close". Eigentlich wollten wir uns mit einem belegten Baguette stärken, aber wir fanden keinen Laden. Die historische Stadtmauer lud zu einem Spaziergang ein. Man konnte sich einen Walkman ausleihen und sich zu jedem Turm eine nette Anekdote anhören; die Kinder waren davon ganz angetan. Danach bummelten wir noch durch die hübsche Altstadt mit ihren vielen kleinen Läden und netten Restaurants. Besonders eindrucksvoll waren die Konditorläden; in einem gab es sogar eine kleine Ausstellung mit riesigen Schokoladen-Skulpturen. Wir hatten Appetit auf ein leckeres Fischbrötchen à la Nordsee, aber es gab keine.
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| Penmarc'h |
Inzwischen hatte sich das Wetter aufgeheitert; nur noch vereinzelte schwarze Schauerwolken waren zu sehen. Uns trieb es weiter Richtung Penmarc'h. Angekommen fuhren wir zum Phare Eckmühl; der Himmel strahlte in herrlichsten blau und die Sicht war hervorragend. Also alle Mann schnell die Wendeltreppe hoch; oben war die Aussicht gigantisch. Wir genossen sie eine geraume Weile. Durch die schiefergrauen Dächer der Häuser herrschte ein ganz anderes Stimmungsbild als z.B. auf der Ile de Ré. Wir beschlossen nach St. Guénole zu fahren und einen Spaziergang bei "Les Rochers" zu machen. Dort befand sich auch der offizielle WoMo Stellplatz, der leider etwas verlegt worden war; der neue Platz ist sehr trist und wir waren etwas enttäuscht.
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| Les Rochers |
Bei "Les Rochers" soll es angeblich die stärkste Dünung der Bretagne geben; aber im Vergleich zu dem was uns gestern an der Cotê Sauvage geboten wurde, war dies hier eher spärlich. Deshalb kamen wir endgültig zum Schluss, den gestrigen Sturm als positiv zu betrachten. Nichtsdestotrotz war die Landschaft großartig: im Vordergrund Felsen, im Hintergrund ein Sandstrand und dazwischen smaragdgrüne See. Wir entschieden, morgen mit den Kindern wieder eine Strandwanderung zu machen.
Bei der Suche nach einen Restaurant wurden wir leider nicht fündig; es gab so gut wie nichts und das wenige, was es gab, hatte geschlossen. Am Hafen beobachteten wir die Entladung eines Fischkutters. Er kam frisch vom Fang vor der spanischen Küste und hatte riesige Fische an Bord, die bereits gefroren waren; die Kinder bestaunten fasziniert das Geschehen. Auf dem Rückweg zum WoMo eröffneten sich uns noch einmal tolle Ausblicke auf die Felsen im Abendlicht.
Mangels Alternativen beschlossen wir heute wieder selber zu kochen: Würstchengulasch mit Gemüse. Da uns der Stellplatz doch zu trist war, fuhren wir zurück zum Leuchtturm. Als Belohnung konnten wir wieder einmal einen fantastischen Sonnenuntergang am Meer beobachten. Nach einem kleinen Spaziergang zur Kapelle Notre-Dame-de-la-Joie fielen alle todmüde ins Bett.
18.06.2001 - 16. Tag
Pointe du Raz
Als wir aufwachten begrüßte uns strahlender Sonnenschein; es herrschte nahezu gespenstische Windstille nach dem teils stürmigen Wetter der letzten Tage. Schnell warfen wir unser Standard Stellplatz-Frühstück im WoMo ein und ab ging's. Zunächst füllten wir unsere Essensvorräte für die nächsten Tage in einem Supermarkt auf; danach fuhren wir zum Pointe de la Torche.
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| Pointe de la Torche |
Vom Aussichtspunkt aus bestätigte sich unsere gestrige Vermutung: dieser Strand ist traumhaft: er lud förmlich zu einer Strandwanderung ein. Unterwegs beobachteten wir eine Schulklasse beim Strandsegeln. Die Kinder tollten im Sand und sammelten Muscheln; sie merkten gar nicht, dass sie einen ziemlich langen Marsch absolvierten. Zurück am WoMo beschlossen wir zur Pointe-du-Raz zu fahren.
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| Notre-Dame-de-Tronoën |
Zunächst hielten wir an der Calvaire Notre-Dame-de-Tronoën und machten Brotzeit im WoMo. Durch Zufall trafen wir ein Ehepaar aus Adelsried und plauderten etwas; sie gaben uns einige Tipps für den Aufenthalt in Paris. Der Calvaire ist ganz imposant, aber wir kamen nicht so in Verzückung wie die Baedeker Sterne es eigentlich verheißen sollten; wir sind und bleiben halt Kunstbanausen.
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| Pointe-du-Raz" |
Wir fuhren weiter hinein ins Finistère, dem "Ende der Welt". Die Kinder waren ganz gespannt, was sich dahinter wohl verbirgt. Am Pointe-du-Raz fanden wir zunächst einen großen Parkplatz und einige Ramschläden vor; es herrschte allerdings nicht so viel Trubel wie im Buch von Engel beschrieben. Da der Platz insgesamt nicht besonders einladend war, haben wir uns entschieden, hier nicht die Nacht zu verbringen. Eine kurze Wanderung führte uns zum Aussichtspunkt, wo wir mit einem einzigartigen Anblick belohnt wurden: ringsum war nur Wasser zu sehen! Wir wanderten das kurze Stück zum Aussichtspunkt und wurden mit einer einzigartigen Aussicht belohnt; ringsum nur Wasser. Von der Höhe aus das Meer zu beobachten, erinnerte uns an die Atmosphäre eines Berggipfels in den Alpen. Wir kletterten etwas umher und beschlossen morgen eine Wanderung hierher von der Baie de Trépassés aus zu machen.
Anschließend fuhren wir zurück nach Audierne; bei der Durchfahrt hatten wir einige Restaurants gesehen; auch einen Stellplatz soll es geben. Leider ist die Lagebeschreibung ziemlich obskur, so dass wir den Platz nicht auf Anhieb fanden. Durch Zufall folgten wir einem WoMo und gelangten so zu einem schönen Platz unmittelbar an der Mündung des Goyen. Wir machten uns auf den Weg in die Stadt und entschieden uns für ein Restaurant; leider war des Essen nicht allzu besonders
19.06.2001 - 17. Tag
Baie des Trépassés
Als wir gegen 07.30 aufwachten, zog uns wieder strahlender Sonnenschein nach draußen. Wir frühstückten Müsli im WoMo; inzwischen sind wir richtig schnell geworden: bereits eine Stunde nachdem die Kinder aufgewacht sind fuhren wir ab in Richtung Baie des Trépassés.
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| Baie des Trépassés |
Nachdem wir uns schnell die Wanderstiefel angezogen hatten, ging es los in Richtung Pointe du Van. Der Weg eröffnete uns atemberaubende Ausblicke auf Felsenklippen und idyllische Sandbuchten. Immer leicht bergauf und bergab gehend schlängelte er sich entlang der Steilküste. Einige Stellen waren etwas ausgesetzt, aber die Kinder hatten mit guten Wanderstiefeln keine Probleme. Nach einer guten Stunde erreichten wir die kleine Kapelle am Pointe du Van; wir schauten kurz hinein und zündeten eine Kerze an. Anschließend ging es weiter zum Aussichtspunkt.
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| Pointe du Van |
Die Ruhe und die überwältigende Aussicht luden uns zu einer kleinen Rast ein. Die Sicht war vormittags besser als gestern Nachmittag. Wiederum war kein Wölkchen am Himmel zu sehen; das Meer war völlig ruhig. Es waren auch erheblich weniger Leute als am Pointe-du-Raz. Fasziniert vom Anblick der Halbinsel Crozon beschlossen wir morgen dorthin zu fahren. Wir machten uns auf den Rückweg zur Baie des Trépassés. Dort angekommen war zunächst Mittagspause angesagt; wir stärkten uns mit Baguette und frischem Schinken und genossen gleichzeitig den faszinierenden Anblick der Steilküste.
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| Franziska |
Nachdem wir uns gestärkt hatten, brachen wir zu einer zweiten Wanderung zur Pointe-du-Raz auf. Inzwischen war es richtig heiß geworden. Der Weg stellte sich als weiter heraus als wir ursprünglich gedacht hatten. Die Kinder wurden etwas müde, hielten aber tapfer bis zum Ziel durch. Nachdem wir eine Weile den Ausblick genossen hatten, zogen wir verwöhnt von der Beschaulichkeit des Pointe du Van jedoch bald wieder ab. Zurück am WoMo entledigten wir uns schnell der warmen Wanderschuhe und machten uns auf in Richtung Strand, wo wir unseren Füßen die wohlverdiente Abkühlung gönnten. Die Kinder tobten noch etwas im Sand; irgendwie waren sie heute nicht totzukriegen.
Wir fuhren ab und machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Nach einer Weile wurden wir in Pors Peron fündig: schöne kleine Anlage, mitten im Grünen gelegen und völlig ruhig. Nach der großen Badezeremonie kochte Carola Nudeln und wir aßen im Freien auf dem Campingtisch. Es war auch abends noch angenehm warm. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand und genossen den herrlichen Ausblick auf die Halbinsel Crozon; wir waren alle gespannt auf den morgigen Tag.
20.06.2001 - 18. Tag
Halbinsel Crozon
Wir schlummerten wie jeden Tag tief und fest. Erst gegen 08.00 wachten wir auf und wurden von strahlender Sonnenschein zu neuen Aktivitäten motiviert! Wir frühstückten im Freien: zur Abwechslung gab es heute Rosinenbrötchen und Zwieback, da es auf dem kleinen Campingplatz nichts anderes zu haben war.
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| Menez-Hom |
Unser heutiges Ziel war die Halbinsel Crozon. Zunächst war aber Einkaufen und Tanken bei einem Supermarkt hinter Douarnenez angesagt, was länger dauerte als erwartet. Zu allem Übel verfuhren wir uns noch und drehten so einen etwas größeren Bogen durch das Hinterland als ursprünglich vorgesehen. Das herrliche Landschaftsbild entschädigte uns jedoch vollständig. Der erste Stopp des Tages war Menez-Hom, ein Aussichtshügel am Eingang zur Halbinsel. Vom "Gipfel" aus hatte man einen umfassenden Rundblick auf Brest, die Halbinsel Crozon und ins Landesinnere. Leider war es etwas diesig, so dass die Fernsicht nicht allzu berauschend war; aber man kann eben nicht alles haben: tolles Wetter und gute Sicht.
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| Pointe de Penhir |
Wir fuhren weiter zum Pointe de Penhir, dem südlichsten Aussichtspunkt auf Crozon. Es bot sich uns ein unbeschreiblicher Anblick: ungefähr 100m fast senkrecht abfallende Klippen, unten ruhiges tiefblaues bis türkises Meer mit zahlreichen kleinen Felseninseln (Tas de Pois). Im Schatten eines Denkmals stärkten wir uns und genossen den grandiosen Ausblick auf einen sehr verlockenden, von Steilküste umrahmten Strand.
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| Halbinsel Crozon |
Leider (oder Gott sei Dank) hatte die Rezeption des Campingplatzes, den wir ursprünglich ins Auge gefasst hatten, noch geschlossen; der zugehörige Strand war auch nicht besonders einladend. Verwöhnt vom vom Anblick heute Vormittag beschlossen wir uns einen tollen Strand bei der Pointe de Penhir zu suchen, was uns nicht schwer fiel. Nach dem gestrigen Wandertag waren die Kinder ganz heiß auf den Strand. Schnell das Sandelzeug aus dem WoMo geholt, die Strandmuschel aufgebaut und das Vergnügen konnte beginnen. Der Stand war relativ klein und bot einen prächtigen Ausblick. Es herrschte reges Treiben; viele Einheimische mit ihren Kindern waren da. Nach einer Weile bemerkten wir, dass der Strand immer kleiner wurde: die Flut setzte ein! Wir rückten unser Lager immer weiter zurück bis wir schließlich auf einer etwas erhöhten Kiesbank saßen. So hatten wir uns unseren Badetag eigentlich nicht vorgestellt; aus der Sandburg, die ich den Kindern versprochen hatte, wurde nichts mehr. Doch der harte Boden vermieste uns die Stimmung keineswegs, da wir die Brandung nun hautnah beobachten konnten und die Kinder weiterhin vergnügt im Wasser tobten.
Wir zogen ab und machten uns auf die Suchen nach einem Campingplatz. In Camaret fanden wir einen schönen Municipal mit frisch renovierten Sanitäranlagen und weitläufigen Wiesengelände. Nach einer Dusche machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hafen. In einer Crêperie mit Blick auf den Hafen verspeisten Carola und die Kinder einen Crêpe; ich wagte mich an einen Meeresfrüchteteller inklusive Seespinne. Das Getier schaute schon etwas abenteuerlich aus und ich brauchte eine kleine Einführung, um mit ihm klar zu kommen.
Zurück am WoMo fielen alle zur Abwechslung wieder einmal todmüde in die Federn.
21.06.2001 - 19. Tag
Pfarrbezirke / Cotê de Granit Rose
Der Himmel war völlig bewölkt als wir gegen 08.00 Uhr aufwachten und wir waren etwas enttäuscht; das Wetter der letzten Tage hatte uns wohl etwas zu sehr verwöhnt. Wir frühstückten im WoMo Baguette und Croissants, da es für draußen zu frisch war. Nachdem wir das WoMo entsorgt hatten, fuhren wir zu unserem ersten Etappenziel, dem Aussichtspunkt Pointe de Espanagos, der einen Blick auf die Reede von Brest bietet. Leider war es grau in grau, so dass der Anblick eher trist war; auch die U-Boot Schächte, die wir mit den Fernglas beobachten konnten, wirkten nicht besonders einladend.
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| Guimiliau |
Als wir weiterzogen in Richtung Pfarrbezirke zeigten sich die ersten hellen Flecke in der Wolkendecke. Sie stimmten uns hoffnungsvoll. Bei unserem ersten Anlauf in St. Thégonnec hatten wir leider schlechte Karten, da große Teile der Kirche 1998 bei einem Brand zerstört wurden, so dass es außer Gerüsten nicht viel zu sehen gab. Nachdem wir uns auf dem Parkplatz mit einer Brotzeit gestärkt hatten, starteten wie in Guimiliau einen zweiten Versuch. Wir kamen gerade noch rechtzeitig bevor das Innere der Kirche für eine Beerdigung gesperrt wurde. Ansonsten war der umfriedete Pfarrbezirk ein beeindruckendes Bauwerk.
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| Trébeurden |
Der inzwischen wieder strahlend blaue Himmel zog uns allerdings bald wieder ans Meer, diesmal zur Cotê de Granit Rose. Da für morgen der Sentier des Douaniers in Ploumanac'h auf dem Programm stand, haben wir uns für den Stellplatz in Trébeurden entschieden, der jedoch nicht besonders attraktiv uns schon fast voll war. Nachdem wir das WoMo abgestellt hatten, machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Ort, dann weiter zu Pointe Castel. Angekommen sahen wir die ersten Exemplare des "Granit Rose"; wir erkannten das Material von Helga Oma's Eingangstreppe wieder. Auf die Ile de Millau konnte wir leider nicht, da Flut war. Stattdessen kletterten wir etwas auf den Felsen herum, woran die Kinder mächtig Spaß hatten.
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| Trébeurden |
Am Ende der Halbinsel gab es einen kleinen Strand; die Kinder wollten kurz mit den Füßen ins Wasser. Die Atmosphäre des Strandes war ganz anders als gestern; es gab Umkleidekabinen und das Ganze ähnelte einem Nordseebad wie Büsum. Wir hatten den Eindruck, dass wir hier mehr in einer Touristengegend waren als je zuvor in unserer Reise.
Zurück beim WoMo kochte Carola Spaghetti. Die Kinder waren hundemüde und gingen deshalb heute sehr früh ins Bett. Wir saßen noch etwas vor dem WoMo; es gab wieder einen atemberaubenden Sonnenuntergang.
22.06.2001 - 20. Tag
Cotê de Granit Rose
Heute ging es etwas früher los, da wir ja gestern früher in der Falle waren. Es hatte zunächst strahlenden Sonnenschein; etwas später zogen Nebelschwaden auf, wodurch ein sehr gespenstisches Stimmungsbild entstand. Gegen 08.45 brachen wir nach einem Stellplatz-Müsli-Frühstück auf.
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| Menhir de St-Uzec |
Ein erster Abstecher führte uns zu dem christianisierten Menhir de St-Uzec. Danach legten wir noch einen kurzen Fotostopp in Tregastel ein. Die Sonne setzte sich gerade gegen den Nebel durch und es entstanden eindrucksvoller Bilder. Am Strand von St Guinec angekommen, brachen wir sogleich zu unserer Wanderung entlang des Zöllnerwegs auf.
Der Weg eröffnete imposante Ausblicke auf diverse Felsformationen und Buchten aus rosa Granit. Es gab allenthalben Aussichtpunkte, zu denen man hinauslaufen konnte. Im Informationszentrum, das eine interessante Ausstellung bot, kauften wir ein kleines Büchlein und lasen den Kindern zu jedem Punkt eine kleine erläuternde Geschichte vor. Die Kinder genossnen es zwischen den riesigen Felsblöcken herumzuklettern. Ein weiterer Höhepunkt des Weges war ein kleiner Leuchtturm,der natürlich aus rosa Granit erbaut war. Als wir eine Weile gegangen waren, wich der rosa Granit einen Farnwald.
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| Tregastel | Cotê de Granit Rose |
In der nächsten Ortschaft Perros-Guirec gab es einen kleinen Strand, auf den sich die Kinder bereits freuten. Spontan kam uns die Idee eine Bootsfahrt zu den "sieben Inseln" zu machen. Leider hatten wir nicht bedacht, dass Ebbe war und die Zeit bis das nächste Boot auslaufen konnte viel zu lang war. Nach einer Brotzeit und einem kleinen Ausflug zum Wasser machten wir uns auf den Rückweg und ließen und noch einmal von der imposanten Felsenlandschaft beeindrucken. Am märchenhaften Château Costaérès vorbei gingen wir noch etwas weiter bis wir schließlich den Hafen erreichten. Die Kinder bekamen ein Eis als Belohnung für die tapfere Laufleistung.
Zurück am WoMo entschlossen wir uns noch zum Cap Frehel zu fahren, um morgen den ganzen Tag zur Verfügung zu haben. Nach einem Tank- und Einkaufsstop an einem Supermarkt und nach einem Verpflegungsstop bei McDonalds erreichten wir den Stellplatz kurz vor Cap Frehel. Ein kurzer Spaziergang mit den Kindern führte uns noch zu einer kleinen Sandbucht; es herrschte eine fantastische Abendstimmung. Zum Tagesabschluss beobachteten wir wieder einmal einen famosen Sonnenuntergang.
23.06.2001 - 21. Tag
Cap Frehel
Als wir gegen 08.00 Uhr aufwachten begrüßte uns wieder einmal strahlender Sonnenschein, so dass es uns gleich wieder nach draußen zog. Diesmal hatten wir einen besonderen Stellplatz, da er am Wochenende in der Früh von einem Bäcker beliefert wurde. Diese Gelegenheit ließen wir uns natürlich nicht entgehen und frühstückten frische Baguette und Croissants im WoMo. Danach fuhren wir los zum Cap Frehel.
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| Cap Frehel |
Am Parkplatz angekommen zogen wir schnell die Wanderstiefel an und machten uns auf die Socken in Richtung Aussichtspunkt. Heute morgen war es noch ziemlich diesig, was auch den den ganzen Tag über so bleiben sollte. Unser Wanderziel war das Fort La Latte.
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| Fort La Latte |
Der Weg schlängelte sich schön entlag der Klippen und führte uns durch Erika, Farne und Stechginster. Mit letzterem machten wir auch gelegentlich unangenehme Bekanntschaft. Zu Beginn des Weges kamen wir an einem Vogelfelsen vorbei, auf dem hunderte von kreischenden Seevögeln saßen. Auf dem Hinweg war Flut und uns eröffneten sich fantastische Ausblicke auf die Steilküste und das smaragdgrüne Wasser; nicht umsonst heißt dieser Küstenabschnitt Cotê d' Emeraude. Zusammen mit der Mischung aus Nebel und Sonne ergab sich ein stimmungsvolles Gesamtbild.
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| Cotê d' Emeraude |
Angekommen am Fort gönnten wir uns zunächst eine kleine Pause und machten Brotzeit im Burghof. Wir merkten gar nicht wie die Zeit verging. Plötzlich wurden wir per Megaphon aufgefordert, die Burg zu verlassen: Mittagspause! Etwas verärgert machten wir uns auf den Rückweg ohne auf dem Turm gewesen zu sein. Diesmal war Ebbe. Der Tidenhub ist in dieser Gegend extrem hoch (ca. 10m). Erstaunlich welche Felsformationen oder gar ganze Sandbuchten, die nur per Boot zugänglich sind, zum Vorschein kamen. Zurück am Cap beobachteten wir noch eine Weile die Vögel und gingen dann zum WoMo zurück, da wir den Kindern versprochen hatten, noch an den Strand zu gehen.
Wir fuhren zu einem der zahlreichen Campingplätze (Camping d'Armor) und stellten das WoMo ab; danach ging es zum Stand. Die Kinder konnten es kaum noch erwarten. Der Strand bot einen gigantischen Anblick: es war immer noch Ebbe; das Wasser war ungefähr 200m entfernt, tief unten. Bis dahin war nur Sand. Zum Schwimmen war es zu kalt, zumal ein leichter Wind wehte. Wir beschränkten uns deshalb auf Sandburgenbauen, was den Kindern jede Menge Freude bereitete.
Zurück am Campingplatz war große Duschzeremonie angesagt. Wir aßen Kartoffel im Freien und die Kinder tobten noch bis 22.00 auf dem Spielplatz.
24.06.2001 - 22. Tag
Cap Frehel
Wir wachten gegen 08.00 auf. Da es auf dem Campingplatz kein Brot zu kaufen gab, frühstückten wir heute zur Abwechslung Müsli im Freien. Nach dem tollen Stranderlebnis von gestern beschlossen wir, heute noch einmal einen autofreien Badetag einzulegen. Die Kinder waren begeistert.
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| Baye de la Frênaye |
Zunächst brachen wir jedoch zu einer Radtour in Richtung Baye de la Frênaye. Die Strecke verlief auf Nebenstraßen, die so wenig befahren waren, dass die Kinder gut zurechtkamen; bis auf die Abfahrt zum kleinen Hafen von St. Geran. Felix wurde zu schnell und konnte nicht mehr bremsen; er baute einen ziemlich üblen Sturz und brauchte ein großes Pflaster am Knie. Es sollte nicht sein einziger Sturz an diesem Tag bleiben; irgendwie war heute wohl nicht sein Tag. Als wir uns vom schlimmsten Schrecken erholt hatten, unternahmen wir einen kleinen Spaziergang entlang der Küste. Der Weg erwies sich als wildromantisch; er war relativ neu angelegt und verlief durch einen richtigen Urwald. Leider war Flut und wir konnten die Austern- und Muschelbänke in der Bucht nicht sehen. Nach einer kurzen Rast am Hafen machten wir uns auf den Rückweg. Zurück am Campingplatz ging es nach einer kurzen Mittagspause endlich ans Meer.
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| Cotê d' Emeraude | Cotê d' Emeraude |
Heute war Sonntag und es zog auch viele Franzosen an den Strand, weshalb reges Treiben herrschte. Da es heute wärmer als gestern war, wagten wir sogar im Meer zu schwimmen. Anschließend war großes Sandburgbauen angesagt. Die Kinder hatten jede Menge Spaß und tobten im Sand; sie genossen die unbeschwerte Atmosphäre in vollen Zügen.
Nachdem wir uns geduscht und umgezogen hatten, zogen wir noch einmal mit dem Fahrrad los. Unser Ziel war eine nette Crêperie in Pléhérel, die wir auf unserer Tour heute Vormittag entdeckt hatten. Die Crêpe waren sehr gut, aber leider etwas wenig. Wir radelten zurück zum Camping-Platz. Die Kinder fielen todmüde in die Betten.
25.06.2001 - 23. Tag
St. Malo
Als wir gegen 08.00 aufwachten begrüßte uns wieder einmal strahlender Sonnenschein. Es ist in der Früh bereits relativ warm und es gab keinen Nebel; es sollte ein sehr heißer Tag werden. Werner holte in der nächsten Ortschaft mit dem Fahrrad Baguette und Croissants, die wir anschließend im Freien verspeisten. Danach packten wir schnell unsere sieben Sachen zusammen, checkten aus und zogen Richtung Heimat ab. Schade, denn eigentlich hätten wir es hier noch eine Weile ausgehalten.
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| St. Malo |
Zunächst stoppten wir noch einmal an unserem Badestrand. Diesmal war Flut; kaum zu glauben, welch kläglicher Rest von dem rieseigen Strand übrig geblieben war. Werner leerte die Toilette an der Station aus und nachdem wir unsere Vorräte und den Tank aufgefüllt hatten, fuhren wir dann endgültig los Richtung St. Malo. An der Rance Mündung wollten wir eigentlich das Gezeitenkraftwerk besichtigen. Leider wurde das Besucherzentrum gerade renoviert und war deshalb geschlossen. Wir wurden jedoch mit eine schönen Blick auf die Altstadt von St. Malo entschädigt und fuhren anschließend weiter Richtung Innenstadt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich relativ einfach; lediglich eine wegen Schiffsdurchfahrt hochgeklappte Brücke bremste uns etwas ein. Vor der Stadtbesichtigung stärkten wir uns mit einer Brotzeit auf einer Bank vor der Stadtmauer.
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| St. Malo |
Inzwischen war es richtig heiß geworden und wir kamen mächtig ins Schwitzen. Wir fühlten uns zeitweise an die Adria versetzt und hätten nie gedacht, dass es hier im Norden so heiß werden kann. Bei der Umrunddung der Stadtmauer eröffneten sich tolle Ausblicke auf die Stadt und das umliegende Meer mit seinen Stränden und den zahlreichen kleinen vorgelagerten Inseln. Die Stadt selber erschien uns eher als ein großes Lokal; der Touristen-Trubel war entsprechend groß. Die Ebbe setzte gerade ein; bei jeder neuen Biegung sah man etwas mehr vom Land. Die Gezeiten bieten doch immer wieder ein beeinduckendes Schauspiel. Wir beobachteten wie ein Naturfreibad langsam aus dem Meer auftauchte. Bei einem Abstecher zur Kathedrale bekamen die Kinder ein Eis spendiert und wir schlenderten etwas an den Geschäften vorbei. Wieder bei der Stadtmauer entschlossen wir uns noch einmal zur Meerseite zu schauen. Inzwischen konnte man auf eine kleine Insel gehen. Werner genoss den Ausblick auf Meer, Strand und Stadt. Die Kinder streikten, da es ihnen zu heiß war. Sie bevorzugten das Treiben am Sprungturm des Naturfreibads zu beobachten.
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| Cancale |
Wir fuhren weiter nach Cancale, der Austern-Hauptstadt der Bretagne. Bei der Suche nach dem Stellplatz sahen wir viele nette Lokale und uns lief bereits das Wasser im Mund zusammen. Der Stellplatz lag unter einer Brücke mit relativ viel Verkehrslärm und war auch ansonsten nicht besonders ansprechend, was wir aber in Anbetracht des Essens in Kauf nahmen. Zu Fuß ging es Richtung Hafen. Zunächst beobachteten wir noch etwas die Austernparks und das Treiben der Fischer, die gerade frische Austern abtransportierten. Es war Ebbe und wir hatten einen fantastischen Blick. In einem Lokal genossen wir noch einmal hervorragende Meeresfrüchte (inklusive Seespinne).
Zurück am WoMo fielen wieder einmal alle todmüde in die Betten. Heute war der erste Tag, an dem es auch abends nicht abkühlte und es deshalb im WoMo etwas unangenehm war.
26.06.2001 - 24. Tag
Cancale
Nachdem es gestern so heiß war und die Kinder eine kleine Pause brauchten, beschlossen wir heute noch einmal zum Baden zu gehen. Gegen 07.30 weckte uns der Verkehrslärm; aufgrund des nicht gerade einladenden Stellplatz-Ambientes zogen wir noch vor dem Frühstück ab. Nach einigem Kreisen stach uns ein anderer Stellplatz mit herrlichem Blick auf die Stadt ins Auge; schade, dass wir diesen Platz nicht schon gestern entdeckt hatten. Wir packten die Stühle aus und aßen unser Müsli im Freien; es war heute wieder sehr warm.
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| Austernparks von Cancale |
Bei der Suche nach dem Frühstücksplatz haben wir durch Zufall das Austern-Museum entdeckt; leider gab es deutsche oder Englische Führungen erst am Nachmittag. Wir beschlossen in der Zwischenzeit zur Pointe du Grouin zu fahren und dort etwas an der Küste entlang zu laufen. Auf dem Weg sahen wir einen netten Campingplatz, auf dem wir heute Nacht übernachten wollten. Angekommen am Aussichtpunkt genossen wir die Ausblicke auf die Felsenküste und schlenderten etwas umher. An Wind geschützten Stellen war es sehr heiß und wir kamen mächtig ins Schwitzen. Eine keine Badebucht lud zum Rasten ein. Danach gingen wir zurück zum WoMo, um zum Huître-Museum zu fahren.
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| Austernstand |
Wir schlossen uns einer deutschen Reisegruppe and und kamen so in den Genuss einer verständlichen Führung. Zunächst gab es einen kurzen Diavortrag über Aufzucht und Hege der Austern. Anschließend wurde die "Fabrik" gezeigt, in der die Austern letztendlich versandfertig gemacht werden. Daneben gab es noch eine Ausstellung, in der Muscheln aus aller Herren Länder zu bestaunen waren.
Danach fuhren wir zum Campingplatz und gingen mit Sandelzeug und Strandmuschel bewaffnet zum Strand. Die komischen Blicke, die uns zugeworfen wurden, konnten wir zunächst nicht verstehen. Doch kurz drauf wussten wir warum: der Strand des Campingplatzes war felsig und nur bei vollständiger Ebbe gab es etwas Sand. Etwas frustriert marschierten wir (eigentlich wollten wir baden!) um eine kleine "Pointe" herum zum Hafen. Heureka! Dort gab es den ersehnten Sand. Die Kleinen toben und die Großen dösten in der streichelnden Sonne. Gegen Nachmittag zog kühler Nebel vom Meer herauf und die Temperaturen wurden wieder angenehmer.
Zurück am Campingplatz war die große Duschzeremonie angesagt. Carola kochte die klassischen Spaghetti, die wir anschließend im Freien verspeisten.
27.06.2001 - 25. Tag
Mont Saint Michel
Nach dem Frühstück zogen wir los; unser letzter Tag in der Bretagne brach an. Heute war nur frühmorgens blauer Himmel; später zogen dunkle Schauerwolken auf, von denen wir aber verschont blieben. Gegen Abend verzogen sich die Wolken wieder; die Temperaturen waren angenehm frisch.
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| Dol de Bretagne |
Die erste Station des Tages war ein Menhir südlich von Dol de Bretagne; er war ganz imposant: 5m hoch und steht wohl schon seid tausenden von Jahren hier. Weiter ging es in Richtung Mt. St-Michel. Als erstes wurden wir von einem riesigen Parkplatz voll mit Bussen empfangen, auf dem es nur so wimmelte. Wir drückten die 30 FF Parkgebühr ab und uns war klar, dass wir hier nicht Übernachten wollten. Anschließend ging es an die Besichtigung.
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| Mt. St-Michel |
Einen ersten Eindruck vermittelte uns die Grande Rue, in der es eine Unzahl von Hotels, Restaurants und Souvenirläden gab. Es war fast kein Durchkommen. Spätestens jetzt wurde uns klar, dass wir hier im französischen Neuschwanstein gelandet sind. Wir kletterten die Stufen hoch und machten uns an die Besichtigung der Abtei. Der Weg führte uns über eindrucksvoll ineinander gebaut Etagen und Säle hinauf zur Kirche, die sehr weihevoll ist. Es war gerade heilige Messe. Leider gab es erst um 14.30 Uhr eine deutschsprachige Führung, was uns zu spät war. Nach der Besichtigung des Klosters bummelten wir noch etwas durch die Läden und kauften einige Postkarten. Danach verließen wir diesen Tourismus-Tempel und fuhren weiter Richtung Fougères.
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| Fougères |
Mit etwas Glück stach uns gleich ein guter Parkplatz ins Auge. Ausgestattet mit einem Stadtplan, den wir uns im Office de Tourisme besorgt hatten, machten wir uns auf zum Stadtrundgang. Fougères ist ein nettes kleines Städtchen mit mittelalterlichen Häuschen und alten Kirchen. Den besten Blick auf die Burg hat man vom Jardin Public aus, einem schön angelegten Park. Wir schlendern zur Burg und anschließend ging es durch einen weiteren Park mit zahlreichen Skulpturen und Brunnen zurück zum WoMo. Um die Jahrhundertwende war Fougères das Zentrum der französischen Schuhherstellung; ein kleines Museum erinnert an diese Zeit. Bei der Burg fanden wir eine nette Crêperie, in der wir zu Abend aßen. Da es schon relativ spät war, entschlossen wir uns, auf den eigentlich angepeilten Camping Municipal zu verzichten und stattdessen auf einem Parkplatz unterhalb der Burg zu übernachten, auf dem bereits ein anderes WoMo stand.
28.06.2001 - 26. Tag
Fahrt nach Paris
Der Parkplatz unterhalb der Burg erwies sich als äußerst frequentiert, da in der Nähe der in-Treff des Städtchen zu sein schien. Viele junge Leute sind gekommen und wieder gefahren; teilweise war sogar ein Teil des Platzes zugeparkt und das andere WoMo musste (etwas widerwillig) rangieren. Nichtsdestotrotz haben wir bis 08.00 geschlafen. Werner holte Baguette und Croissants beim Bäcker um die Ecke, die wie dann im WoMo genüsslich verspeisten.
Anschließend ging es los in Richtung Paris. Bevor wir auf die Autobahn fuhren legten wir noch einen kurzen Tank- und Einkaufsstopp ein. Das Wetter war ein Traum: blauer Himmel und einige Wolken, nicht heiß; fast zu Schade zum Autofahren. Die Fahrt nach Paris gestaltete sich einfacher als gedacht. Kurz vor Paris fanden wir einen Wegweiser auf die Umfahrung in Richtung Reims-Metz, die auch durchgängig beschildert war. Ohne Probleme haben haben wir den Campingplatz Le Parc de la Colline gefunden; er war ein Tipp des älteren Ehepaares, das wir bei St. Tronoën getroffen hatten.
Der Campingplatz war auf den ersten Blick eine volle Enttäuschung; der uns zugewiesene Bereich war eher ein Acker und mit dem WoMo kaum befahrbar. Nach einigem Hin- und her fanden wir letztendlich doch einen einigermaßen ebenen Terrassenplatz. Trotzdem waren wir etwas enttäuscht: das Ambiente unseres letzten Übernachtungsplatzes hätte etwas ansprechender sein können. Nachdem wir uns nach der Verbindung nach Disney und Paris erkundigt hatten, beschlossen wir morgen mit dem WoMo nach Disney und übermorgen mit der Metro ins Zentrum zu fahren.
Zum Abendessen gab es Miracoli und wir aßen im Freien. Heute wollten wir alle etwas früher ins Bett, um für morgen fit zu sein.
29.06.2001 - 27. Tag
Disney
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Disney-Land |
Heute stand der Besuch von Disney-Land Paris auf der Tagesordnung; die Kinder waren schon ganz gespannt. Wir stellten planmäßig um 07.30 den Wecker; dann ging alles wie generalstabsmäßig vonstatten: im Eiltempo Anziehen, Müsli-Frühstück im Freien (geht schneller als Baguette!), rasch alles zusammenräumen und ab mit dem WoMo nach Disney.
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| Disney-Land |
Auf der Autobahn gab es keine Probleme. Punkt 09.00 waren wir auf dem Parkplatz; der Park öffnete um 10.00. Es waren bereits viele WoMos da; auch ein relativ neues Toilettenhäuschen mit Duschen gab es. Wenn wir dies früher gewusst hätten, dann hätten wir auf den Campingplatz verzichtet und uns eine Menge Geld und vor allem Zeit gespart. Wir beschlossen morgen hier zu Übernachten und von Disney aus die Metro nach Paris zu nehmen. Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt hatten, ging es ab in den Park. Es war wieder einmal strahlender Sonnenschein.
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| Disney-Land |
Der Park war gigantisch; die Kinder waren fasziniert und kamen voll auf ihre Kosten. Hier ist unsere ungefähre Route mit den wichtigsten Höhepunkten:
- Adventure-Land: die Fahrt mit den "Pirates of the Caribbean" erschreckte die Kinder etwas.
- Fantasy-Land: Entspannung bei einer Fahrt durch die Welt der Puppen: "It's a small world". Daneben boten jede Menge Karussells und Fahrgeschäfte für der Kinder den totalen Spaß.
- Tarzan-Show: die Kinder durften mitmachen. Anschließend Mittagspause mit Hamburger in einem Wild West Lokal mit live Musik.
- Frontier-Land: Eine Rundfahrt mit dem Mississippi Dampfer erfreute Jung und Alt.
- Discovery-Land: Wir fuhren mit Go Kart Autos; eigentlich furchtbar laut und stinkig, machte aber jede Menge Spaß.
- Parade der Disney-Figuren auf der Main Street. Wir bummelten etwas durch die Souvenirgeschäfte.
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| Disney-Land |
- Flugsimulator: Ein Flug durch den intergalaktischen Raum an Bord eines Raumschiffs aus Star Wars bescherte uns allen ein etwas flaues Gefühl im Magen.
- Fahrt mit der Eisenbahn zurück ins Adventure-Land.
- Ausklang im Fantasy-Land: Wir besuchten noch einmal die "Pirates of the Caribbean" und "It's a small world".
Als der Park gegen 20.00 Uhr schloss, waren wir voller Eindrücke und verließen den Park. Schade eigentlich, denn wir wären gerne noch etwas geblieben. Wir schlenderten zum WoMo und fuhren anschließend zurück zum Campingplatz. Die Kinder fielen ins Bett.
30.06.2001 - 28. Tag
Paris
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| Eifel-Turm |
Aus Versehen standen wir eine Stunde früher auf, ohne dass wir es zunächst merkten; ursprünglich hatten wir den Wecker auf 07:50 gestellt. Wie gestern rückten wir nach einem schnellen Frühstück gefechtsmäßig ab. Erst als an der Pforte noch alles ruhig war, fiel uns auf, dass wir früher als geplant dran waren. Wie geplant fuhren wir wieder zum Disney Parkplatz. Nachdem wir uns Tickets gekauft hatten, mit denen wir uns im U-Bahn Netz beliebig bewegen konnten, fuhren wir mit der RER in Richtung Innenstadt.
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| Notre-Dame |
Unsere erste Station war die U-Bahn Haltestelle Trocadero, von wo aus wir zur Besichtigung des Eiffel-Turms starteten. Die ersten beiden Etagen der gigantischen Stahlkonstruktion erklommen wir zu Fuß; zur Spitze konnte man nur mit dem Lift fahren. Von oben genießt man einen umfassenden Ausblick auf die Stadt. Leider gab es nicht die besten Fotos, da es vormittags etwas dichter bewölkt war. Zum Glück waren wir recht früh dran, so dass der Andrang noch zu ertragen war.
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| Sacré Cœur |
Als nächstes Ziel peilten wir die Besichtigung von Notre-Dame an. Unser Stadtrundgang führte uns an folgenden Sehenswürdigkeiten vorbei: Marsfeld, Invalidendom, Brücke Alexandre III, Champs-Elysées, Place de la Concorde, Jardin des Tuileries, Louvre und Cité. Die Kinder erwiesen sich wieder einmal als äußerst tapfere Läufer; wir hatten schon Schlimmes befürchtet, da sie nicht ausgeschlafen waren.
Zum Abschluss unseres Paris Besuchs fuhren wir mit der U-Bahn in Richtung Sacré Cœur. Die Kinder erhielten als Zwischenmotivation ein Eis. Wir saßen auf den Treppen und genossen den traumhaften Ausblick auf die Stadt. Inzwischen hatte es wieder strahlenden Sonnenschein. Es herrschte buntes Treiben: Straßenmusikanten, Artisten und Performance-Künstler waren unterwegs.
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| Montmartre |
Nachdem wir die Kirche besichtigt hatten, schlenderten wir noch ein wenig durch das Künstlerviertel Montmartre mit seinen netten Läden und Restaurants. Wir tranken einen Espresso und machten uns dann auf den Heimweg mit Metro und RER, da wir im Disney Village zum Urlaubsabschluss noch einmal zum Essen gehen wollten.
Angekommen entschieden wir uns nach einem kurzen Rundgang für Planet Hollywood, dem edel Hamburger-Lokal von Arnold Schwarzenegger. Wir hauten uns so richtig die Wampe voll bis wir pappen satt waren. Anschließend machten wir noch einen Verdauungsspaziergang um den See herum und bewunderten die gefällige Architektur der Hotels und der gesamten Anlage.
Zurück am WoMo fielen alle ein letztes mal in die Betten.
01.07.2001 - 29. Tag
Heimfahrt
Um nicht zu spät loszukommen, stellten wir für 07.00 den Wecker. Ein letztes mal gab es das inzwischen legendäre Müsli-Frühstück im WoMo. Nachdem wir noch den Tank aufgefüllt hatten, brachen wir gegen 08.00 endgültig in Richtung Heimat auf.
Wir folgten dem direkten Weg über die Autobahn: Paris, Metz, Saarbrücken. Um den Kindern etwas Auslauf zu gönnen, stoppten wir in Landau (Pfalz) und schlenderten etwas durch die Fußgängerzone. Leider war nicht allzu viel los. Über Karlsruhe und Stuttgart kamen wir schließlich nach 750 km gegen 18.00 wohlbehalten in Augsburg an.
Ein wunderschöner Urlaub ging zu Ende.
- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. Juli 2020 22:52
Tagebuch
27.07.2005 - 1. Tag - 68 km
Vorbereitung
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| WoMo zum Einladen bereit |
Die letzten Tage in der Arbeit waren einigermaßen ruhig. Auch die Urlaubsvertretung war organisiert, so dass einem entspannten Ferienbeginn eigentlich nichts im Wege stand. Nur Franziska sorgte für eine leicht angespannte Stimmung, denn sie hatte sich eine Sommergrippe eingefangen und fieberte seit Anfang der Woche.
Werner fuhr mit Opa zum Abholen des WoMo zur DRM-Übergabestation nach München. Die Übergabe klappte reibungslos. Das Fahrzeug war wie versprochen Baujahr 2005 und gut ausgestattet (großes Dachfenster, zusätzliche Kippfenster im Alkoven, Automatik-Kühlschrank, Sog-Entlüftung, ...). Innen hätte es allerdings etwas sauberer sein können. Zum Leidwesen der Kinder hatte der Autoradio nur ein CD-Laufwerk, so dass die innig geliebten Benjamin-Blümchen Kassetten zu Hause bleiben mussten.
Kurz nach 12:00 Uhr stand das WoMo bereits vor der Haustüre. Danach war Einladen angesagt. Da wir alles gut vorbereitet hatten, kam kein großer Stress auf. Es war sonnig und sehr heiß, so dass wir richtig ins Schwitzen kamen. Alles verlief nach Plan. Nur Franziskas Fieber wollte nicht besser werden. Wir beschlossen morgen noch einmal zum Arzt zu gehen.
28.07.2005 - 2. Tag - 0 km
Vorbereitung
Der Arzt verordnete Franziska Antibiotika, aber das Fieber hielt sich dennoch hartnäckig.
Mit dem Einpacken kamen wir zügig voran. Wir beschlossen jedoch nicht, wie ursprünglich geplant, bereits morgen unmittelbar nach der Schule loszufahren, sondern erst am Samstag in der Früh.
Hoffentlich geht alles gut, schließlich standen fast 2 Jahre Planung auf dem Spiel. Leichte Krisenstimmung machte sich breit.
29.07.2005 - 3. Tag - 0 km
Vorbereitung
Franziska hatte immer noch Fieber. Carola ging mit ihr noch einmal zum Arzt. Das Blutbild zeigte zum Glück keine Auffälligkeiten, so dass wir beschlossen, dennoch morgen in der Früh zu fahren.
Felix kam gegen 10 Uhr von der Schule nach Hause. Er brachte auch Franziskas Zeugnis mit. Sie war etwas traurig, dass sie am letzten Schultag in der 4. Klasse nicht mit dabei sein konnte.
Wir räumten noch einige Kleinigkeiten ins WoMo. Die extreme Hitze machte uns zu schaffen. Wenn wir jetzt losgefahren wären, hätten wir sicherlich keine angenehme Nacht gehabt.
Am Abend ging es dann Franziska endlich besser und wir konnten aufatmen.
30.07.2005 - 4. Tag - 645 km
Anfahrt / Speyer
Um 05:00 Uhr ging der Wecker. Ein kurzer Griff an Franziskas Stirn ergab: kühl!! Also schnell die letzten Dinge und die Betten ins WoMo gepackt und ab ging es. Zur Sicherheit holten wir noch eine Flasche Hustensaft aus der Apotheke. Kurz vor der Autobahn bemerkten wir zum Glück, dass Carolas ärmellose Jacke fehlte. Folglich drehten wir noch einmal um. Gegen 07:10 Uhr waren wir endgültig auf der Piste in Richtung Norden.
Unsere Route führte uns zunächst auf der A8 bis nach Karlsruhe, dann über A5, A6, A61 weiter nach Norden. Obwohl Ferienbeginn und damit großes Stauwochenende war, kamen wir zügig voran. Unterwegs gab es einige unbedeutende Schauer, doch nach und nach stabilisierte sich das Wetter und die Sonne kam heraus. Zum Glück war es nicht mehr so heiß wie gestern.
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| Dom zu Speyer |
Spontan entschlossen wir uns zu einem kurzen Zwischenstopp in Speyer, um uns den berühmten Kaiserdom anzuschauen. Sogleich fanden wir an der Festwiese einen schönen und schattigen Parkplatz (1€ für 2h). Der imposante Dom ist wirklich sehenswert (der Dom zu Augsburg kann aber auch mithalten). Nach der Besichtigung stärkten wir uns mit einem Döner in der netten Fußgängerzone und machten noch einen kurzen Abstecher zum Rhein, um uns die Frachtschiffe anzuschauen. Gegen 13:00 Uhr ging es weiter auf der A61 nach Norden.
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| Brüggen |
Nachdem wir kurz vor Köln eine falschen Abzweigung erwischt hatten und deshalb eine kleine Ehrenrunde drehen mussten, erreichten wir gegen 17:30 Uhr Brüggen, unser heutiges Etappenziel. Den im Promobil Stellplatzatlas beschriebenen Platz fanden wir irgendwie nicht und parkten deshalb bei der alten Mühle. Der offizielle Stellplatz, den wir beim späteren Spaziergang entdeckten, wäre übrigens eh voll gewesen wären und auch nicht besonders reizvoll gelegen. Einziger Nachteil des Platzes an der Mühle war ein Schild "WoMo nur von 09-21 Uhr". Wir beschlossen, es zu ignorieren.
Da wir zu müde zum Kochen waren, kehrten wir bei einer holländischen Frittenbude ein. Zur besseren Verdauung schlenderten wir anschließend noch etwas durch das hübsche Örtchen und genossen die abendliche Stimmung im kleinen Park bei der Burg.
31.07.2005 - 5. Tag - 263 km
Anfahrt / Marken / Volendam
Wir schliefen tief und fest. Auch die Polizei störte uns nicht. Die Temperaturen waren im Vergleich zu den Tagen zuvor angenehm kühl. Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung gewesen, nicht mehr am Freitag Nachmittag loszufahren.
Da wir zeitig in Amsterdam sein wollten, klingelte bereits um 06:30 der Handy-Wecker. Danach machten wir uns sogleich auf den Weg. Wir fuhren zunächst über Land in Richtung Roermond. Uns gefielen die vielen kleinen hübschen Örtchen. Hinter der Grenze wurde die Landschaft langsam trister und auch der Himmel zog sich immer mehr zu. Hinter Eindhoven war an einem Autobahnparkplatz Frühstückspause angesagt. Es fing an zu tröpfeln. Na ja, eigentlich hatten wir für heute eine Radtour am IJsselmeer geplant.
Nach Amsterdam war es nicht mehr weit. Zum Glück war Sonntag und somit so gut wie kein Verkehr. Rechts und links neben der 6-spurigen Autobahn gab es fast durchgehend Industrie und Bürokomplexe. Der Regen wurde immer stärker und es gab ordentliche Schauer.
Kurz nach 10 Uhr erreichten wir Amsterdam. Zum Glück hatte Werner die Web-Seite des Gaasper Camping noch einmal besucht. Hier gab es ausführliche Informationen zur geänderten Anfahrt aufgrund der Bauarbeiten auf der A9. Ohne diese Hinweise hätten wir uns wohl schwer getan, den Platz auf Anhieb zu finden. Der Campingplatz machte einen sehr guten Eindruck (Kostenpunkt für uns vier, inkl. Strom 26,25€ pro Nacht). Wir bekamen einen Platz zugewiesen und besetzten ihn mit unserem Camping-Tisch (zum Glück aus Plastik und somit regenresistent).
Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir mit dem WoMo nach Marken. Gegen 11:30 Uhr standen wir auf dem Parkplatz (Gebühr 5,90€). Es regnete noch leicht und wir beschlossen, uns zuerst ein kleines Mittagessen zu kochen: Suppe mit Brätstrudel. Danach schlenderten wir durch den netten kleinen Ort mit seinen dekorativen grünen Holzhäusern, schmucken Gärten und dem Hafen.
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| grüne Holzhäuser in Marken | kleine Grachten und Zugbrücke |
Leider kam das Ganze im Regen nicht voll zur Geltung. Bemerkenswert waren auch die kleinen Kanäle und ihre hölzernen Zugbrücken, die nach den Mitgliedern der Königsfamilie benannt waren. Am Ortseingang wurden in einem Clog-Shop unzählige Exemplare dieses typischen holländischen Kitsch-Souvenirs feilgeboten. Im hinteren Teil gab es eine kleine Ausstellung, wo die verschiedenen Arbeitsschritte zur Herstellung der Holzschuhe erklärt wurden.
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| holländische Clogs | verschiedene Stadien der Herstellung |
Die nächste Station des heutigen Tages war das nahegelegene Örtchen Volendam. Wir stellten das WoMo problemlos am kostenlosen Busparkplatz ab. Danach spazierten wir zum Hafen, wo uns der volle Touristen-Rummel empfing. Als Höhepunkt konnte man sich in voller Holländertracht (inkl. Käselaib!) ablichten lassen. Wir verzichteten dankend auf diese Kitschaktion. Trotzdem hatte der Ort mit seinen farbenfrohen Geschäften, den zahlreichen kleinen Cafes und Restaurants einen gewissen Charme.
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| Volendam | Souvenirs |
Der Regen hörte auf und gelegentlich spitzelten sogar einige Sonnenstrahlen durch die Wolken. Wir verspeisten leckere Poffertjes (holländische Minipfannkuchen) mit Puderzucker. Gegen 17:00 Uhr machten wir uns mit dem WoMo auf den Rückweg nach Amsterdam.
Zurück am Campingplatz kochte Carola ein Würstelgulasch zum Abendessen, das wir im WoMo verspeisten, da es bei 15°C zum draußen Sitzen zu kalt war. Der Temperaturunterschied zu vorgestern betrug immerhin 20°C! Anschließend richteten wir unsere Sachen für morgen her und machten es uns im WoMo gemütlich.
01.08.2005 - 6. Tag - 0 km
Amsterdam
Um 07:00 Uhr riss uns der Wecker aus den süßen Träumen. Das Wetter hatte sich in der Nacht weiter stabilisiert und es herrschten ideale Voraussetzungen für eine Stadtbesichtigung. Nachdem wir uns mit einem Müsli-Frühstück gestärkt hatten, machten wir uns gegen 08:15 Uhr auf den Weg zur Metrostation, die nur ca. 500 m vom Campingplatz entfernt war. Die Tickets hatten wir uns bereits gestern an der Rezeption besorgt (Erwachsene 4,50€, Kinder 4,20€). In 20 Minuten brachte uns die Metro zur Centraal Station.
Da die Boote der Grachtenrundfahrten noch nicht fuhren, brachen wir zunächst zu einem ersten Stadtrundgang auf. Vorbei an den Schaufenstern und Hotels der geschäftigen Damrak spazierten wir zum Dam, dem traditionellen Marktplatz von Amsterdam. Erhaben dominiert das monumentale Koninklijk Paleis den pulsierenden Platz. Ganz konträr wirkte dagegen der beschauliche Begijnnhof. Hier wurde bereits im 14 Jh. Altenpflege betreiben. Der schwimmende Blumenmarkt entlang der Singel bot Blumen und Zwiebeln aller Art feil.
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| Dam - Koninklijk Paleis | Begijnnhof |
Als nächstes stand ein Spaziergang entlang der endlosen Grachten auf dem Programm. Die steinernen Bögen von sieben Brücken überspannen die Reguliersgracht, die bekannteste aller Grachten. Unmittelbar dahinter beginnt die Kolonie der Hausboote, die einen recht pittoresken Anblick birtet. Die Ausstattung dieser schwimmenden Unterkünfte hatte eine Spannbreite von edel bis vollkommen verlottert. Entlang der Prinsengracht schlenderten wir in Richtung Amstel. Die Magere Brug, die berühmteste aller 1300 Amsterdamer Brücken ist aus Holz und wird alle 20 Minuten für durchfahrende Schiffe geöffnet. Nicht weniger sehenswert ist kurz dahinter die Blauwe Brug.
Das Wetter zeigte sich mehr oder weniger bewölkt und die Sonnenstrahlen sorgten für angenehme Temperaturen.
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| Reguliersgracht | Amstel - Magere Brug |
Diamanten gehören zu den traditionellen Wirtschaftsfaktoren von Amsterdam, weshalb ein Besuch in einer Diamantenschleiferei nicht fehlen durfte. Wir entschieden uns für Gassan Diamonds in der Nieuwe Uilenburgstraat 173. Der Eintritt war frei und es gab sogar kostenlose Erfrischungsgetränke. Man konnte beim Diamantenschleifen zuschauen und bekam die verschiedenen Schliffe ausführlich erklärt. Als Beispiele wurden Diamanten im Wert von bis zu 18.000€ pro Stück gezeigt.
Anschließend spazierten wir über den Nieuwmarkt und Zeedijk zurück zum Hauptbahnhof. Werner lief beim Anblick der zahlreichen Asia-Restaurants bereits das Wasser im Mund zusammen. Zunächst gab es zur Stärkung ordinäre, aber trotzdem hervorragende holländische Fritten in der Damrak (Kostenpunkt 3€).
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| Grachtenrundfahrt | Hausboote |
Frisch gestärkt stand nun einer Grachtenrundfahrt nichts mehr im Weg (Erwachsene 6€, Kinder 3,75€). Sie führte uns zunächst durch den Hafen und dann durch die diversen Grachten der Altstadt. Alle Erklärungen gab es auch in Deutsch. Prachtvoll präsentierten sich die zahlreichen Patrizierhäuser, in denen im 17. und 18. Jh. Reeder und Kapitäne logierten. Die Giebel und Skulpturen erzählen Anekdoten aus dem goldenen Zeitalter. Nach einer guten Stunde waren wir zurück am Hauptbahnhof. Fazit: sehr lohnend.
Nach der Bootsfahrt brachen wir zu einem zweiten Stadtrundgang auf. Die Sonne traute sich immer mehr heraus und es herrschte tolles Fotolicht. Die Nieuwe Kerk kostete leider 8€ Eintritt, weshalb wir auf eine Besichtigung verzichteten. Als nächstes steuerten wir die Westerkerk an, das Wahrzeichen von Amsterdam. Leider war eine Turmbesteigung ebenfalls unverhältnismäßig teuer (5€ pro Person, auch für Kinder!). Wir schlenderten weiter entlang der Prinsengracht zum Hausbootmuseum, das bedauerlicherweise montags geschlossen hatte.
Die Füße wurden langsam müde und wir machten uns deshalb auf den Rückweg, auf dem wir auch kurz den Rotlichtbezirk mit seinen Damen in den Schaufenstern streiften. Vor den Coffee-Shops saßen bekiffte Typen mit ihrem silbernen Blicken. Nicht gerade die beste Gegend für die Kids.
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| Coffeeshop | Souvenirs |
Nach und nach machte sich auch der Hunger bemerkbar und wir steuerten das Chinesen-Viertel an, das wir bereits am Nachmittag erkundet hatten. Nach einigem Suchen entschieden wir uns für das Chinees Eethuis "Wing Kee". Das Essen war sehr lecker und der Preis war auch ok (zumal sich der Ober um 10€ verrechnet hatte). Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz, wo wir gegen 19:00 Uhr eintrafen.
Abschließend kann man sagen, dass Amsterdam eine absolut sehenswerte Stadt mit viel Charme und Atmosphäre ist. Unzählige alte, schiefe und verwinkelte Häuschen entlag der Grachten und die romantischen, teilweise heruntergekommenen Hausboote sorgen für eine reizvolle Stimmung. Ansonsten gab es jede Menge pulsierendes Leben. Man spürte so richtig die Freizügigkeit dieser Stadt.
02.08.2005 - 7. Tag - 63 km
Bloemendaal aan Zee / IJmuiden
Als um 07:00 Uhr der Wecker ging, begrüßte uns strahlender Sonnenschein. In der Nacht war es relativ frisch gewesen. Spannung lag in der Luft, denn heute Abend ging es auf die Fähre. Nach dem Frühstück packten wir zügig unsere Sachen zusammen und entsorgten das WoMo. Gegen 08:30 Uhr fuhren wir ab. Bezahlt hatten wir bereits am Vortag.
Unser Plan war, das schöne Wetter für einen Ausflug ans Meer zu nutzen. Damit wir am Nachmittag nicht mehr allzu weit zum Fähranleger haben würden, steuerten wir der Nordseestrand in der Nähe von IJmuiden an.
Der Verkehr um Amsterdam herum war gar nicht so schlimm wie zunächst angenommen. Wir fuhren in Richtung Haarlem / Zandvoort und dann auf der unmittelbar hinter den Dünen gelegenen Küstenstraße am Meer entlang in Richtung Norden. Kurz vor Blomendaal aan Zee parkten wir auf einem der zahlreichen Parkplätze (Gebühr 6€ für 5 Stunden; natürlich Übernachten verboten).
Nachdem wir die Räder abmontiert hatten, radelten wir in Richtung Nationaal Park Zuid-Kennemerland. Die Dünenlandschaft präsentierte sich schön im Sonnenschein. Sie war allerdings auch nicht so umwerfend, wenn man z.B. schon in Sylt war. Am Ende des Radwegs stellten wir die Räder ab und spazierten zum Strand hinunter. Das Wetter war traumhaft. Die Sonne streichelte sanft und der leichte Wind sorgte für eine angenehme Kühle. In der Ferne konnten wir die vielen großen Schiffe mit Ziel IJmiuden beobachten. Nach einer guten Stunde machten wir uns auf den Rückweg. Zurück am WoMo radelten wir noch ein Stück in Richtung Zandvoort. Die bekannte Formel 1 Rennstrecke lud zu einem kurzen Stopp ein. Von außen gab es allerdings nicht viel zu sehen.
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| Strand von IJmuiden | Zandvoort |
Inzwischen herrschte am Strand und entlang der Promenade reges Treiben. Die bunten Windschutzzäume der verschiedenen Strandabschnitte sorgten für farbenfrohe Bilder und erinnerten etwas an italienische Verhältnisse. Eigentlich wollten wir mittags noch einmal richtig kochen, um für die Fährfahrt gerüstet zu sein. Aber das Wetter war einfach zu schön. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für ein Lokal am Strand. Leider bemerkten wir zu spät, dass das Essen kalt (=koude!) war. Geschmeckt hätten die Nudeln mit Putenfleisch gar nicht schlecht, wenn sie nur warm gewesen wären. Naja, billig war es auch gerade nicht (22€). Wir radelten zurück zum WoMo. Werner lud die Räder auf und Carola räumte die Sachen für die Fähre zusammen. Die Kinder vergnügten sich im Sand. Gegen 15:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Fähranleger, den wir nach ca. 30 Minuten Fahrt erreichten.
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| Queen of Scandinavia | Hafen von IJmuiden |
Die "Queen of Scandinavia" der Reederei DFDS Seaways stand schon am Kai. Die Fähre war kleiner als die nach Norwegen. Es gab auch weniger LKWs. Der Check-in lief bereits und nach kurzer Wartezeit bekamen wir unsere Bordkarte. Bald darauf begann auch schon das Boarding und wir fuhren als eine der Ersten auf das Schiff. Zunächst verstauten wir das Gepäck in der Kabine auf Deck 2, das komplett unter Wasser lag. Die Kabine machte auf den ersten Blick gar keinen so schlechten Eindruck. Es gab zwar kein Fenster und sie war auch ziemlich eng, hatte aber ein eigenes Bad mit Dusche und war gut klimatisiert.
Wir machten uns auf den Weg zum Sonnendeck (Deck 11) und genossen die wohltuenden Sonnenstrahlen bis zur Abfahrt. Von oben hatte man eine prächtige Aussicht auf die riesigen Seeschleusen, die Industrieanlagen, sowie den Strand, wo wir heute am Vormittag gewesen waren. Mit 20 Minuten Verspätung legte die Fähre ab. Kurz danach verspeisten wir unsere mitgebrachte Brotzeit in der Abendsonne. Die See war absolut ruhig. Die Erlebnisse der Norwegenüberfahrt noch im Hinterkopf warf Carola zur Sicherheit trotzdem eine Tablette ein. Wir saßen noch eine geraume Weile auf dem Deck, bis es uns schließlich zu frisch wurde.
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| Auf dem Sonnendeck | Sonnenuntergang auf See |
Danach stand ein Rundgang durch das Schiff auf dem Programm. Im Shop erstanden wir eine Tüte Chips und eine Tafel Schokolade. Es gab sogar einen kleinen Swimmingpool und eine Sauna. Um 22:00 Uhr schauten wir uns eine Show an. Die Kinder waren begeistert. Zum erstenmal durften sie sich einen alkoholfreien Drink bestellen. Die Preise waren relativ zivil.
Anschließend machten wir uns auf den Weg in die Kabine und fielen todmüde in die Betten.
03.08.2005 - 8. Tag - 170 km
Hadrian's Wall
Die Nacht verlief ruhig. Um 07:00 Uhr MEST, d.h. 06:00 englische Zeit, weckte uns eine freundliche Stimme aus dem Lautsprecher, die lautstark die Vorzüge des Frühstücksbuffets anpries. Etwas verschlafen schwangen wir uns auf und räumten unsere Sachen zusammen. Danach gab's Frühstück, allerdings nicht vom Buffet, sondern von der Sportsbar. Das Angebot war nicht gerade üppig und auch nicht besonders billig (10€).
Als wir an Deck schauten, war England schon in Sicht und die Sonne spitzelte zwischen einigen Wolken durch. Die Fähre fuhr schnurstracks auf Newcastle upon Tyne zu. Wir beobachteten die Hafeneinfahrt vom Bug des Schiffes aus. Nachdem das Schiff am Kai festgemacht hatte, gingen wir zum WoMo, wo wir relativ lange warten mussten, bis wir die Fähre verlassen durften. Danach war Linksverkehr angesagt! Überraschenderweise bereitete dies uns gar nicht so viel Schwierigkeiten. Zum Glück hatten wir zuhause die Route aus der Stadt heraus ziemlich gut vorbereit: über A19 / A1058 / A167 / A69 verließen wir die Stadt in Richtung Hexham. Die Beschilderung war sehr gut.
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| Anfahrt auf Newcastle | Chester Fort |
Das erste Ziel des heutigen Tages war das Chester Fort in der Nähe von Chollerford. Das Fort gehört zu einer Reihe von Überresten des römischen Reichs entlang des Hadrian's Walls. Die sehenswerten Ausgrabungen luden zu einer Besichtigung ein (Erw. 3,60 £, Kinder 1,80 £). Besonders beeindruckend war die ausgefeilte Technik des Badehauses am kleinen romantischen Flüsschen Tyne. Auch die Landschaft war mit ihren saftig grünen Wiesen und den leichten Hügeln recht gefällig. Ein Schauer trieb uns in das ebenfalls interessante Museum.
Beim Aussichtspunkt Brocolitia war Mittagspause angesagt. Es gab Buchstabensuppe und Brotzeit. Den Spaziergang zum Tempel schenkten wir uns. Wir fuhren weiter auf der B6318, die entlang des Hadrian Walls führte. Immer wieder waren neben der Straße Überreste zu sehen. Als nächstes stoppten wir beim Housesteads Fort. Da noch einmal satt Eintritt fällig war (siehe oben) und es gerade schauerte, zogen wir wieder ab und steuerten den Wanderparkplatz Steel Rigg an (Kostenpunkt 1 £ für 2 Stunden). Wir wanderten fast 2 Stunden entlang des Walls, der sich in Form einer etwas über einen Meter hohen Steinmauer unbeeindruckt von der Geländeform durch die Landschaft zieht. Die Ausblicke waren beeindruckend und dabei waren wir gar noch nicht in den Highlands. Glücklicherweise erwischte uns unterwegs kein Schauer. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir weiter über die B6318 / A69 / M6 in Richtung Gretna.
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| Hadrian's Wall bei Steel Rigg | Old Blacksmith - Gretna Green |
Wir steuerten die alte Schmiede in Gretna Green an, wo es eigentlich nicht viel zu sehen gab. Die zahlreichen Geschäfte hatten schon geschlossen, so dass wir nach einem kurzen Fotoshooting unter dem Hufeisen wieder abzogen. Auf dem Parkplatz kann man gut übernachten (siehe Bericht 22.08.), aber hierfür war es uns noch zu früh.
Weiter ging die Fahrt auf der A75 / B725 in Richtung Bankend. Die relativ kleine Straße führte durch eine ganz ansprechende Landschaft. Außer uns war so gut wie niemand unterwegs. An dieses Gefühl würden wir uns wohl gewöhnen müssen. Letztes Ziel des Tages war das Caerlaverock Castle, das wir gegen 18:00 Uhr erreichten. Die Kasse hatte bereits geschlossen, der Park war jedoch noch geöffnet. Das von einem romantischen Wassergraben umgebene Schloss präsentierte sich sehr photogen in der Abendsonne. Wir umrundeten das Schloss und genossen die tolle Stimmung. Den "nature trail" schenkten wir uns, da es inzwischen doch schon relativ spät war.
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| Caerlaverock Castle | Stellplatz in Glencaple |
Letztes Ziel des Tages war Glencaple, wo wir den im WoMo-Führer beschriebenen Stellplatz gegenüber dem Nith-Hotel sofort fanden. Wir stellten uns ans Ende der Peer und genossen die schöne Aussicht auf das kleine Flüsschen Nith, das sich in der tief stehenden Sonne von seiner schönsten Seite zeigte. Carola kochte Spaghetti. Nach dem Essen fielen alle Mann relativ schnell in die Betten.
04.08.2005 - 9. Tag - 229 km
New Lanark / Loch Lomond
Noch nicht ganz an die Zeitumstellung gewöhnt, wurden die Kinder heute etwas früher wach. Leider klopften Regentropfen auf das Dach des WoMo und auch ein Blick nach draußen verhieß nichts Gutes: grauer Himmel soweit das Auge reichte. Inzwischen saßen die Frühstückshandgriffe ganz gut, so dass wir bereits kurz nach 08:00 Uhr abrücken konnten.
Zunächst war Einkaufen im Spar in Dumfries angesagt, da unsere Vorräte an Brot und Frischem zur Neige gingen. Schnell wurde uns klar, dass es mit dem Wetter heute wohl nichts mehr werden würde. Also griff Plan B und wir steuerten New Lanark an. Wir wählten die direkte Route über A701 / M74 / A73.
Gegen 10:00 Uhr stellten wir das WoMo auf dem oberen Parkplatz ab, der sich bestens auch als ruhiger Übernachtungsplatz eignen würde. Vom Weg aus hatte man eine schöne Aussicht auf die verschiedenen Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei. Nachdem wir uns um 16,95 £ ein Familienticket geleistet hatten, ließen wir uns von der 12 jährigen Annie McLeod, einem Mädchen, das um 1820 in New Lanark lebte, durch die weitläufige Anlage führen. Als erstes gingen wir im Millenium Experience auf eine Zeitreise und bekamen aus Sicht der Zukunft erklärt, warum New Lanark zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Es war schon sehr beeindruckend, wie sich Robert Owen bereits vor 200 Jahren für soziale Gerechtigkeit eingesetzt und trotzdem eine profitable Fabrik betrieben hat. Eines der Highlights war eine alte Spinnmaschine, die heute noch genauso funktionierte wie damals. Darüber hinaus konnten wir die Schule, die Wohnung einer Arbeiterfamilie, das Haus von Robert Owen und den Dorfladen besichtigen. Zwischendurch machten wir noch einen Abstecher zu den nahegelegenen Wasserfällen des River Clyde. Unterwegs wurden wir immer wieder von einem kurzen Schauer beglückt. Fazit: Für einen Regentag ein absolut lohnenswerter Abstecher (trotz des relativ hohen Eintritts). Bevor wir weiterfuhren verspeisten wir noch die heute morgen gekauften Semmeln vom Typ extra weich. Alle bis auf Carola konnten sich damit anfreunden.
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| New Lanark | Haus von Robert Owen |
Weiter ging die Fahrt in Richtung Norden. Als nächstes Stand die Durchquerung von Glasgow auf dem Programm, denn unser Ziel war das Loch Lomond. Das Wetter war katastrophal. Dank des Michelin-Atlas und Carolas Navigationskünsten fanden wir mühelos die Abkürzung über Drymen und parkten das WoMo schließlich auf dem Parkplatz des Nationalpark Visitor Centre in Balmaha, wo wir uns nach Wandermöglichkeiten und den Wetteraussichten für die nächsten Tage erkundigten. Zum Glück war die Prognose für das Wochenende ganz positiv. Ausgerüstet mit K-Way und Regenhosen spazierten wir ein Stück entlang des Sees nach Norden. Hier verläuft auch der berühmte West Highland Trail, weshalb uns auch einige schwer beladene Wanderer begegneten. Wir waren froh, dass wir nicht bei dieser Nässe im Zelt übernachten mussten.
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| Loch Lomond | Stellpaltz Arrochar |
Wir fuhren zunächst zurück nach Drymen und dann weiter auf de A811 nach Balloch. Anschließend gings auf der A 82 am Westufer des Loch Lomond nach Norden. Da das Wetter eh schlecht war, ließen wir Luss links (genauer gesagt rechts) liegen. An einem Rastplatz am See entsorgten wir das WoMo an einem öffentlichen Toiletten-Häuschen. Inzwischen war es schon relativ spät geworden und wir hatten keine Lust mehr auf Fahren, weshalb wir den im WoMo-Führer beschriebenen Stellplatz in Arrochar ansteuerten. Es standen bereits einige WoMos (hauptsächlich Italiener) und wilde Zelte da. Der Platz lag zwar etwas laut an der Straße, bot aber einen schönen Ausblick auf das Loch Long (diesmal kein See, sondern Fjord, d.h. mit Anschluss zum Meer).
Carola kochte Maultaschen und wir fielen nach dem Essen bald in die Betten.
05.08.2005 - 10. Tag - 130 km
Glencoe
Trotz der nahen Straße verlief die Nacht erstaunlich ruhig. Erst der Sicherheitswecker um 07:30 Uhr ließ uns munter werden. Gestärkt durch ein klassisches Müsli-Frühstück waren wir nach einer Stunde marschbereit. Das Wetter war zwar ein Hauch besser als gestern, lud aber nicht gerade zu einer Wanderung ein. Immer wieder gab es leichte Schauer.
Wir fuhren zunächst zurück zum Loch Lomond und dann am Westufer auf der A82 weiter in Richtung Norden. Unser Ziel war das geschichtsträchtige Tal Glencoe. Die Straßen wurden langsam enger und die Berge höher. Keine Frage, wir waren auf dem Weg in die Highlands. Die Landschaft war saftig grün und wirkte unheimlich, wozu sicherlich auch die schwarzen Wolken beitrugen. Zu Beginn gab es sogar einige blaue Flecken am Himmel. Als wir uns jedoch dem Pass näherten, zog es wieder zu und begann zu tröpfeln. Oben angekommen war alles grau in grau. Nichtsdestoweniger wirkte die Landschaft gewaltig und beeindruckend. Eigentlich wollten wir unterwegs noch einen Supermarkt ansteuern, um unsere Vorräte zu ergänzen. Aber die Landschaft war recht einsam und es war kein geeigneter Laden zu entdecken.
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| Lost Valley | Glencoe Paßhöhe |
Trotz der nicht gerade idealen Bedingungen beschlossen wir, eine Wanderung zu machen. Also packten wir die Rucksäcke zusammen und kramten die Gamaschen heraus. Letztere gehören zur Standardausrüstung eines Schottlandwanderers. Unser Ziel war das "Lost Valley" (siehe Rother-Wanderführer Tour #16). Der schön angelegte Weg führte durch saftig grüne Farne nach oben. An einer Stelle verpassten wir die Überquerung des Flusses und kletterten ein steiles Geröllfeld hoch. Zum Glück entdeckte Felix noch rechtzeitig Wanderer auf der anderen Seite und wir drehten um. Es war allerdings gar nicht so einfach, eine geeignete Stelle zur Überquerung des aufgrund der jüngsten Regenfälle etwas angeschwollenen Baches zu finden. Aber wir schafften es letztendlich doch, ohne nasse Füße auf die andere Seite zu kommen. Nach einem kurzen weiteren Aufstieg erreichten wir schließlich das "Lost Valley", eine relativ große Talsohle umgeben von fast senkrechten Wänden. Wir überquerten noch einmal den Fluss, was sich auch diesmal als schwierig herausstellte. Nach einer kurzen Brotzeit stiegen wir noch ein Stück bergan und ließen die gewaltige Stimmung des Tales auf uns wirken. Unser eigentliches Ziel, den Bidean nam Buan (1150m), konnten wir nicht erreichen, da das Geröllfeld sehr steil ist (ein entgegenkommender Wanderer hatte uns gewarnt) und der Gipfel sowieso in Wolken gewesen wäre. Also drehten wir um und machten uns auf den Rückweg zum WoMo, wo wir gegen 15:00 Uhr ankamen. Inzwischen tauchten einige blaue Flecken am Himmel auf und wir konnten vom Parkplatz aus stimmungsvolle Bilder schießen.
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| Lost Valley | Glencoe Paßhöhe |
Unser nächstes Ziel war Fort William, ein geschäftiges Touristenzentrum mit zahlreichen Geschäften und Cafés. Die Sonne kam immer mehr hervor und lies die diversen Lochs, an denen wir vorbei fuhren, in einem schönen Licht erstrahlen. Im Ort steuerten wir als erstes einen Supermarkt an, da unser Bestand an Brot und Frischem zur Neige ging. Die Preise waren gar nicht so hoch wie erwartet (zumindest im Vergleich zu Norwegen). Als nächstes brauchten frisches Wasser, denn wir lechzten nach einer Dusche. Leider gestaltete sich die Suche als gar nicht so einfach. Einige Tankstellen und ein Campingplatz haben uns abgewiesen. An einer BP-Tankstelle durften wir schließlich entsorgen und das Wasser auffüllen, allerdings mussten wir 5 £ für die Getränkekasse spenden. Nicht gerade ein christlicher Preis (zumal wir auch getankt haben). Egal, eine angenehme Dusche war uns wichtiger.
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| Glencoe Paßhöhe | Blick auf Ben Nevis |
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Neptun's Staircase fuhren wir zum Parkplatz der Nevis Range (siehe WoMo-Führer), um dort zu übernachten. Zum Abendessen gab es Würstelgulasch mit Reis. Nachdem alle Mann geduscht hatten, beendeten wir in aller Ruhe den Tag.
06.08.2005 - 11. Tag - 27 km
Ben Nevis
Die Nacht verlief ruhig. Nur Carola berichtete, dass irgendwelche Halbstarke Autorennen auf dem Parkplatz veranstaltet haben sollen. Der Rest der Familie hat jedenfalls tief geschlafen bis um 06:30 Uhr der Handy-Wecker ging. Heute wollten wir früh los, denn auf dem Programm stand die Besteigung des höchsten Bergs Großbritanniens, des Ben Nevis. In der Nacht hatte es erneut geregnet und auch am Morgen gab es noch einige Wolken. Dazwischen zeigten sich jedoch auch einige blaue Flecken, was wollten wir mehr.
Gegen 08:00 Uhr rückten wir ab und fuhren zum Wanderparkplatz beim Visitor Center im Glen Nevis. Auf dem Platz war Übernachten verboten, was jedoch einige WoMos geflissentlich übersehen hatten. Zügig packten wir die Rucksäcke zusammen und marschierten kurz nach 09:00 Uhr ab.
Der Weg begann bei einer Hängebrücke über den River Nevis. Er führte mäßig steil an einem Bergrücken entlang nach oben und war gut ausgebaut. Wie aufgrund der Berühmtheit des Berges zu erwarten war, waren wir nicht allein, sondern reihten uns in die nach oben strebende Prozession ein. Die Temperatur war angenehm frisch.
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| Lochan Meall an t-Suidhe | Blick Richtung Fort William |
Je höher wir kamen, desto besser wurde die Aussicht auf die schön gelegenen Seen Loch Linnhe und Loch Eil, sowie auf Fort William. Das Wetter wurde auch immer besser. Nach ca. 2 Stunden Aufstieg erreichten wir den hübsch gelegenen Bergsee Lochan Meall an t-Suidhe, wo wir etwas rasteten und uns stärkten. Danach ging's weiter bergauf. Leider verschwand der Weg nach einiger Zeit im Nebel und es wurde richtig kalt. Das letzte Stück bis zum Gipfel zog sich mächtig hin, zumal man aufgrund der schlechten Sicht nie wusste, wann man oben war.
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| Auf dem Gipfel des Ben Nevis | Abstieg im Nebel |
Auf dem Gipfel standen einige verfallenen Ruinen. Die Sicht war allerdings gleich null und ein eisiger Wind wehte uns die Nebelschwaden um die Ohren. Wir zogen alles an was wir dabei hatten (inkl. Handschuhe und Stirnbänder). Nach einer kurzen Brotzeit verließen dann bald wieder diesen unwirtlichen Ort. Trotz der widrigen Umstände war es ein tolles Gipfelerlebnis. Schließlich ist es ja die Regel, dass sich der Gipfel des Ben Nevis in einer Wolke versteckt.
Sobald wir wieder aus den Wolken heraus waren, wurde es richtig warm und sonnig. Entsprechend ließen wir uns Zeit und genossen die angenehmen Sonnenstrahlen. Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder beim WoMo. Am Ende forderten die 1300 Höhenmeter doch ihren Tribut und sorgten für eine Satz müder Füße.
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| Blick Richtung Loch Eil | Picknick |
Die Sonne lachte herrlich und wir holten den Campingtisch heraus. Wir beschlossen gleich hier zu kochen und anschließend noch einmal zur Nevis Range zum Übernachten zu fahren. Werner schrieb Tagebuch und die Kinder spielten Quartett. Carola kochte Nudeln und wir aßen im Freien. Alle entspannten sich genüsslich und wir saßen noch lange draußen. Kurz bevor die Sonne endgültig hinter dem Bergrücken verschwand, zogen wir ab. Unterwegs tankten wir an der Esso-Tankstelle und füllten Wasser auf (diesmal kostenlos; den Tipp hatten wir von einem Stellplatznachbarn erhalten).
07.08.2005 - 12. Tag - 230 km
Isle of Skye
Auch heute war früh Aufstehen angesagt. Der Wecker ging bereits um 05:45 Uhr! Der Grund hierfür war, dass wir die erste Fähre auf die Isle of Skye erreichen wollten. Sie verlies den gut 70 km entfernten Fährhafen Mallaig um 08:25 Uhr. Ohne Frühstück machten wir uns sogleich auf die Socken. In der Nacht hatte es empfindlich abgekühlt und uns schlotterte es ziemlich so ganz ohne Kaffee.
Das Gelenfinnan Monument lud zu einem kurzen Stopp ein. Alles hatte noch geschlossen, nur die Sonne spitzelte mit einigen Strahlen durch die Wolken und sorgte für eine tolle Stimmung. Nebelschwaden zogen über das Meer. Den viewpoint schenkten wir uns, da wir eh schon durchgefroren waren. Während der Fahrt machten wir die Heizung an. Die Strecke zog sich relativ lange hin, obwohl es gar nicht so weit war. Zum ersten mal machten wir mit den sogenannten "single track roads" Bekanntschaft, bei denen sich beide Richtungen eine Fahrspur teilten. Es gab zwar genügend Ausweichplätze, aber trotzdem war die Straße eng und kurvig, so dass wir erst um 07:40 Uhr in Mallaig ankamen. Der Ort selbst machte einen eher verhauten und verschlafenen Eindruck. Vielleicht lag es aber nur daran, dass noch sehr früh am Sonntagmorgen war. Wir lösten die Tickets (ca. 36 £) und rollten wenig später auf die kleine RoRo-Fähre. Zwischendurch wärmten wir uns mit einem Kaffee, denn für ein richtiges Frühstück war keine Zeit mehr.
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| Glenfinannan - Loch Shiel | Überfahrt zur Isle of Skye |
Die mit nur wenigen Fahrzeugen besetzte Fähre tuckerte in ca. 30 Minuten hinüber zur Isle of Skye. Vom Deck aus genossen wir die schöne Aussicht. Inzwischen wärmte die Sonne auch etwas kräftiger als heute Morgen. Auf Skye angekommen hielten wir uns rechts. An einem aussichtreichen Parkplatz war zunächst einmal Frühstückspause angesagt. Danach ging es weiter in Richtung Norden.
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| grandioser Frühstücksplatz | Loch Brittle |
Unser Ziel war die Camp Site Glenbrittle, die nur über eine enge single track road erreichbar ist. Für die 9 Meilen lange Stecke benötigten wir fast eine halbe Stunde. Die prächtige Landschaft entschädigte uns jedoch mit einem tollen Panorama. Gegen 11:00 Uhr parkten wir das WoMo direkt am Meer. Die Aussicht auf die Bucht und die Bergkette der Cullin Mountains war grandios. Schnell packten wir die Rucksäcke zusammen und marschierten los. Als Ziel hatten wir uns eigentlich den kleinen Gebirgssee Chor Lagan ausgesucht, entschieden uns jedoch spontan für den Weg an der Küste entlang. Die Sonne strahlte und es war angenehm warm. Ein leichter Wind sorgte für die notwendige Kühle beim Laufen. Unterwegs eröffneten sich großartige Ausblicke auf die Cullins und die Steilküste, die uns an die Bretagne erinnerte. Nachdem wir uns im Windschatten einer Kuppe mit einer Brotzeit gestärkt hatten, stiegen wir noch die paar Meter bis zum höchsten Punkt auf, von wo aus sich ein umfassender Ausblick auf die vorgelagerten Inseln und die äußeren Hebriden bot. Man hätte noch endlos weiter laufen können, aber wir wollten noch ein Stück weiter in Richtung Norden fahren und so machten wir uns auf den Rückweg. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder am WoMo.
Die Whisky-Brennerei Talisker in Carbost lag auf dem Weg und lud zu einem kleinen Zwischenstopp ein. Leider hatte sie sonntags geschlossen. Gegenüber dem Parkplatz gab es ein öffentliches Toilettenhäuschen mit Wasserhahn, das Gelegenheit bot, unsere übervolle Toilette zu entleeren. Weiter ging die Fahrt auf der A87 nach Norden. An einem "viewpoint" beim Loch Sligachan hielten wir kurz an und genossen die Aussicht nach Süden. Die Bergkette der Cullin Mountains sorgte für einen imposanten Hintergrund.
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| Cullin Mountains | Beim Loch Sligachan |
Als nächstes steuerten wir das Schloß Dunvegan an. Am Parkplatz war "no overnight parking" angesagt. Aus irgendeinem Grund verfielen wir in den irrigen Glauben, dass die Kasse bald schließen würde und wir uns umsonst die Gärten anschauen könnten. Der Eintritt von 2x 4,50 £ und 2x 2,80 £ war uns zu teuer. Wir stärkten uns etwas und zogen aber dann doch etwas frustriert unverrichteter Dinge ab. Später sollte sich herausstellen, dass es gar nicht so schlecht war, dass wir eine Stunde Zeit verplempert hatten.
Als Übernachtungsplatz hatten wir den Parkplatz am Leuchtturm Neist Point anvisiert. Wiederum war "single track road" angesagt und der Weg war nicht ganz eindeutig beschildert. Wir gurkten ziemlich durch die Landschaft. Zahlreiche Autos und auch WoMos kamen uns entgegen. Doch oben angekommen bekamen wir einen Schreck. Mehrere PKWs versperrten uns den Weg, wodurch sich für uns keine Möglichkeit bot, zu wenden. Obendrein gab es auch noch ein Schild "no overnight parking". Uns blieb nichts anderes übrig, als das WoMo zunächst auf der Seite zu parken und abzuwarten, bis einige Fahrzeuge weggefahren waren. Die relativ kleine und zudem leicht unebene Wendeplattform würde wohl nie so frei werden, dass wir gut übernachten konnten. Wären wir eine Stunde früher dran gewesen, wäre es noch viel enger gewesen.
Wie nutzten die Wartezeit zu einem kleinen Spaziergang zum Leuchtturm, der sich grandios in Abendlicht präsentierte. Auch der Ausblick auf die Steilküste und die Inselkette der Äußeren Hebriden war vom Feinsten. Als wir zurückkamen, waren zum Glück einige Autos abgefahren und wir konnten wenden.
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| Neist Point - Steilküste | Neist Point - Leuchtturm |
Fast wieder auf Meereshöhe fanden wir einen Übernachtungsplatz in einer kleine Bucht neben der Straße. Es war sicherlich kein Traumplatz, aber so schlecht war er auch wieder nicht (je später der Abend desto geringer die Ansprüche). Beim Einparken wurden wir fast von den Midgets gefressen. Carola kochte ein schnelles Abendessen. Danach verschwanden alle zeitig in den Betten.
08.08.2005 - 13. Tag - 218 km
Isle of Skye
Obwohl wir fast neben der Straße standen, schliefen wir tief und fest. Erst kurz nach 08:00 Uhr weckten uns das Geschrei der Möwen und das Blöcken der Schafe. Ein kurzer Blick nach draußen machte klar: auch heute war wieder bestes Wetter. Entsprechend schnell kamen wir in die Gänge.
Unser Ziel für heute war die Halbinsel Trotternish, genauer gesagt planten wir eine kurze Wanderung zum Quiraing Massiv. Zunächst fuhren wir zurück nach Dunvegan und dann weiter über die A850 / A87 in Richtung Uig. In einer Kurve kam uns ein entgegenkommendes Fahrzeug zu nahe und die beiden Spiegel stießen zusammen. Es tat einen Schlag und - oh Schreck - der rechte Außenspiegel war definitiv hinüber: Das untere Glas war herausgesprungen und der ganze Spiegel wackelte. Schöner Mist! Ohne rechten Außenspiegel ist man beim Linksverkehr spätestens auf der Autobahn ziemlich aufgeschmissen. Als Dreingabe war das andere WoMo einfach weitergefahren. Eins wurde uns schnell klar: Wir mussten den Schaden so schnell wie möglich reparieren lassen!
Als wir weiterfuhren hatten wir den Schreck noch etwas in den Beinen und konnten die grandiose Landschaft gar nicht so richtig würdigen. Bei einem Parkplatz mit schönem Ausblick auf die kleine Hafenstadt Uig begann Werner zu telefonieren: DRM informiert, Fiat-D verweist auf auf Fiat UK, verweist auf AA, ... Nach einigem Hin und Her fanden wir heraus, dass die nächste Fiat Werkstatt in Inverness liegt. Werner kannte sie schon aus einem anderen Reisebericht. Der Mann am anderen Ende der Leitung war sehr hilfsbereit. Zum Glück war zumindest das Ersatzteil vorrätig, allerdings sollte der Spaß 130 £ (zzgl. ca. 40 £ für den Einbau) kosten. Der Umweg über die Ostküste passte natürlich auch nicht zu unserer Reiseplanung für die nächsten Tage. Als letztes verständigen wir noch die Polizei (999). Wir versprachen uns nicht viel davon, aber zumindest konnte uns niemand wegen Fahrerflucht an den Karren fahren. Die freundliche Dame empfahl uns, heute oder morgen in der Polizei Station in Portee vorzusprechen. Nach einer knappen Stunde Unterbrechung fuhren wir weiter.
Fazit: Im Nachhinein waren wir von der Unterstützung durch DRM sehr enttäuscht, denn wir haben so gut wie keinen wirklich nützlichen Hinweis zur Lösung unseres Problems erhalten. Bei der nächsten Tour werden wir jedenfalls ein Fiat-Händlerverzeichnis dabei haben und die Nummer des Euro-Schutzbriefs vom Vermieter einfordern. Auch hinterher bei der Regulierung des Schadens wurden wir ziemlich im Regen stehen gelassen.
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| Trotternish | Trotternish |
Wir umrundeten die Halbinsel Trotternish auf der A885. Unterwegs waren die Ausblicke umwerfend, weshalb wir öfter anhielten, um Fotos zu schießen: Im Hintergrund reihten sich die Äußeren Hebriden auf, vorne saftig grüne Farn-Wiesen, dazwischen das blaue Meer und eingestreut einige weiße Häuser. Die gesamte Strecke ist "single track road" und entsprechend langsam kamen wir voran. Kurz vor 12:00 Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt der Quiraing Wanderung beim Hotel Flodigarry (siehe Rother-Wanderführer Tour #34). Bevor wir losliefen, stärkten wir uns noch mit einer Brotzeit im WoMo.
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| Ausblicke vom Quiraing | Ausblicke vom Quiraing |
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| Quiraing - The Needle | Kilt Rock |
Der Weg führte mäßig steil an zwei kleinen Seen (Verzeihung Lochs) vorbei. So hübsch sie auch waren, sobald man stehen blieb, fraßen einen die Midgets. Von gestern Abend hatte Werner viele kleine rote Pünktchen an den Armen, die aber nicht sonderlich juckten. Nach einer guten Stunde erreichten wir den Fuß des Quiraing Massivs, an dem wir fast waagrecht entlang spazierten. Erst jetzt kamen die wirklich ultimativen Ausblicke zum Vorschein. Diesmal bildeten die Gebirgsketten des Highland-Festlandes den Hintergrund. Der Quiraing selbst ist eine Ansammlung mehrerer bizarrer Felsformationen. An einem kleinen Sattel drehten wir nach einer kurzen Pause um. Die Kinder erfreuten sich am Echo des "The Prison" Felsen, der in der Tat entfernt an ein Gefängnis erinnerte. Eine Besteigung des "The Tables", wie im sie Führer beschrieben war, uns heute zu aufwändig und so machten wir uns auf den Rückweg. Noch einmal genossen wir die tolle Landschaft in vollen Zügen.
Während der Wanderung hatten wir beschlossen, heute noch die Isle of Skye zu verlassen, um so weit wie möglich nach Inverness zu kommen. Die für morgen geplante Besichtigung der Talisker Destille wurde abgesagt (schluchz). Stattdessen wollten wir den Spiegel in Inverness reparieren lassen und anschließend wieder zurück an die Westküste fahren.
Bevor wir uns von der schönen Insel vorzeitig verabschieden mussten, wollten wir uns noch ein absolutes Highlight nicht entgehen lassen und steuerten den Aussichtspunkt beim Kilt Rock an. Die Bergketten des Highlands boten ein imposantes Panorama. Natürlich war auch der Kilt Rock selbst beeindruckend. Die tapferen Wander-Kinder wurden mit einem Eis belohnt und strahlten vor Freude. Im Meer konnten wir Delfine aus dem Wasser springen sehen. Wir setzten uns auf eine Bank und genossen ein wenig die warmen Sonnenstrahlen, bevor die Fahrt in Richtung Süden weiter ging. Den Old Man of Stoer sah man schon von weitem. Den besten Blick hatte man von der Straße aus mit Blickrichtung nach Norden. Wir würdigten die spitze Felsnadel mit einem kurzen Fotostopp.
Der nächste Halt war im schön geschmückten Hafenstädtchen Portree. Es wimmelte von Touristen. Unser Ziel war die Polizeistation, wo wir den Unfall von heute morgen meldeten. Nachdem die Formalitäten aufgenommen waren, fuhren wir weiter. Die freundliche Polizistin gab uns noch einige Hinweise, wie wir den Fiat Händler in Inverness am besten finden. Letzter Stopp auf der Isle of Skye war in Broadford, wo wir einem Tipp aus dem WoMo-Führer folgten und an der Esso-Tankstelle entsorgten und unsere Vorräte im Supermarkt auffüllten. Anschließend verließen wir endgültig die Insel und fuhren auf der Skye Bridge über den Kyle of Lochalsh.
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| Old Man of Stoer | Eilean Donan Castle |
Auf dem Festland folgten wir der A87 in Richtung Osten und erreichten nach kurzer Fahrt einen weiteren Höhepunkt, der auf keiner Schottlandrundfahrt fehlen darf. Das Highlander Schloss Eilean Donan. Das Ticket Office hatte bereits geschlossen und wir kamen umsonst über die Brücke. Das Schloss erstrahlte im herrlichen Abendlicht und wurde entsprechend fotographisch gewürdigt. Auf dem hinteren Teil des Parkplatzes wäre sogar das Übernachten erlaubt gewesen, aber wir wollten noch ein Stück weiter und so zogen wir bald wieder ab in Richtung Inverness. Die Gegend war absolut menschenleer, kein Haus weit und breit, irgendwie unheimlich.
Kurz vor dem Damm des Loch Cluanie fanden wir einen schönen und ebenen Platz, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Carola kochte englische Bratwürstchen mit Kartoffelbrei und Gemüse. Die Würstchen hatten einen Weizenanteil und schmeckten etwas gewöhnungsbedürftig. Nach dem Essen fielen alle Mann bald in die Betten. Wieder ging ein äußerst aufregender Tag zu Ende.
09.08.2005 - 14. Tag - 190 km
Loch Ness / Beinn Eighne
Wie sich gestern Abend bereits abgezeichnet hatte, war es heute morgen bedeckt, als wir gegen 08:00 Uhr aus den Kojen krochen. Naja, heute war ja Spiegelreparatur in Inverness angesagt. Nach dem Frühstück ging es kurz vor 09:00 Uhr los.
Loch Ness war bald erreicht und wir bogen in Richtung Inverness ab. Vom See selbst waren wir nicht so besonders beeindruckt. Er ist zwar lang und von sanften grünen Hügeln umgeben, aber wir hatten in Schottland schon schönere Flecken gesehen. Vielleicht lag es aber einfach nur am grauen Himmel. Wir hielten am Urquart Castle. Der Eintritt war horrend (2x 6,00 £ und 2x 2,50 £). Die meisten Besucher kletterten auf eine kleine Mauer, von wo aus man einen schönen Blick auf die Ruine hatte, und sparten sich den Eintritt. Wir taten es ihnen gleich. Die "Monster Exhibition" in Drumnadrochit ließen wir ebenfalls links liegen, da uns der Nepp einfach zu groß erschien. Insgesamt waren wir von Loch Ness eher enttäuscht. Die Berühmtheit ist wohl größer als die Wirklichkeit versprach.
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| Urquart Castle - Loch Ness | Falls of Rogie |
Die A82 führte uns am Nordufer des Sees schnurstracks auf Inverness zu, der Hauptstadt der Highlands und einer Partnerstadt von Augsburg. Nach einmal Kreiseln fanden wir den Fiat Händler Donald MacKenzie. Die Hinweise der Polizistin in Portree hatten uns wertvolle Dienste erwiesen. Ohne sie hätten wir sicher einige Male telefonieren müssen. Der Spiegel war bereits hergerichtet und sogleich kam ein Mechaniker und wechselte ihn aus. Eine halbe Stunde später war der Fall erledigt. Dies war ein wirklich toller Service. Die Kosten in Höhe von 196,65 £ werden wir auch irgendwie verkraften.
Wir verließen Inverness auf der A9 in Richtung Norden und überquerten die Brücke über den Moray Firth. Anschließend nahmen wir wieder Kurs auf die Western Highlands. An der A835 war bei den Falls of Rogie Mittagspause angesagt. Nach einer leckeren Brotzeit im WoMo führte uns ein kurzer Spaziergang zu den ganz netten Wasserfällen. Im Vergleich zu dem, was wir in Norwegen gesehen hatten, waren sie aber eher mickrig. Besonders bemerkenswert war das braune moorige Wasser, eine wichtige Zutat für den Malt Whisky (später mehr dazu). Der Himmel war bedeckt, aber es blieb trocken.
Die A832 führte uns weiter nach Westen in Richtung Wester Ross. Nach einiger Zeit wurde die Landschaft wieder interessanter: In Kinlochewe bogen wir in Richtung Loch Maree ab. Leider trübte gerade ein kleiner Schauer den Blick auf die außerordentliche Landschaft.
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| Beinn Eighe Nature Park | Beinn Eighe Nature Park |
Unser Ziel war das Visitor Centre des Beinn Eighe National Nature Reserve (auf dem Parkplatz war Übernachten erlaubt). Die Ausstellung im Visitor Centre war echt toll gemacht und hatte bereits viele Auszeichnungen erhalten. Leider fehlten den Kindern (und auch uns) das notwendige Englische Vokabular, um wirklich alles zu verstehen. Wir spazierten den 2 km langen Ridge Trail entlang und schauten uns die Erklärungen an. Schade, dass es total bewölkt war. Trotzdem oder gerade deshalb entfaltete die Landschaft eine ihr eigentümliche Stimmung. Nach dem Spaziergang schauten wir noch einmal ins Visitor Centre.
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| Loch Maree | Loch Maree |
Die letzten Tage waren anstrengend und deshalb wollten wir heute nicht mehr weiter. Wir fuhren am See entlang nach Westen und stellten uns auf den im WoMo-Führer beschriebenen Slattadale-Parkplatz mit direktem Blick auf den See. Die Abfahrt von der A832 war relativ holprig und steil, stellte aber nicht wirklich ein Problem dar. Anfangs gab es fast keine Midgets, so dass wir uns an einen der Picknicktische setzen und das stimmungsvolle Panorama genießen konnten. Wir nutzen die Gelegenheit und duschten ausgiebig. Danach kochte Carola Abendessen: Miracoli mit frischem Salat. Leider konnten wir nicht mehr draußen essen, da die Midgets inzwischen zur wirklichen Plage geworden waren und deshalb jeglicher Aufenthalt außerhalb des WoMos ausgeschlossen war. Vielleicht war der Stellplatz doch nicht ganz ideal. Wir waren müde und beschlossen deshalb, das "No overnight parking" Schild zu ignorieren. Das Nachbar-WoMo aus Frankreich machte es uns nach.
10.08.2005 - 15. Tag - 87 km
Glen Torridon
Als wir gegen 07:00 Uhr aufwachten, war das WoMo immer noch von Midgets umstellt. An ein Aussteigen war nicht zu denken. Auch das Wetter war nicht gerade umwerfend. Der ganze See war wolkenverhangen, nicht gerade die beste Voraussetzung für die für heute geplante Wanderung. Nach dem Frühstück fuhren wir zurück nach Kinlochewe und bogen auf der A896 ins Glen Torridon ab. Die Fahrt über die single track road war sehr schön. Ab und zu spitzelte sogar die Sonne an einigen Stellen durch die Wolkendecke und ergab eins stimmungsvolles Bild. Irgendwie passten die Nebelschwaden zur Landschaft.
Wir steuerten den Wanderparkplatz der Tour #40 im Rother-Wanderführer an. Der Nebel schien sich langsam zu verziehen und so beschlossen wir zumindest bis zum See zu wandern. Der Weg führte an einem Bergrücken entlang durch saftig grüne Farne mäßig steil bergan. Leider hielt sich der Nebel doch hartnäckiger als gedacht. Nachdem wir einige Wasserfälle passiert hatten, erreichten wir nach gut 2 Stunden Marsch das Plateau mit dem See, der sich gespenstig im Nebel präsentierte. Hinter einem Felsblock fanden wir eine etwas geschützte Stelle, wo wir uns mit einer Brotzeit stärkten. Der Nebel verbreitete eine Eiseskälte und es waren wieder einmal Handschuhe und Stirnbänder angesagt.
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| Aufstieg zum Loch Mhic Fhearchair | Loch Mhic Fhearchair |
Auf dem Rückweg verzog sich der Nebel dann doch noch etwas und die Landschaft kam zum Vorschein. Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder am Parkplatz, welcher erneut vollständig von Midgets belagert war. Schnell suchten wir Unterschlupf im WoMo. Das Verstauen der Rucksäcke mussten wir vertagen, da ein Öffnen der Heckklappen nicht ratsam war. Trotz aller Vorsicht kamen beim Einsteigen etliche Midgets ins Innere. Wie waren etwas frustriert, denn so schlimm hatten wir es uns nicht vorgestellt.
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| Glen Torridon | Auf dem Weg nach Gairloch |
Unser Weg führte uns zurück durch das Glen Torridon. Die alten Scotts Pine Bäume kamen jetzt ohne Nebel viel besser zur Geltung. An einem Midget-freien Parkplatz mit schönem Blick auf das Loch Maree hielten wir an, schossen einige Fotos und verräumten in aller Ruhe die Wandersachen. Anschließend ging die Fahrt weiter auf der A832 in Richtung Gairloch. Das nette kleine Städtchen lud zu einem kurzen Fotostopp am Hafen ein. Außerdem gab es etwas oberhalb des recht ansehnlichen Strandes einen Aussichtspunkt.
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| Hafen von Gairloch | Blick vom Stellplatz in Melvaig |
Letztes Ziel des heutigen Tages war Melvaig, ein kleines Örtchen am Meer nordwestlich von Gairloch. Eine typische single track road mit schönen Ausblicken auf die Steilküste führte uns vorbei an einem netten Campingplatz mit Sandstrand dorthin. Wir fuhren bis zum Ende der Straße, wo es einen kleinen Parkplatz gab, der uns als Übernachtungsplatz diente. Er war zwar etwas schief und wir mussten die Keile unterlegen, aber die tolle Aussicht auf die Isle of Skye entschädigte für alles.
Carola kochte Schinkennudeln. Anschließend spielten wir mit den Kindern noch
11.08.2005 - 16. Tag - 151 km
Rua Reidh Lighthouse / Inverewe Garden

Heute morgen wurden wir wieder einmal vom Schäfchen-Naturwecker geweckt. Danach gab es ein leckeres Müsli-Frühstück inklusive Kaffee aus der Espressomaschine. Das Wetter war zwar bedeckt, aber der Ausblick von unserem Traumstellplatz war dennoch grandios: Deutlich reihte sich die Inselkette der Äußeren Hebriden am Horizont auf.
Erster Programmpunkt des heutigen Tages war ein Spaziergang zum Leuchtturm Rua Reidh. Der aussichtsreiche Weg führte auf einer schmalen Straße am Rand der Klippen entlang durch eine Moorlandschaft. Nach gut einer Stunde Fußmarsch erreichten wir den hübsch auf einem Felsvorsprung gelegenen Leuchtturm. Auch er war wie fast alle Leuchttürme in Schottland weiß-gelb gestrichen. Als uns 2 Radler begegneten, fragten wir uns, warum wir nicht auch die Räder genommen hatten, aber irgendwie sind wir nicht auf die Idee gekommen. Kurz vor 11:00 Uhr waren wir wieder am WoMo und fuhren ab.
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| Steilküste bei Melvaig | Leuchtturm Rua Reidh |
Unser Ziel waren die Inverewe Gardens (Familienkarte 20 £). Der wunderschön angelegte botanische Garten ist äußerst sehenswert und trotz des relativ hohen Eintrittspreises unbedingt einen Besuch wert. Besonders sehenswert sind das wet valley mit den großblättrigen Pflanzen (Gunnera Manicata) und den schönen Teichen, der walled garden, wo es prächtiges Gemüse aller Art und viele bunte Blumen zu sehen gab, und natürlich die unzähligen Rhododendren in allen Größen und Variationen. Schade, dass die Blütezeit schon vorbei war. Kaum vorzustellen, wie toll die Gärten aussehen müssen, wenn im Frühjahr all diese Sträucher blühen. Wir schlenderten ausgiebig durch die schöne und gepflegte Anlage und bestaunten die vielen exotischen Gewächse, die aufgrund des milden Golfstroms noch so weit im Norden gediehen. Nachdem wir im Shop noch einige Postkarten erstanden hatten, machten wir uns kurz nach 15:00 Uhr wieder auf den Weg.
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| Walled Garden | Rhododendron |
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| Gunnera Manicata | Wet valley |
Wir fuhren auf der A832 weiter in Richtung Norden. Die Fahrt führte durch eine fantastische Landschaft. Je weiter wir kamen desto dichter und schwerer wurden die Wolken. Sie verliehen der Landschaft eine gewisse Melancholie, die sehr gut zu ihr passte. Die Besiedlung wurde immer einsamer.
Im schnuckeligen Hafenstädtchen Ullapool gerieten wir unversehens in die rush hour, da gerade eine Fähre von den Hebriden angekommen war und ihre Autoladung in die engen Straßen ergoss. Als erstes steuerten wir den Supermarkt an, der laut Auskunft des WoMo-Führers die letzte größere Einkaufsmöglichkeit vor der endgültigen Einsamkeit der Highlands war. Dies veranlasste uns, unsere Vorräte noch einmal richtig aufzufüllen. Als nächstes wurde das WoMo an der Shell-Tankstelle betankt und entsorgt, so dass wir wieder für einige Tage autark waren. Die nette kleine Hafenpromenade lud zu einem Bummel ein und so beschlossen wir, heute einmal nicht zu kochen, sondern uns mit Fish&Chips zu versorgen. Für 4,25 £ pro Nase wurden wir bei einem takeaway fündig. Jeder bekam eine Schachtel und wir verspeisten den Inhalt auf einer kleinen Mauer mit Blick auf den Hafen. Danach schlenderten wir noch zur Peer und schauten beim Fischen zu. Das Wasser war von einem feinen Ölfilm überzogen und uns graute bei der Vorstellung, einen Fisch aus diesem Gewässer zu essen.
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| Loch Ewe | Ullapool |
Da in Ullapool generell "no overnight parking" galt, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Die Landschaft war einsam und außer einigen Parkbuchten direkt neben der Straße war nichts zu finden. Aber es war ja lange hell. Etwas später fing es an leicht zu nieseln. Als wir das Loch Assynt erreichten, beschlossen wir, das "No overnight parking" Schild am Parkplatz des Ardvreck Castle zu ignorieren und ließen den Tag bei einem Guinness gemütlich ausklingen. In dieser Einsamkeit würden wir sicher niemanden stören.
12.08.2005 - 17. Tag - 110 km
Lochinver

Wie zu erwarten war, hielt sich der Verkehr in Grenzen, so dass wir trotz der Nähe zur Straße tief und fest schliefen. In der Nacht hatte es geregnet und auch am Morgen war die Landschaft noch wolkenverhangen. Gelegentlich gab es den typischen schottischen Gardinenregen. Heute gab's Donats zum Frühstück und weiche Semmeln, die wir gestern im Supermarkt in Ullapool erstanden hatten.
Felix und Werner trotzten dem Wetter und den Midgets und spazierten zum Ardvreck Castle, das sich stimmungsvoll im Nebel darbot. Die Ruine selbst war eher vom Typ "hohler Zahn". Wir schossen einige Fotos und wunderten uns, was wohl unsere Vorfahren bewogen hat, an diesem gottverlassenen Ort eine Burg zu bauen. Naja, sie werden ihre Gründe gehabt haben. Gegen 08:30 fuhren wir los.
Unser Ziel war das kleine Hafenstädtchen Lochinver, denn dort sollten heute Highland Games stattfinden. Die Kinder waren schon ganz gespannt. Unterwegs gab es entlang der A837 noch zwei ganz gute Parkplätze ohne "no overnight parking"-Hinweis. Aber außer ein paar Hasen haben wir heute Nacht wohl niemanden gestört. Je weiter wir nach Norden kamen, desto heller wurde das Grau. In Lochinver fuhren wir als erstes in den Ort und erkundigten uns nach Zeit und Ort der Spiele. Um 12:00 Uhr sollte es los gehen.
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| Ardvreck Castle | Old Man of Stoer |
Also konnten wir den Vormittag noch für einen kleinen Spaziergang nutzen. Schnell entleerten wir noch die Toilette im öffentlichen Klo-Häuschen, bevor wir zum Leuchtturm beim Point of Stoer fuhren. Nach einer 10 Meilen single track Strecke erreichten wir einen schönen Parkplatz, der bestens zum Übernachten geeignet ist. Auf einem Felsvorsprung präsentierte sich eindrucksvoll der schmucke Leuchtturm. Einige blaue Flecken am Himmel luden förmlich zum Wandern ein.
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| Old Man of Stoer | Steilküste |
Der Weg führte über Gras an den Klippen entlang zum 3 km entfernten Old Man of Stoer. Da es häufig sumpfige Stellen gab, waren Wanderstiefel dringend anzuraten. Unterwegs eröffneten sich immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die Steilküste. Nach gut einer Stunde erreichten wir die bizarre Felsnadel. Es waren relativ viele Wanderer mit Zelt unterwegs. Sie kamen vom nördlich gelegenen Cape Warth herunter. Kurz vor 13:00 Uhr waren wir wieder am WoMo und machten uns sogleich auf den Rückweg nach Lochinver. Noch einmal waren 10 Meilen Gurkerei angesagt, bevor wir das WoMo auf dem Parkplatz auf der Peer abstellten.
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| Weight over the bar | Tossing the caber |
Die Spiele (Eintritt 4 £ für Erwachsene) waren schon in vollem Gange, aber wir hatten noch nichts Entscheidendes verpasst. Es gab Wettbewerbe verschiedenster Couleur: highland dancing, piping, Laufen, hill race, tug-of-war (Tauziehen) und natürlich die heavy weights mit dem Höhepunkt "tossing the caber". Zwischendurch wurde der Hunger mit ein paar fettigen Chips gestillt. Für mehr hatten die Kinder keine Zeit. Es herrschte Volksfeststimmung und der gesamte Ort war auf den Beinen. Die Kinder waren begeistert. Gegen 17:00 Uhr waren die Wettbewerbe vorbei und wir fuhren weiter in Richtung Norden.
Das WoMo schnaufte die relativ steile Straße zum Quiraing-Plateau hinauf. Die Landschaft zeigte sich von ihrer typisch melancholisch grau grünen Seite. Wir hielten an einigen Aussichtspunkten an und machten Fotos. Da alle Parkplätze, die wir unterwegs sahen, zu nahe an der Straße lagen, beschlossen wir nach Tarbet, dem Ausgangspunkt unserer morgigen Tour, zu fahren. Nach einer kurzen, aber heftigen single track Strecke erreichten wir den kleinen Parkplatz am Peer. Eine kurze Nachfrage beim Restaurant ergab, dass ein Übernachten trotz des "no overnight parking" kein Problem sei. Zwei italienische WoMos standen schon da.
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| bei Unapool | Tarbet bay |
Die Aussicht auf die kleine Bucht war recht hübsch und auch das Restaurant "The Shorehouse" mit seinem Wintergarten schaute einladend aus. Spontan beschlossen wir, dass auch heute die Küche kalt blieb und wir zum Essen gehen. Wir bestellten uns einen geräucherten haddock (Schellfisch) frisch aus Lochinver. Als Vorspeise gab es eine Gemüsesuppe (Kostenpunkt 24 £). Carola duschte und wir saßen noch eine Weile gemeinsam am WoMo-Tisch.
13.08.2005 - 18. Tag - 41 km
Handa Island

In der Nacht kam der vorhergesagte Regen. Die Regentropfen klopften auch noch auf das WoMo-Dach als wir kurz vor 08:00 Uhr aus den Betten krochen. Unser Plan für heute war die Besichtigung der Vogelkolonien von Handa Island. Eigentlich hatte der Wetterbericht eine Auflockerung für den Vormittag prophezeit, allerdings schaute es im Moment nicht danach aus. Also ließen wir den Tag erst einmal ruhig angehen und frühstückten in aller Ruhe. Danach war Postkartenschreiben angesagt und Werner spielte mit den Kindern "6 nimmt".
Als sich gegen 11:00 Uhr am Horizont schließlich einige helle Flecken abzeichneten, entschlossen wir uns trotz Regen doch noch zur Insel zu fahren und riskierten die 24 £ (Erw. 8 £ / Kinder 4 £). Ausgerüstet mit Regenhose und K-Way bestiegen wir die Fähre. Genauer gesagt, handelte es sich um einen Kahn mit Außenbordmotor. Nach 10 Minuten Fahrt durften wir an einer kleinen Sandbucht auf Handa Island aussteigen. Danach lauschten wir im "shelter" (einem kleinen Unterstand für die Naturschützer) einer kurzen Einführung in die vielfältige Vogelwelt der Insel und erfuhren, wo welche Vögel am besten zu sehen sind. Leider waren die Papageientaucher schon auf dem Weg nach Afrika.
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| Handa Island | Handa Island |
Anschließend machten wir uns auf den 6 km langen gut ausgebauten Rundweg. Zahlreiche Holzstege führten über die sehr feuchten Wiesen, die ansonsten wohl kaum passierbar gewesen wären. Nachdem wir noch die Rucksacküberzieher hervorgeholt hatten, erreichten wir nach gut einer halben Stunde die Klippen, von wo aus man die Vögel und ihre Brutstätten gut beobachten konnte. Man musste höllisch aufpassen, denn die Wege waren aufgrund des vielen Regens ziemlich rutschig. An einer etwas geschützten Stelle machten wir Mittagspause. Zum Glück hörte der Regen auf, was aber andererseits zur Folge hatte, dass die Midgets wieder verstärkt aktiv wurden. Auf dem Rückweg konnten wir Robben beim Baden im Meer beobachten. Daneben gab es zahlreiche kleine Häschen zu bestaunen. Das Wetter machte von Norden her auf und einige blaue Flecken am Himmel ließen die Landschaft in einem ganz anderen Licht erscheinen. Nach vier Stunden Fußmarsch waren wir wieder am Strand und fuhren mit dem Boot zurück nach Tarbet. Wir verstauten die Rücksäcke und verspeisten einen Satz Muffins. Frisch gestärkt ging es anschließend weiter in Richtung Norden.
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| Landschaft entlang der A838 | Kyle of Durness |
Wir hielten kurz an der Fähre nach Cape Warth, um uns nach Fahrzeiten und Preisen zu erkundigen. Die Straße zum Kap ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Für wen die 18 km lange Strecke zu Fuß oder per Fahrrad zu weit war, verkehrt ein Pendelbus. Leider ging die erste Fähre am morgigen Sonntag erst um 11:00 Uhr. Dies war uns zum Radfahren zu stressig, zumal nicht ganz klar war, wann die letzte Fähre zurückging. Eine Fahrt mit dem Bus war relativ teuer und auch nicht unbedingt nach unserem Geschmack.
Die nächste Station war Durness, der nordwestlichste Ort des Festlandes, wo die Sango Sands Camp Site ansteuerten. Dieser Campingplatz (Kostenpunkt 11 £) ist berühmt für seinen Traumblick auf die Sango Bay. Wir suchten uns einen Platz am Rand der Klippen und stöpselten das WoMo an, damit wir den Föhn für Franziskas Haare verwenden konnten.
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| Sango Bay | award winning beach |
Danach spazierten wir zum Aussichtspunkt, von wo aus man einen traumhaften Blick auf den "award winning" Strand mit seinen pittoresken Felsenblöcken genießen konnte. Inzwischen war es richtig sonnig und warm geworden. Die Kinder zog es hinunter ans Meer. Wir wagten uns sogar mit den Füßen ins eiskalte Wasser. Nach einiger Zeit trieb uns der Hunger zurück zum WoMo, wo uns Carola leckere Spaghetti kochte. Danach nutzten wir die sehr sauberen Sanitäranlangen zu einer ausgiebigen Dusche.
14.08.2005 - 19. Tag - 149 km
Durness

Das Rauschen des Meeres sorgte für einen tiefen Schlaf. Erst der Sicherheitswecker beendete unseren Schlummer. Ein Blick aus dem Fenster verhieß erneut bestes Wetter! Nur einige morgendliche Nebelschwaden tummelten sich über dem Meer. Nach dem gemütlichen Frühstück gingen die Kinder noch einmal an den "award winning beach". Die Großen ver- und entsorgten das WoMo am Campingplatz. Wir genossen erneut die traumhafte Aussicht und schossen einige Fotos.
Nach dem Auschecken fuhren wir mit dem WoMo nach Balnakeil. Kurz nach dem etwas verhauten craft village parkten wir das WoMo gegenüber dem Friedhof. Hier hätte man auch gut übernachten können (vorausgesetzt man bekommt eine Platz). Der Ausblick auf die Bucht war ebenfalls sehr eindrucksvoll. Es war gerade Ebbe und der breite Sandstrand lud förmlich zu einer Wanderung ein und so tigerten wir sogleich los in Richtung Faraid Head.
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| Balnakeil Bay | Balnakeil Bay |
Die Kinder sammelten Muscheln und wagten sich mit den Füßen ins Wasser. Zum ersten mal waren in Schottland Sandalen (ohne Socken!) und kurze Hosen angesagt. Was für ein Gefühl. Nachdem wir den ersten Strand überquert hatten, gelangten wir zu einem zweiten nicht minder schönen Strand, der zum Flanieren anregte. Besonders reizvoll war die Kombination aus Strand und Felsen. Die flach abfallende Sandbank sorgte zusammen mit dem blauen Himmel für die türkise Farbe des Wassers. Nur der doch etwas frische Wind verhinderte, dass Südsee feeling aufkam. Wir wanderten zum Aussichtspunkt an der Nordspitze der Halbinsel (rechts neben der Militäranlage geht der Weg vorbei).
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| Panorama Faraid Head |
Von oben hatte man eine umfassende Aussicht. Hunger kam auf und deshalb machten wir uns auf den Rückweg. Carola holte die Verpflegung aus dem WoMo und wir machten Brotzeit auf der Picknickdecke im Windschatten einer Düne mit traumhaftem Blick auf das Meer. Kurz vor 14:00 Uhr fuhren wir weiter.
Nächster Programmpunkt des heutigen Tages war die Smoo Cave kurz hinter dem Ortsende von Durness. Ein kurzer Spaziergang führte uns hinunter zur Höhle. Für 3 £ pro Erwachsener (Kinder die Hälfte) konnte man sich mit einem Schlauchboot ins Innere der Höhle fahren lassen. Die Fahrt war sehr aufregend. Man musste einen Schutzhelm aufsetzen und zunächst eine steile Leiter hinunterklettern. Anschließend ging es unter einer Felsbrücke hindurch und alle mussten sich ganz klein machen. Im Inneren gab der Führer Erklärungen zur Entstehung der Höhle. Nach 20 Minuten waren wir wieder am Ausgang. Fazit: nettes Erlebnis.
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| Eingang zur Smoo Cave | Ben Hope vom Loch Ebroll aus |
Unser Plan für den Rest des Tages war, noch ein Stückchen in Richtung Osten zu fahren und uns bald einen schönen Stellplatz zu suchen. Das Wetter war eigentlich viel zu schön zum Autofahren, aber so kam im Vergleich zum Nieselregen der vergangenen Tage die wunderschöne Landschaft wenigstens richtig zur Geltung. Nach kurzer Zeit stellte sich pure Einsamkeit ein. Auf einer single track road umrundeten wir das blau schimmernde Loch Ebroll, von wo aus sich schöne Ausblicke auf den Ben Hope, den nördlichsten Munro, eröffneten. Der Weg zum Gipfel war im Wanderführer als etwas schwierig beschrieben und so sah es auch von der Ferne aus, weshalb wir von einer Besteigung absahen.
Einsame Fjiells und Lochs wechselten sich ab. Dazwischen gab es immer wieder kleine Strände, die aber mit dem WoMo unerreichbar waren. Zuerst waren wir bezüglich des Stellplatzes zu wählerisch, danach ergab sich keine Gelegenheit mehr. So fuhren wir weiter als wir ursprünglich geplant hatten. Auch der Parkplatz am Strathy Point war wenig reizvoll. Er lag neben einem Gehöft und war relativ weit vom Leuchtturm entfernt, von dem "No overnight parking" Schild ganz zu schweigen. Folglich entschlossen wir uns, noch das Stück bis zum Dunnet Head zu fahren. Dort, am nördlichsten Punkt des schottischen Festlandes ist im WoMo-Führer ein schöner Platz beschrieben.
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| single track road am Loch Ebroll | Dunnet Head |
Das Landschaftsbild änderte sich zusehends als wir weiter nach Osten kamen. Die Berge wichen zurück, aus Fjiell wurden landwirtschaftliche Flächen. Auch die Ortschaften wurden wieder größer. Keine Frage, wir waren wieder zurück in der Zivilisation. Das inzwischen abgeschaltete Atomkraftwerk in Dounreay ließen wir links liegen. Kurz darauf durchquerten wir zügig die Stadt Thurso und bogen zum Dunnet Head ab. Unmittelbar am Leuchtturm gab es in der Tat einen schönen Parkplatz, der sich bestens für eine ruhige Übernachtung eignete. Die Traumaussicht auf die Orkney Inseln gab es gratis dazu. Carola kochte Pilzsuppe und abgebräunte Maultaschen. Wieder einmal fielen wir todmüde in die Betten.
15.08.2005 - 20. Tag - 27 km
John'o Groats

Eine steife Briese schüttelte das WoMo als wir gegen 08:00 Uhr aufwachten. Die Schlechtwetterfront, die sich gestern Abend am Horizont abgezeichnet hatte, sorgte für einen grauen Himmel und frische Temperaturen. Es war doch gut gewesen, dass wir gestern noch ein gutes Stück gefahren waren.
Wir gingen den Tag gemütlich an. Nach dem Frühstück spazierten wir zum Aussichtspunkt auf dem "Gipfel" des Dunnet Head, von dem sich eine umfassende Aussicht auf die Orkney Inseln bieten würde. Schemenhaft konnten wir aber immerhin den Old Man of Hoy erkennen. Während des zweiten Weltkrieges wurde Dunnet Head als Beobachtungsposten benutzt. Die Stürme toben im Winter hier so heftig, dass hochgeschleuderte Steine die Gläser des sich 105 m über dem Meeresspiegel befindenden Leuchtturms zerstören können.
Nach einer Weile fuhren wir weiter ins nahegelegene John o'Groats, wo wir das WoMo auf dem großen Parkplatz abstellten. Den Ort selbst hatten wir uns etwas größer vorgestellt. Es gab einige Souvenirläden und einen kleinen Hafen, von wo aus Wild-Life Fahrten und Ausflüge auf die Orkney Islands angeboten wurden. Leider war alles relativ teuer. Am ehesten reizte uns eine Schlauchbootfahrt (für 45 £). Wir machten unsere Entscheidung davon abhängig, wie sich das Wetter morgen entwickeln würde und schlenderten etwas durch die Geschäfte. Bemerkenswert war auch die kleine Ausstellung über die gefährliche Schifffahrt im Pentland Firth im "last house". Etwas durchgefroren wärmten wir uns mit einer Suppe im WoMo.
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| John o'Groats | Stacks of Duncansby |
Anschließend brachen wir zu einem Spaziergang entlang der Küste auf. Unser Ziel war der Duncansby Point. Unterwegs kam vom Meer her plötzlich Nebel auf. Wir konnten uns gut vorstellen, dass unter solchen Bedingungen in vergangenen Zeiten zahlreiche Schiffe bei der Durchfahrt durch den Pentland Firth auf Grund gelaufen sind. Zum Glück hatte sich die Sicht gebessert, als wir am Leuchtturm angekommen waren. Es standen bereits einige WoMos auf dem Parkplatz, der sich hervorragend als Übernachtungsplatz eignete. Wir beschlossen, heute früher Schluss zu machen und hier zu nächtigen. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, wanderten wir noch zu den nahegelegenen Stacks of Duncansby, zwei bizarren Felsspitzen, die eindrucksvoll vor der Steilküste aus dem Meer hervorragten. Unterwegs konnten wir einige Robben im Meer beobachten. Direkt vor den Spitzen lag sogar ein Tier auf einem Felsen. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und kletterten hinunter zum Strand, um uns das Tier aus der Nähe zu betrachten.
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| Leuchtturm am Duncansby Head | Sonnenuntergang über den Orkney Islands |
Als wir wieder am WoMo waren, fuhren wir wie geplant zum Parkplatz am Leuchtturm, wo wir uns einen aussichtsreichen Platz aussuchten. Carola kochte Kartoffel mit Butter und zur Vorspeise gab es eine feine Pilzsuppe. Danach klang der Tag mit Postkartenschreiben und einem gemeinsamen Spiel gemütlich aus. Zum ersten mal konnten wir in Schottland einen Sonnenuntergang über dem Meer bestaunen, was natürlich entsprechend fotographisch gewürdigt wurde.
16.08.2005 - 21. Tag - 174 km
Dunrobin Castle / Glenmorangie

Heute riss uns ein Anruf von Opa um 07:30 Uhr aus dem Bett. Er hatte vergessen, dass Großbritannien gegenüber zuhause eine Stunde zurückliegt. Zu unserer Überraschung entdeckten wir dicke Nebelschwaden als wir aus dem Fenster blickten, denn eigentlich hatten wir nach dem tollen Sonnenuntergang besseres Wetter erwartet. Wenig später prasselten dicke Regentropfen auf das WoMo-Dach. Damit war auch klar, dass die angedachte Bootsfahrt buchstäblich ins Wasser fiel. Die Kinder waren etwas enttäuscht, weil sie sich auf eine Fahrt mit dem Motor-Schlauchboot gefreut hatten. Ein italienisches WoMo entsorgte seine Toilette in die Wiese vor dem Parkplatz. Hoffentlich führen solche Ferkeleien nicht dazu, dass nächstes Jahr ein "No overnight parking" Hinweis vorzufinden ist. Nach dem Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg nach Süden.
Leider ging es ab jetzt wieder zurück in Richtung Heimat. Die A99 verlief immer entlang der Küste, von der wir aufgrund des Nebels allerdings nicht allzu viel zu sehen bekamen. In Keiss entleerten wir die übervolle Toilette in einem öffentlichen Klo-Häuschen. Als nächstes hielten wir kurz am Timespan Museum in Helmsdale (Familienticket 10 £). Trotz des für schottische Verhältnisse relativ humanen Eintrittspreises, verzichteten wir auf eine Besichtigung, da es eher eine Ansammlung von Geschäften als ein Museum zu sein schien. Wir entschieden uns, als Alternative das Dunrobin Castle in Golspie anzuschauen (Familienticket 18 £), denn zumindest ein bekanntes schottisches Schloss wollten wir auch von innen in Augenschein nehmen. Bevor es losging, stärkten wir uns mit einer Brotzeit im WoMo.
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| Dunrobin Castle | Park |
Inzwischen hatte sich der Himmel etwas aufgeklart und so begannen wir unsere Besichtigungstour im schön angelegten Park. Im Garten gab es ein kleines Museum mit ausgestopften Jagdtrophäen, die die diversen Dukes of Sutherlands in allen Herren Ländern erlegt haben. Als nächstes stand eine liebevoll gestaltete Falknerei-Vorführung auf dem Programm. Die Sonne kam heraus und wir kamen richtig ins Schwitzen. Anschließend machten wir uns an die Besichtigung der zahlreichen Innenräume, die mit Möbeln aus der Jahrhundertwende liebevoll ausgestattet waren. Leider war im Inneren fotografieren verboten. Insgesamt war der Besuch sehr lohnenswert, da das Schloss vollständig eingerichtet war und man sich gut in die damalige Zeit zurückversetzen konnte.
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| Glenmorangie | Lagerhallen |
Wir beschlossen, noch die letzte Führung bei der Glenmorangie um 15:30 Uhr im ca. 20 m entfernten Taim anzustreben. Schnell stiegen wir ein und düsten ab. In der Tat erreichten wir die Whisky-Brennerei gerade rechtzeitig zu Beginn der Führung (Kostenpunkt 2,50 £ pro Erwachsenen, wird angerechnet, wenn man im Shop für mehr als 16 £ einkauft). Die Führung war sehr informativ und wir bekamen alles ganz genau erklärt:
- Das von lokalen Mälzereien zugekaufte Malz wird in einer Getreidemühle zu Malzmehl (grist) gemahlen und mit heißem Wasser im Maischbottich (mash tun) vermischt. Dreimal wird der Malzbrei im mash tun mit Wasser ausgelaugt, bevor die Zuckerlösung auf 20°C abgekühlt und mit Hefe (yeast) versetzt wird.
- Die so entstandene Flüssigkeit wird wort genannt und für zwei bis vier Tage in großen Holzbottichen (wash backs) bis zum Abschluss der Gärung gelagert. Hierbei verwandeln die Hefestämme den Zucker in Alkohol und Kohlendioxid. Letzteres biss etwas in der Nase, als wir den Kopf in die Öffnung des wash backs steckten.
- Nach Abschluss der Gärung wird die Flüssigkeit wash genannt, hat einen Alkoholgehalt von etwa 8 - 9 % und kann den Brennblasen (pott stills) zugeführt werden. Die spezielle Form der pott stills ist für den Geschmack des entstehenden Whiskys beim Brennvorgang in erster Linie verantwortlich.
- Der wash wird in die erste kupferne Brennblase (wash still) gefüllt und mit indirektem Heißdampf beheizt. Der Alkoholdampf steigt in dem sich verjüngenden Rohr nach oben. Über den Bogen wird der Dampf in einen Kondensator geleitet, der den Alkoholdampf wieder verflüssigt. Das so entstandene Zwischenprodukt wird mit low wines bezeichnet und anschließend der zweiten Brennblase (spirit still) zugeführt.
- Der Brennmeister (still man) kann die Qualität des Destillates im spirit safe, einem mit poliertem Messing eingefassten Glaskasten, die Qualität des Destillates begutachten und durch Ventile und Hebel den Flüssigkeitsstrom regulieren. Dieses Herzstück der Brennerei wird als besonderes Geheimnis gehütet.
- Anschließend wird das Destillat (spirit) in einen größeren Sammelbehälter, den spirit vat gepumpt. Mit der Abfüllung des wasserklaren Roh-Whiskys in Fässer ist die Herstellung des Single Malt Whiskys abgeschlossen. Es folgt die Reifung im Faßlager.
- Die in der Regel über 10 Jahre dauernde Lagerung erfolgt in Eichenfässern. Die Herkunft der Fässer ist für den späteren Whisky-Geschmack von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist auch der Lagerort. Während der Lagerung verliert der Whisky pro Jahr 0,5 bis 1% Alkoholgehalt. Dieser verdunstende Anteil heißt angle's share.
- Bevor der Whisky schließlich in den Handel gelangt, wird er gefiltert und auf einen Alkoholanteil von 40-45% verdünnt. Unverdünnte Abfüllungen nennt man Fassstärken (cask strength).
Überall außer beim spirit safe war Fotografieren erlaubt. Zum Abschluss der Führung bekam jeder Teilnehmer einen sehr feinen Cellar 13 (mit und ohne Wasser) zum Probieren. Im Shop wurden wir sehr gut beraten und erstanden eine Flasche Cellar 13 und eine vorzügliche Fassstärke, sowie zwei dekorative Gläser. Es ist wirklich schade, dass in Großbritannien die Alkoholsteuer so hoch ist. Zum Glück hatte Werner eine Preisliste dabei, um einen Preisvergleich zu haben und so grobe Fehlkäufe zu vermeiden.
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| Portmahomack | Stellplatzromantik - Dornoch Firth |
Entspannt fuhren wir weiter in Richtung Portmahomack. Unser Ziel war der im WoMo-Führer beschriebene Stellplatz, der allerdings etwas exponiert mitten im Ort liegt. Etwas hin- und hergerissen fuhren wir noch weiter zum Tarbat Ness Leuchtturm, der 41 Meter an Spitze der langgezogenen Halbinsel emporragt. Der dortige Parkplatz ist wie beschrieben vom Typ "No overnight parking" und hatte auch ansonsten nichts besonderes zu bieten. Folglich entschieden wir uns doch für den Parkplatz in Portmahomack. Später gesellte sich noch ein französischer VW-Bus zu uns. Carola kochte Spaghetti und die Kinder vergnügten sich im Sand. Nur der Lärm der Düsenjets, die die Bucht als Übungsplatz für Tiefflüge benutzten, störte etwas die Idylle. Nach dem Essen spazierten wir etwas an der kleinen Promenade entlang zum Hafen. Als krönenden Abschluss des Tages gönnten wir noch ein Bier in einer Bar, das wir auf Bänken im Freien mit Blick aufs Meer tranken.
17.08.2005 - 22. Tag - 248 km
Speyside

Eigentlich wollten wir heute frühzeitig los. Als jedoch der Wecker ging, hörten wir die typischen Klopfgeräusche. Zudem schüttelte ein kräftiger Wind unser WoMo. Also drehten wir uns schnell noch einmal um und schlummerten noch eine Runde. Doch als wir gegen 08:00 Uhr endgültig wach wurden, schaute das Ganze nicht viel besser aus.
Nach dem Frühstück fuhren wir auf der A9 über die Brücke über den Moray Firth nach Inverness und dann weiter mit Kurs Aviemore. Relativ schnell wurde uns klar, dass das Wetter nicht gut genug für eine Wanderung in den Cairngorm Mountains war, zumal im Wanderführer explizit vor starkem Wind gewarnt wurde. Als Alternativprogramm kutschierten wir das WoMo über die A938 und A95 in Richtung Dufftown, der Hauptstadt des Malt Whisky. Es fing erneut an zu nieseln, so dass auch unser Plan-B Wanderziel, die Besteigung des Ben Rinnes ins Wasser fiel. Also mussten wir auf Plan-C zurückgreifen: weitere Besichtigung von Speyside Destillen, auch nicht gerade das übelste Regenprogramm.
Unterwegs auf dem Malt-Whisky Trail sahen wir zahlreiche Wegweiser zu bekannten Brennereien. An einigen kamen wir sogar direkt vorbei. Die Walkers Shortbread Bäckerei lag auch auf unserem Weg und sorgte bis ins WoMo für einen leckeren Duft. Auf der Straße war verhältnismäßig viel Verkehr. Besonders die vielen LKW fielen auf. Man merkte deutlich, dass hier eine richtige Industrie angesiedelt war.
Unser erstes Ziel war Macallan bei Dufftown. Wir mussten erst etwas suchen, bis wir die versteckte Brennerei fanden. Nach einer kurzen Mittagspause schlossen wir uns einer kostenlosen Führung an, die halbstündlich im Visitor Center begannen. Leider war Fotografieren (aus Sicherheitsgründen?) komplett verboten. Außer den Lagerhäusern bekamen wir den ganzen Prozess erklärt. Wesentlicher Unterschied zu Glenmorangie ist, dass zur Lagerung anstatt der billigeren Burbon-Fässer nur Sherry-Fässer verwendet werden, wodurch der Whisky seine rötliche Farbe und eine feine Süße erhält. Am Schluss der Führung durfte jeder Teilnehmer einen 10yo verkosten. Sehr delikat! Im Shop gab es keine besonderen Schnäppchen. Insgesamt war der Besuch bei Macallan eher etwas unpersönlich und steif.
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| Macallan | Lagerhäuser |
Als nächstes steuerten wir Strathisla in Keith an. Auf dem Weg übersahen wir einen "road closed" Hinweis und mußten wenden. Am Ortsrand fanden wir sogleich die Brennerei mit ihren zwei Pagodentürmen, in denen früher gemälzt wurde. Bei Strathisla wird neben einem Single Malt noch der hochwertige Blend Chivas Regal hergestellt. Die Besichtigung (5 £ pro Erw., Fotografieren verboten) begann mit einer Verkostung eines 12yo Chivas. Anschließend wurde uns die Anlage ausführlich gezeigt. Besonders beeindruckend waren die Spezialabfüllungen, die zu besonderen Anlässen, wie z.B. der Krönung von Elsabeth II., herausgegeben wurden. Unser Führer kam richtig ins Schwärmen. Als krönender Abschluss wurde im mit viel Atmosphäre gemütlich eingerichteten dram room ein 18yo Chivas serviert. Im Shop erstanden wir noch eine Longmore Fassstärke und einen Satz Gläser.
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| Strathisla | Bei der Verkostung |
Bevor wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz machten, kauften wir in Keith noch im Supermarkt ein und tankten. Leider fanden wir keine Möglichkeit unser Frischwasser aufzufüllen. Wir fuhren zum Wildlife Center an der Spey Mündung, das leider schon geschlossen hatte. Im Gegensatz zur Beschreibung im WoMo-Führer war am Parkplatz "No overnight parking" angesagt. Nach kurzem Aufenthalt tuckerten wir weiter in Richtung Buckie. Dort konnten wir nach Nachfrage im Hafenbüro an einem Wasserhahn doch noch unser Wasser auffüllen. Am Ortsende von Portessie fanden wir einen geeigneten Parkplatz direkt am Meer, der scheinbar auch als Beobachtungsplatz für Delfine diente. Leider war die Sicht viel zu schlecht, um etwas erkennen zu können. Carola kochte Würstelgulasch. Danach duschten alle Mann. Hoffentlich wird morgen das Wetter wieder besser.
18.08.2005 - 23. Tag - 186 km
Banff / Glenfiddich

In der Nacht hatte es wiederum heftig geregnet. Entsprechend schlecht haben wir geschlafen. Da wir heute definitiv nichts versäumen werden, schalteten wir alle Wecker aus und drehten uns noch einmal um. Nachdem wir unsere Toilette im Klohäuschen entleert hatten, dümpelten wir gegen 10:00 Uhr langsam los. Unser Plan für heute sah vor, zunächst etwas an der Nordseeküste entlang zu fahren, danach noch einmal nach Dufftown zu Glenfiddich schauen und uns dann anschließend weiter auf den Weg nach Süden zu machen. Laut Wetterbericht sollte es morgen wieder besser werden.
Wir fuhren auf der A942 nach Osten und folgten der Route des WoMo-Führers. Der erste Halt war in Portknockie, wo wir uns den bizarren "bow fiddle rock" anschauten, der von zahlreichen kreischenden Vögeln umschwärmt wurde. Das nächste Ziel war der historische Hafen von Portsoy. Im Ort selbst war wenig los. Am beschriebenen Stellplatz prangte inzwischen ein "No overnight parking" Schild. Dafür gab es einen Wasserhahn. Weiter ging die Fahrt auf den "coastal trail" (A98 / B9139) nach Banff, wo wir das WoMo am großen car park abstellten (60p für 2 Stunden). Wir schlenderten etwas durch den kleinen Ort in der Hoffnung, irgendwo etwas passendes zum Essen zu finden, was uns leider nicht gelang. Als letztes schauten wir noch zum Duff House. Es regnete in Strömen und wir gingen bald wieder zurück zum WoMo, wo wir uns ein Sandwich Mittagsessen gönnten.
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| Portknockie - bow fiddle rock | historischer Hafen von Portsoy |
Als nächstes nahmen wir erneut Kurs in Richutng Speyside. Leider hatte die Küferei Speyside Cooperage am Donnerstag geschlossen. Als Alternative steuerten wir die Brennerei von Glenfiddich an. Zuerst waren wir aufgrund des großen Touristenrummels etwas skeptisch, doch am Schluss waren wir begeistert. Die kostenlose Führung begann mit einer Videovorführung (auch in Deutsch). Danach wurden in kleinen Gruppen die einzelnen Herstellungsschritte im Detail erklärt. Diesmal war die Führung sogar in Deutsch, so dass auch die Kinder etwas verstehen konnten. Die Anlage ist sehr groß. Kein Wunder, schließlich ist Glenfiddich auch die größte Brennerei in Schottland. Als Besonderheit gab es auch die Abfüllanlage zu sehen, denn als einzige Speyside-Brennerei füllt Glenfiddich seinen Whisky noch vor Ort ab und kann somit sein eigenes Quellwasser zum Verdünnen verwenden. Trotzdem überzeugte uns der Whisky bei der Verkostung nicht. Dafür gab es einen feinen Whisky-Likör, von dem wir 2 Flaschen im Shop erstanden.
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| Glenfiddich | Glenfiddich |
Inzwischen hatte es wie angekündigt aufgehört zu regnen. Unser Plan war, heute noch ein Stück nach Süden zu fahren und uns auf den Wanderparkplatz der für morgen angedachten Wanderung zu stellen. Wir wählten die A941 über Rhynie, eine enge schmale Straße mit wenig Verkehr. Man musste höllisch aufpassen, denn gelegentlich kam einem doch ein Fahrzeug entgegen und man musste schnell und zielsicher nach links ausweichen. Dafür wurden wir mit einer recht ansprechenden Landschaft belohnt: Moorig braune Bäche durchzogen eine leichte Hügellandschaft. Fast der ganze Boden war mit Erika bewachsen, die gerade zu blühen begannen. Weiter ging die Fahrt auf der A97 in Richtung Süden, vorbei an den Ruinen von Kildrummy Castle. Nach gut 2 Stunden Fahrt erreichten wir schließlich Ballater. Da wir auf Anhieb keinen geeigneten Platz im Ort fanden, beschlossen wir noch die 12,5 m zum Loch Muick zu fahren. Kurz vor dem See gab es einen schönen Parkplatz ohne "No overnight parking" Hinweis (Gebühr 2 £).
Carola kochte Spaghetti. Anschließend hüpften wir zeitig in die Betten, da wir morgen früh los wollten. In der Dämmerung konnten wir beobachten, wie kleine Häschen über den Parkplatz hobbelten. Nachdem die letzten Wanderer abgezogen waren, standen wir ganz allein mitten in der Landschaft. Nicht einmal ein Handy-Empfang gab es.
19.08.2005 - 24. Tag - 60 km
Lochnagar

Abseits von jeglicher Zivilisation und Handy-Netz schliefen wir tief und fest. Kurz nach 07:00 Uhr ging der Wecker und ein Blick nach draußen zeigte sofort: Heute war unser Wetter. Zunächst stärkten wir uns mit einem kräftigen Müsli-Frühstück. Danach wurden im WoMo die Rucksäcke gepackt und die Wanderstiefel angezogen. Zum Glück hatten wir alles bereits am Vortag ins Fahrerhaus gestellt, denn das WoMo war wie zu erwarten war von Midgets umstellt. Gegen 09:30 marschierten wir los. Unser Ziel war der Lochnagar (siehe Tour #22 im Rother-Wanderführer).
Im Besucherzentrum, wenige Meter vom Parkplatz entfernt, erfuhren wir einiges zur lokalen Flora und Fauna. Der Weg führte zunächst relativ eben im Tal entlang und stieg dann langsam bergan. Die Sonne streichelte angenehm und lies die mit Heidekraut bewachsenen Hänge im schönsten Licht erstrahlen. Als wir etwas an Höhe gewonnen hatten, eröffneten sich schöne Ausblicke auf die hügelige Landschaft. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich der Lochnagar, ein riesiger, aus Granit aufgebauter runder Hügel.
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| Aufstieg | Lochnagar |
Nach gut 3 Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel, von dem sich eine umfassende Aussicht auf das bergige Highland bot. Die Sonne schien und es war nicht kalt. Die Fernsicht war exzellent. So hatten wir uns es immer vorgestellt. Jetzt waren wir doch noch zu unserem Gipfelerlebnis gekommen. Wir verspeisten unsere Brotzeit und ließen das prächtige Panorama auf uns wirken.
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| Gipfelpanorama Lochnagar |
Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Rückweg, für den wir die Route über den Wasserfall wählten. Der Weg verlief schön an einem kleinen Bach entlang und führte nach einem kurzen steilen Abstieg zum Loch Muick, von wo aus ein etwas eintöniger Feldweg zurück zum Parkplatz führte. Unterwegs kam uns Camilla Parker Bowles entgegen. Leider zog sich der Himmel etwas zu und es wurde frisch. Auf den letzten Metern mussten wir sogar noch die Regenjacken herausholen, da uns ein kräftiger Schauer erwischte.
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| glückliche Wanderer | Loch Muick |
Schnell verstauten wir die Wandersachen und fuhren weiter, da wir heute noch etwas nach Süden kommen wollten. Unterwegs schüttete es aus allen Kanälen. Bald darauf war aber wieder schönstes Wetter. Schloss Balmoral war im August nicht zu besichtigen. Auf speziellen Wunsch von Felix hielten wir in Braemer an und besichtigten das Stadion, in dem Anfang September das berühmte Braemer Gathering unter der Schirmherrschaft der Queen stattfindet. Das Wetter war zu schön zum Kochen und so versorgten wir uns beim "The hungry highlander" mit Pizza und Fish&Chips (11,50 £), die wir auf einer Picknickbank verspeisten.
Wir fuhren noch über den Cairnwell Pass mit seinem Ski-Center und stellten uns auf den ersten Platz nach dem Pass (siehe WoMo-Führer). Nachdem wir noch etwas mit den Kindern gespielt hatten, fielen alle Mann müde in die Betten.
20.08.2005 - 25. Tag - 196 km
Pitlochry

Das WoMo litt unter Seegang, denn ein kräftiger Wind blies vom Berg herunter und schüttelte unser Fahrzeug. Irgendwie wurden wir heute früher wach als sonst. Die Nacht war klar gewesen und dementsprechend frisch waren die Temperaturen, was uns veranlasste die Heizung anzumachen. Der sich abzeichnende Sonnentag entschädigte jedoch für alles. Nach dem Frühstück zogen wir gegen 08:30 Uhr ab und fuhren auf der A93 nach Süden.
Das herrliche Wetter war eigentlich viel zu schön zum Autofahren, aber dafür konnten wir wenigstens die gefällige Landschaft bei Sonnenschein vom Auto aus in vollen Zügen genießen. Die Berge wurden langsam niedriger. Dafür gab es leichte, mit Heidekraut überzogene Hügel. Die Strecke den Pass hinunter war eng und kurvenreich. Zum Glück hatten wir gestern früher Schluss gemacht. Frisch ausgeruht ging heute morgen alles viel besser als gestern nach der Wanderung. Nach einer Stunde erreichten wir das quirlige Pitlochry. Zum erstenmal erlebten wir im Urlaub Touristenrummel: Zahlreiche Busse und deren losgelassene Insassen verstopften die Straßen. Für einen Moment wünschten wir uns die Einsamkeit der Highlands zurück.
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| Cairnwell Pass | Stellplatz |
Unser erstes Ziel war die Edradour Distillery, die kleinste Brennerei Schottlands. Hier wird alles noch mit der Hand gemacht und es gibt keine Automatisierungstechnik. Die kostenlose Führung begann mit einem informativen Video. Die gesamte Anlage bestand im wesentlichen aus einem nicht allzu großen Gebäude, in dem alle üblichen Herstellungsschritte ausgeführt werden. Der Whisky, ein echter Geheimtipp, schmeckte vorzüglich und wir erstanden im Shop eine Fassstärke.
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| Edradeur | Edradeur |
Anschließend fuhren wir zum Queens View (pay & display 1 £), von wo aus sich ein herrlicher Postkartenblick auf das Loch Tummel bot. Es war richtig hieß geworden und wir picknickten auf einer Bank beim Visitor Center. Anschließend schlenderten wir noch einmal zum Aussichtspunkt. Viel mehr konnte man hier nicht wandern. Eigentlich hätten wir ein wenig am See entlang laufen wollen. Ein Anruf beim Campingplatz in Edinburgh ergab, dass wir nicht reservieren konnten und der Platz an sich schon relativ voll war, weshalb uns ein etwas unruhiges Gefühl ergriff.
Das dritte Ziel des heutigen Tages war der Pass of Killioercranke, wo wir das WoMo am Parkplatz des Visitor Centers abstellten (pay & display 2 £). Ein kurzer Weg führte uns zum soldiers leap. Hier war in grauer Vorzeit ein Soldat 5,5 Meter über den Fluss gesprungen, um seinen Häschern zu entkommen. Na ja, wir schauten uns den Felsen an und glaubten die Mär. Danach spazierten wir noch etwas am Uferweg des River Tummel entlang zu einer kleinen Hängebrücke. Der Weg unter den Bäumen war ganz nett, aber wenig spektakulär. Er war eher etwas für ältere Leute, welchen wir auch zahlreich begegneten. Gegen 15:00 Uhr zogen wir wieder ab.
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| Queen's View< | Forth Bridges |
Auf der A9 ging es weiter in Richtung Süden. Die Straße war gut ausgebaut, so dass wir zügig vorankamen. Kurz vor den Forth Bridges riefen wir noch einmal beim Morton Hall Caravan Park an. Er hatte immer noch Plätze frei und wir düsten weiter. Nach der beeindruckenden Fahrt über die Brücke bogen wir auf den City Bypass (A720) ab und fanden bald den Campingplatz. Leider kamen wir zunächst nur für einen Tag unter. Ob für uns auch nächste Nacht noch Platz war, könne man uns erst morgen um 11:00 Uhr sagen, was ja wohl eine total blöde Zeit war. Wir waren etwas verärgert über diese schlechte Organisation. Ansonsten war der Platz sehr schön grün und hatte saubere Sanitäranlagen. Der Preis betrug allerdings auch immerhin 21 £ pro Nacht. Zu Sicherheit riefen wir beim Campingplatz in London an und reservierten vor, damit gleiches nicht noch mal passiert.
Die Kinder holten die Spiele heraus und wir räumten das WoMo um. Der Camping-Tisch wurde ausgepackt und Sommerstimmung kam auf. Carola kochte Nudeln und wir aßen im Freien.
21.08.2005 - 26. Tag - 0 km
Edinburgh
Der Wecker riss uns aus den Träumen. Schnell sprangen wir auf und packten die Sachen zusammen. Die Sonne schien und es versprach ein schöner Tag zu werden. Solche Aussichten beflügelten uns immer. Da uns die Dame an der Rezeption gestern keine Garantie für zwei Tage gegeben hat, mussten wir auch das WoMo startklar machen und entsorgen. Als um 08:00 Uhr die Rezeption öffnete, war eine Verlängerung auf einmal kein Problem mehr! Fazit: absolut miserable Organisation. Schnell stellten wir das WoMo zurück auf den Stellplatz und stöpselten es wieder an.
Danach spurteten wir endgültig zur Bushaltestelle (Tagesticket 2,30 £ für Erwachsene und 2,00 £ für Kinder). Ein typisch roter Doppeldeckerbus brachte uns in gut 30 Minuten in die City, wo wir kurz vor der Royal Mile ausstiegen. Ein freundliches älteres Ehepaar gab uns einen Tipp, welche Haltestelle am günstigsten für uns war. Alternativ wäre es sicher möglich gewesen, mit dem WoMo ins Zentrum zu fahren, denn am Sonntag Vormittag hätten wir bestimmt einen Parkplatz bekommen, aber irgendwie war uns diese Variante zu stressig (zumal heute das große Pipe Festival stattfand).
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| Royal Mile | Esplanade - Castle |
Unser erstes Besichtigungsziel war das Castle (Familienticket 26,60 £). Kurz die Kreditkarte gezückt und das Problem war gelöst. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie unser Konto in Zwischenzeit aussah. Wir betraten das Schloss über die Esplanade, dem großen Vorplatz, auf dem die Tribünen für das Military Tatoo aufgebaut waren, und begannen die Besichtigung mit einer Führung. Leider kamen die Pointen nur teilweise bei uns an, was einerseits an dem Slang der Führerin und andererseits an unseren lückenhaften Kenntnissen der schottischen Geschichte lag. Aber wir erhielten zumindest einen guten Überblick, was es alles zu sehen gab: Kronjuwelen, stone of destiny, war memorial, war prison, ... . Alles sehr interessant und sehenswert. Am eindrucksvollsten war für uns jedoch der Ausblick von der Mauer mit ihren verschiedenen Kanonenbatterien. Im Hintergrund reihten sich die Berge des Highlands hinter dem Firth of Forth auf. Wir machten viele Fotos. Nach gut 2 Stunden hatten wir alles gesehen und gingen zurück zur High Street (Royal Mile):
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| Ausblick vom Castle |
Inzwischen herrschte reges Treiben und viele Straßenkünstler waren unterwegs. Grund hierfür war das "Edinburgh Pipe Festival", dessen Höhepunkt eine riesige Parade von Dudelsackkapellen war. Es war schon ein wirklich glücklicher Zufall, dass wir ausgerechnet an diesem Tag in Edinburgh waren. Wir stärkten uns beim Burger King (15+ £).
Anschließend erklommen wir den Calton Hill, von dem sich eine tolle Aussicht auf die Stadt und das Schloss bot. Auf der anderen Seite hatte man die breite Mündung des Firth of Forth in die Nordsee vor sich. Alles was die Idylle störte war die von Norden heraufziehende Wolkenwand. Oben auf dem Hügel gab es ein Observatorium und einige griechische Säulen, die Edinburgh auch den Namen "Athen des Nordens" verliehen haben.
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| Blick vom Calton Hill | Pipe Parade |
Als nächstes steuerten wir die Pipe Parade an, die entlang des Queen's Drive zum Holyrood Palace verlief. Die hierfür notwendigen Informationen hatten wir von unserem Stellplatznachbarn bekommen, der selbst daran teilnahm. Die Massen strömten, doch wir bekamen einen ganz passablen Platz. Die Parade hatte schon angefangen, aber dauerte immer noch 2 Stunden. Pipe bands aus allen Herren Länder sorgten für ein wirklich farbenfrohes Spektakel, das wohl in der Welt in dieser Form einmalig ist. Es war toll zuzuschauen.
Nach der Parade schlenderten wir zurück in die City. Es herrschte dichter Verkehr, der sich nur langsam auflöste. In einem Fudge-Laden erstanden wir hausgemachten, ultra leckeren Fudge (3,30 £). Am Scotts Monument schauten wir den Vorführungen der Straßenkünstlern zu.
Es begann zu tröpfeln und etwas später zu regnen (ganz ohne Regen geht's in Schottland halt nicht). Da nicht mehr allzu viel los war, beschlossen wir, mit dem Bus zurück zum Campingplatz zu fahren. Wir kochten uns noch eine Suppe und ließen den Tag ausklingen.
22.08.2005 - 27. Tag - 214 km
Borders

Die Ruhe des Campingplatzes ließ uns tief und fest schlafen. Ein kurzer Blick aus der Luke verhieß gutes Wetter. Die Reste des Schauers von gestern schienen nach Süden abzuziehen. Im Norden war der Himmel bereits blau. Wie immer spornte uns diese Art von Wetter an. Schnell frühstückten wir und machten das WoMo startklar. Unser Plan für heute war, das gute Wetter für eine kleine Wanderung in den Borders, dem jahrhundertelang heftig umkämpften Grenzgebiet zwischen Schottland und England zu nutzen.
Zunächst ging es zurück auf die Ringautobahn (city bypass). Anschließend düsten wir auf der A68 in Richtung Süden. Unsere erste Station war der kleine Ort Melrose (pay & display 1,5 £ für 6 Stunden), wo wir uns zunächst die berühmte und in der Tat sehr romantische Ruine der "Melrose Abbey" anschauten. Sie war gut von außen zu sehen, so dass wir uns den wieder einmal unverhältnismäßig hohen Eintritt getrost sparen konnten.
Nach so viel Kultur zogen wir die Wanderstiefel an und erklommen den höchsten der drei Eildon Hills (siehe Rother-Wanderführer Tour #2). Der Weg führte uns in einer Stunde relativ steil auf den Hügel hinauf. Unterwegs eröffneten sich grandiose Ausblicke auf das wellige Lowland. Die drei Hügel selbst sind fast vollständig mit Erika bewachsen und ergaben ein witziges Bild. Von oben bot sich eine umfassende Aussicht. Inzwischen war es richtig warm geworden. Wir setzten uns auf der windgeschützten Seite in die Sonne und genossen die Ruhe, denn außer uns war kein Mensch weit und breit. Nach einer geraumen Weile machten wir uns an den Abstieg. Für die volle Runde über alle drei Gipfel hatten wir keine Lust. Außerdem hätten sich auch keine neuen Erkenntnisse mehr ergeben.
Zurück im Ort schlenderten wir durch die Geschäfte auf der Suche nach etwas Essbarem. Außer Fish&Chips und relativ teuren Restaurants gab es leider nichts Vernünftiges und so entschieden wir uns für eine Brotzeit im WoMo. Auch die speziellen Pfefferminz-Bonbons (siehe Hinweis im Baedecker) haben wir nicht gefunden.
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| Melrose Abbey | Blick von den Eildon Hills |
Als nächstes standen weitere klassische Borders Ziele auf dem Programm. Die Fahrt durch das gefällige Hügelland auf den nicht allzu engen Straßen war purer Genuss. Erster Halt war an der Jedburgh Abbey. Auch hier beschränkten wir uns auf eine Außenbesichtigung. Über eine kleine Gurkstraße erreichte man von der A68 aus den berühmten Aussichtspunkt Scott's View, dem Lieblingsplatz des bedeutenden Dichters Sir Walter Scott. Wir setzten uns auf eine Bank und genossen die herrliche Aussicht auf das grüne Tal des Tweeds und die Eildon Hills, auf denen wir heute morgen gewesen waren. Die Sonne streichelte angenehm und Entspannung pur war angesagt. Von der Ruine der Dryburgh Abbey war nicht mehr viel übrig und was noch zu sehen war, lag etwas versteckt im Wald. Auch hier war der Eintrittspreis unverhältnismäßig hoch. Letzte Station in den Borders war das Abbotsford House, dem Haus von Sir Walter Scott. Leider war bald letzter Einlass und so rechnete sich der relativ hohe Eintritt nicht mehr.
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| Jedburgh Abbey | Scott's View |
Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von der lieblichen Hügellandschaft der Borders und machten uns auf der A7 weiter auf den Weg nach Süden. Noch einmal ging es bei bestem Wetter durch samtgrüne Hügelketten und fruchtbares Ackerland. Unser Übernachtungsziel war der "Old Blacksmith" in Gretna Green, den wir schon vor gut 3 Wochen besuchten. Als wir kurz vor 19:00 Uhr ankamen war schon tote Hose. Auf dem Parkplatz war ein "No overnight parking" Hinweis zu sehen, der so im WoMo-Führer nicht beschrieben war. Eine Nachfrage in einer der Gaststätten ergab, dass wir trotzdem stehen bleiben dürfen, jedoch die Schranken über Nacht versperrt und am nächsten Morgen erst wieder um 07:30 Uhr geöffnet würden. Eigentlich wollten wir morgen in aller Früh los, aber wir waren hungrig und hatten keine Lust mehr auf Autofahren und Stellplatzsuche. Deshalb entschlossen wir uns hier zubleiben. Der Campingplatz in London war ja reserviert.
Carola kochte ein leckeres Würstelgulasch, während sich die Kinder auf dem Spielplatz vergnügten. Danach beendete ein gemeinsames Spiel den Tag.
23.08.2005 - 28. Tag - 603 km
Fahrt nach London

Bereits um 06:30 schrillte der Wecker. Die Schranke war bereits offen. Folglich schickten wir uns mit dem Frühstück und schauten, dass wir vom Acker kamen. Von unserem heutigen Etappenziel London trennten uns immerhin 540 km Autobahn. Kurz vor 07:30 Uhr waren wir bereits auf der Piste. Das Wetter schaute auch passabel aus. Die Wolkenfront von gestern Abend war in der Nacht vorbeigezogen.
Kurz hinter Carlisle begann die A6, auf der wir gegen Süden düsten. Die 6-spurige Autobahn war gut ausgebaut und sorgte für eine problemlose Fahrt. Lediglich auf der Höhe von Lancaster gab es aufgrund einer Baustelle eine kurze Stauung. Die Fahrt durch den Lake District war ganz reizvoll. Ansonsten präsentierte sich die Landschaft eher eintönig. Im Großraum Birmingham gab es sehr viel Industrie und Gewerbe. Gegen Mittag und 350 km später waren der Tank und der Magen leer. An einer Raststätte wurde ersterer mit Diesel und letzterer mit Hähnchenteilen von KFC-Chicken gefüllt.
Wir kamen zügig voran und wären eigentlich zu früh am Campingplatz gewesen, weshalb wir beschlossen, noch einen Abstecher nach Windsor Castle zu machen. Hätten wir dies früher gewusst, hätten wir in Birmingham gleich die M40 anstatt der M1 nehmen können und uns den kleinen Umweg sparen können. Als wir um 15:00 Uhr in Windsor ankamen, gestaltete sich die Parkplatzsuche zunächst schwierig, da relativ viel los war. Als Tipp können wir empfehlen, gleich am Ortseingang den Hinweisen in Richtung Busparkplatz zu folgen (Gebühr 2 £). Daneben gibt es auch einige "große" Parkplätze, auf denen man auch übernachten könnte.
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| Auf der Höhe von Birmingham | Windsor Castle |
Der Ort selbst ist eine Ansammlung von Läden und Restaurants aller Art. Entsprechend groß war der Touristen-Rummel. An das Schloss kam man nur über einen saftigen Eintritt von 31,50 £ heran, worauf wir verzichteten. Wir spazierten nach Eton. An der Themse sorgten die warmen Sonnenstrahlen für eine farbenfrohe Stimmung. Das traditionsreiche College kostete noch einmal abschreckende 12,60 £ Eintritt. Auf dem Rückweg zum WoMo schlenderten wir noch zum "Großen Park" und erhaschten einen schönen Blick auf das Schloss.
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| An der Themse | Eton College |
Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Lee Valley Camping & Caravan Park. Auf dem orbital, der nahezu kreisförmigen Ringautobahn M25 um London herum, herrschte reger Berufsverkehr und wir brauchten für die gut 50 km eine knappe Stunde. Den Campingplatz fanden wir sogleich (Ausfahrt bei junction 25 und dann weiter auf der A1055). Er ist für einen Stadtplatz relativ klein, war aber schön angelegt und hatte hervorragende Sanitäranlagen (Kostenpunkt pro Nacht 17,25 £). Der angrenzende Leisure Center wurde gerade abgerissen und bot kein sehr ansprechendes Bild, was uns aber nicht sonderlich störte. Die freundliche und hilfsbereite Dame an der Rezeption erklärt uns, wie man am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City kommt. Insbesondre weihte sie uns in die Geheimnisse des etwas undurchsichtigen Bus-Systems ein: Die verbilligten Tagestickets für Touristen gelten allerdings erst ab 09:30 Uhr.
Nachdem wir das WoMo angestöpselt hatten, war das übliche Prozedere angesagt: die Kinder zog es zum Spielplatz, Carola kochte Abendessen. Danach duschten alle Mann.
24.08.2005 - 29. Tag - 0 km
London
Da es gestern spät geworden war und die U-Bahn Tickets eh erst ab 09:30 Uhr galten, war heute morgen zunächst Ausschlafen angesagt und wir krochen erst gegen 07:30 Uhr aus den Betten. Leider passte die Wettervorhersage von gestern nicht ganz. Eigentlich sollte es im Süd-Osten heute noch schön bleiben, aber der Himmel war total bewölkt und es wehte ein ungemütlicher Wind. Kurz vor 09:00 Uhr holten wir uns an der Rezeption die U-Bahn Tickets (2x 3,40 £ + 2x 80p, genauso teuer wie Edinburgh). Die paar Minuten vor dem offiziellen Beginn der Gültigkeit riskierten wir.
Bis zur Bushaltestelle waren es nur wenige Schritte. Ein roter Doppeldeckerbus der Linie W8 brachte uns nach kurzer Fahrt durch eine eher triste Vorortgegend zum Bahnhof in Edmonton Green, von wo aus wir mit dem Zug bis zur Endstation in der Liverpool Street fuhren. Die gesamte Fahrt dauerte ca. 45 Minuten, was angesichts der Größe der Stadt an und für sich ganz passabel war. Anschließend war großer Stadtrundgang angesagt.
Zu Fuß ging es zum Leadenhall Market, einer schönen Ladenpassage im viktorianischen Stil. Unmittelbar dahinter konnten wir die futuristische Architektur des Lloyd Hauses bestaunen. Unser eigentliches Ziel war der Tower Hill. Leider fing es an zu regnen und wir mussten den K-Way herausholen. Die Besichtigung des Towers beschränkte sich wieder einmal auf die Außenanlagen, denn das Familien-Ticket kostete stolze 42 £. Felix war vom Anblick der Tower Bridge hellauf begeistert. In einem der Türme gab es ein kleines Museum, wo man auch zur Galerie hochsteigen konnte. Leider war auch hier der Eintritt übermäßig hoch. Da zusätzlich der immer stärker werdende Regen für eine relativ schlechte Sicht sorgte, schenkten wir uns die Ausstellung.
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| Tower | Tower Bridge |
Mit dem Bus Nummer 15 fuhren wir zur St. Pauls Cathedral, die mit ihrer mächtigen Kuppel die westliche City beherrscht. Auch hier schreckte uns der hohe Eintritt von einer Innenbesichtigung ab, so dass wir relativ bald wieder mit dem Bus Nummer 15 in Richtung Trafalgar Square kutschierten, von wo aus wir entlang der Whitehall in Richtung Westminster marschierten. Bei den Horse Guards beobachteten wir eine kleine Wachablösung. Downing Street No. 10, das Wohnhaus von Premierminister Tony Blair, war nur von der Kreuzung aus zu sehen, denn ein massives Eisengitter verhinderte den weiteren Zugang.
Der absolute Höhepunkt von Westminster war natürlich das Parlament mit seinem berühmten Glockenturm "Big Ben" (genau genommen ist dies der Name einer Glocke im Turm). Wir umrundeten das Gebäude und versuchten trotz des strömenden Regens einige gute Fotos zu schießen. Leider wurde der Regen immer stärker und wir immer nässer. Zu allem Übel waren die Regenhosen im WoMo. Eine Führung kostete 22 £ (Familienkarte, in Deutsch 8 £ Aufpreis!). Wir schlugen zu und nutzten gleichzeitig die Gelegenheit etwas zu trocknen. Dank der sehr engagierten Führerin war die 75-minütige Führung recht informativ und ihr Geld absolut wert. Alle wesentlichen Räume waren zu sehen und wir bekamen zahlreiche Details und Anekdoten aus der englischen Geschichte erzählt.
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| Houses of Parliament | Buckingham Palace/td> |
Zum Glück hatte der Regen nach der Führung aufgehört, wenn auch nur für kurze Zeit. Durch den St. James Park schlenderten wir zum Buckingham Palast und anschließend weiter zum reizvollen Jugendstilbahnhof Victoria Station. Eine kurze Pause bei McDonalds bot Gelegenheit, den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen und unseren klammen Klamotten eine Pause zu gönnen. Anschließend fuhren wir mit der U-Bahn zum Kaufhaus Harrods's, wo wir uns die wirklich sehenswerten Essenshallen anschauten. Danach hätte sich noch ein kurzer Abstecher in den nahegelegenen Hyde Park angeboten, dafür war uns jedoch das Wetter zu nass. Als Alternative fuhren wir mit der U-Bahn zum Piccadilly Circus und ließen uns vom grellen Licht der Leuchtreklamen bezaubern.
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| China Town | Piccadilly Circus |
Was wäre ein London Besuch ohne ein Essen beim Inder. Folglich machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Zuerst irrten wir etwas umher, schließlich wurden wir aber doch noch fündig. Das Essen war hervorragend und gar nicht so scharf, wie zunächst erwartet. Wir bezahlten 50 £, was auch daran lag, dass uns ein anstelle eines normalen Lager ein spezielles indisches Bier für 5,25 £ pro Flasche untergejubelt wurde. Egal, wir haben es genossen.
Frisch gestärkt schlenderten wir noch etwas durch Soho und genossen das bunte Treiben. Zum Glück hatte der Regen jetzt endlich aufgehört. Wie immer faszinierte uns das Chinesenviertel besonders. Schade, dass wir keinen Tag länger bleiben konnten. Aber für einen richtigen Stadturlaub sind die Kinder eh noch zu klein.
Kurz vor 21:00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Als wir zurück waren fielen alle Mann hundemüde in die Betten.
25.08.2005 - 30. Tag - 169 km
Dover

Heute war erneut früh Aufstehen angesagt, denn wir mussten weiter Richtung Festland. Der Urlaub neigte sich definitiv dem Ende zu. Das Wetter schaute ganz gut aus, was uns angesichts des gestrigen Dauerregens schon etwas ärgerte. Aber was soll's, gegen die Willkür des Wetters ist nun eben mal kein Kraut gewachsen. Zügig frühstückten wir, packten unsere Sachen zusammen und ent- und versorgten das WoMo. Kurz nach 08:00 Uhr düsten wir ab.
Unsere Route führte uns zunächst zurück auf den "orbital" M25, auf dem wir Richtung Osten rollten. Die Autobahn war überraschend frei. Nur kurz vor der Brücke über die Themse (1 £ Maut) gab es etwas dichteren Verkehr. Nach der Brücke bogen wir auf die M20 ab und folgten ihr bis Dover.
Da wir die Fähre erst am späten Nachmittag gebucht hatten, nutzten wie die Gelegenheit, uns am Vormittag die weißen Klippen etwas näher anzuschauen. Wir parkten das WoMo auf dem Parkplatz auf den Klippen über dem Hafen (Gebühr 3 £). Man erreicht den Parkplatz, indem man im Ort Richtung Dover Castle fährt und dann der Straße weiter den Berg hoch folgt bis rechts ein Wegweiser auftaucht.
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| Themse Brücke | Souvenirs |
Ein Spaziergang an den Klippen entlang führte uns zum South Foreland Lighthouse. Unterwegs boten sich herrliche Ausblicke auf den Kanal mit seinem regen Schiffsverkehr. Die weißen Klippen waren nicht so gut zu sehen, da die Küste ziemlich gerade verlief und man nicht an den Fuß der Klippen hinunterstiegen konnte. Die Klippen von Møn waren schon beeindruckender. Erst kurz vor St. Margaret's-at-Cliffe konnte man einen Blick auf die Klippen erhaschen. Vielleicht wäre es besser gewesen, gleich dorthin zu fahren. Unten am Meer soll es sogar einen geeigneten Stellplatz geben.
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| South Foreland Lighthouse | St. Margaret's-at-Cliffe |
Auf dem Rückweg erwischte uns ein kräftiger Schauer und wir wurden richtig nass, da wir leichtsinnigerweise den Regenschutz im WoMo gelassen hatten. Als wir zum Glück schon im WoMo saßen, steigerte sich das Ganze zu einem kleinen Unwetter mit Hagel. Wir hatten Probleme, die nassen Sachen im WoMo zum Trockenen aufzuhängen. Aufgrund des heftigen Regens konnten wir auch keinen Ersatz aus dem WoMo Bauch holen. Aber wir ließen uns dadurch die Stimmung nicht vermiesen und entschädigten uns mit einer feinen Brotzeit.
Anschließend fuhren wir zum Fährterminal, checkten bei den P&O Ferries ein und stellten uns in die Warteschlange. Zum Glück hörte der Schauer auf und wir konnten uns nach draußen wagen, um einige Fotos zu schießen. Da die Fähre etwas Verspätung hatte, begann das Boarding erst kurz vor 17:00 Uhr. Wir schauten sogleich auf das Deck der relativ kleinen Fähre und genossen den schönen Ausblick auf die weißen Klippen. Im Hintergrund sah man noch die Schauerwolke, die uns so durchnässte.
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| Weiße Klippen | Überfahrt |
Aufgrund des starken Windes war das Meer etwas unruhig. Insbesondere im Inneren des Schiffes merkte man den Seegang deutlich. Wir verbrachten die meiste Zeit der Überfahrt auf dem Deck im hinteren Bereich des Schiffs. Die Entfernung zwischen Dover und Calais ist nicht allzu groß, aber die Fähren konnten nicht den direkten Weg nehmen, sondern fuhren ein Stück an der französischen Küste entlang, wohl um den regen Schiffsverkehr im Kanal nicht zu behindern. Bei der Einfahrt in den Hafen von Calais blockierten sich einige Fähren gegenseitig und wir mussten etwas warten. Vom Schiff aus entdeckten wir den Stellplatz von Calais, der unmittelbar neben der westlichen Peer an der Hafeneinfahrt liegt, und beschlossen gleich hier zu übernachten.
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| Sonnenuntergang - Calais | Sonnenuntergang - Calais |
Die Fahrt zum Stellplatz um das Hafenbecken herum dauerte etwas und Werner musste sich erst wieder an den Rechtsverkehr gewöhnen. Schließlich bekamen wir aber einen Platz in der ersten Reihe. Carola kochte Nudeln und Werner spazierte mit den Kindern zur Peer. Der Wind blies ordentlich und der Treibsand piekste etwas, aber der grandiose Sonnenuntergang entschädigte uns für den Unbill des Wetters. Diesmal waren wir rechtzeitig vor dem nächsten Schauer zurück im WoMo.
26.08.2005 - 31. Tag - 69 km
De Panne

Trotz stürmischem Wind und tendenziell eher unruhiger Hafengegend schliefen wir tief und fest. Erst der Wecker brachte gegen 07:30 Uhr Leben ins WoMo. Nachdem wir die Spuren der gestrigen Trocknungsaktion endgültig beseitigt hatten, war Frühstück angesagt. Da passierte das nächste Malheur. Plötzlich explodierte die Expresso-Maschine und versaute das WoMo mit einer Kaffeepulver Wasser Mischung. Erneut war erst einmal Putzen angesagt. Gegen 09:30 Uhr sind wir endlich losgekommen.
Vom Hafen aus fuhren wir auf die (mautfreie) A16 und folgten ihr in Richtung Dunkerque. Gleich hinter der belgischen Grenze verließen wir die Autobahn und steuerten den Stellplatz beim Naturschutzgebiet "De Westhoek" an. Dank der guten Beschreibung im WoMo-Führer fanden wir den schön ruhig gelegen Platz auf Anhieb.
Das Wetter war gut, allerdings wehte ein kräftiger Wind. Die Schauer von gestern hatten sich verzogen. Also stand einem ausgedehnten Strandspaziergang nichts im Wege, der uns in Richtung Zentrum von Le Panne führte. Es war relativ frisch und der Wind-Chill trug seines dazu bei, dass wir nicht ins Schwitzen kamen. Der Ort selbst bot ein eigentümliches Bild: Hinter dem weit über 100 m breiten Sandstrand kommt zunächst eine Promenade, dann eine architektonisch eher zweifelhafte Hochhauszeile gefolgt von der 4-spurigen Küstenstraße, auf der durchgehend eine Straßenbahn verkehrt.
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| tapfere Strandwanderer | Skyline von Le Panne |
An einer etwas windgeschützten Stelle setzten wir uns und die Kinder spielten im Sand. Danach schlenderten wir die Promenade entlang. Es gab viele Restaurants. Werner bekam Gelüste auf ein Seafood-Abendessen. Aber beim Anblick der Preisschilder verging uns der Appetit: unter 15€ pro Gericht war nichts zu haben. Wir holten uns in einer Frittenbude zwei große Portionen und marschierten weiter am Meer entlang. Es war nicht einfach ein Plätzchen zu finden, wo man sich hinsetzen konnte, ohne dass der Wind einem den Sand in die Augen trieb. Kurz nach dem Ortsende schlugen wir uns in die Dünen und dösten etwas. Nach einer Weile ging es am Wasser entlang zurück. Der Gegenwind blies kräftig, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß.
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| Stranddünen | Naturpark "De Westhoek" |
Zurück am WoMo stärkten wir uns etwas, holten den Lenkdrachen heraus und rückten wieder ab. Diesmal wählten wir den Weg durch die Dünen, der landschaftlich sehr schön durch den Naturpark De Westhoek führte. Wir fühlten uns stellenweise in die Sahara versetzt und genossen den Rundblick von den zahlreichen Aussichtspunkten. Der Park grenzt unmittelbar an die französische Grenze. Der fast 2-stündige Marsch durch den feinen Sand machte müde Füße. Für den Rückweg wählten wir den direkten Weg am Meer entlang. Unterwegs holten wir den Lenkdrachen heraus und ließen in steigen, ein Vergnügen für Groß und Klein. Zum ersten mal gelang es den Kindern den Drachen selbst zu halten. Als der Strand aufgrund der einsetzenden Flut immer schmäler wurde, machten wir uns endgültig auf den Rückweg zum WoMo.
Carola kochte Würstel-Gulasch mit Reis. Da wir morgen sehr früh los wollten, war für alle zeitig Bettruhe angesagt.
27.08.2005 - 32. Tag - 598 km
Rückfahrt

Der Wecker ging um 05:45 Uhr. Die Zeit war unchristlich früh, aber irgendwann mussten wir uns auf den Rückweg machen, denn heute standen immerhin ca. 600 km auf dem Programm. Draußen war es noch dunkel und man merkte deutlich die kürzeren Tage im Süden. Noch vor dem Frühstück fuhren wir ab.
Zunächst ging es auf der N8 nach Süden, dann weiter auf der Autobahn. Der Zickzack Kurs stellte höchste Anforderungen an den Navigator. In Luxemburg gibt es den billigsten Diesel in ganz Europa, weshalb wir versuchten mit möglichst leerem Tank dort anzukommen und zunächst nur das absolute Minimum von 20 l tankten. Kurz nach 08:30 Uhr war an einem Rastplatz Frühstückspause angesagt. Die Sonne lachte inzwischen. Allerdings waren die Picknickbänke noch nass, so dass wir doch im WoMo bleiben mussten. Anschließend tigerten wir weiter gen Süden auf den leeren belgischen Autobahnen.
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| Tropfsteinhöhle | Tropfsteinhöhle |
Da wir zügig vorankamen, beschlossen wir noch einen Abstecher zu den weltberühmten Tropfsteinhöhlen von Han sur Lesse zu machen (Kostenpunkt für uns vier: 35€). Wir kamen gerade rechtzeitig zum 11:00 Uhr Zug, der uns nach kurzer romantischer Fahrt zum Eingang der Grotten brachte. Führungen gab es leider nur in Holländisch oder Französisch. Damit zumindest Carola etwas verstand, entschieden wir uns für letztere. Ein 3 km langer Fußweg führte durch zahlreiche kleinere und größere Höhlen mit unzähligen imponierenden Tropfsteinen. Ähnlich wie in der anderen berühmten europäischen Höhle in Postojna durchzieht ein unterirdischer Fluss das Höhlensystem. Am Schluss gab es eine eindrucksvolle audiovisuelle Show in der großen Höhle. Das letzte Stück fuhr man mit einem Boot wieder zurück ans Tageslicht. Fazit: absolut sehenswertes Ausflugsziel. Nach der 1,5-stündigen Führung stärkten wir uns mit Fritten und Hamburgern.
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| Tropfsteinhöhle | Tropfsteinhöhle; |
Nachdem wir das WoMo am Stellplatz entsorgt hatten, ging die Fahrt weiter in Richtung Luxemburg, wo wir den billigsten Diesel des gesamten Urlaub tankten (0,92€/l). Vorbei an Saarbrücken und Pirmasens lenkten wir das WoMo weiter zu unserem letzten Etappenziel, dem schmucken Weindorf St. Martin an der Weinstraße, das wir gegen 18:15 Uhr erreichten. Wir stellten uns auf den unteren kostenlosen Platz. Per Handy holten wir uns eine Restaurant-Empfehlung bei Ingrid-Oma ein. Unsere Wahl fiel auf das Weingut Christmann, wo wir uns klassische deutsche Küche schmecken ließen.
Zur Verdauung schlenderten wir noch etwas durch den gefälligen Ort. Eine Straußenwirtschaft lud zur Einkehr ein und einige Gläser Wein machten uns endgültig beschwippst. Da der Wein wirklich sehr fein war, beschlossen wir, ein paar Kartons morgen früh mitzunehmen. Zurück am WoMo fielen wir entspannt nach einer Dusche in die Betten.
28.08.2005 - 33. Tag - 278 km
Rückfahrt

Heute am letzten Tag unserer Tour war Ausschlafen bis kurz vor 08:00 Uhr angesagt. Anschließend frühstückten wir gemütlich bei offenem Fenster.
Nachdem wir den gestern bestellen Wein bei der Straußenwirtschaft abgeholt hatten, stellten wir uns gegen 09:15 Uhr endgültig auf die Piste in Richtung Heimat. Es war ein herrlicher Spätsommertag und wir rollten entspannt dahin. Fast schon traditionsgemäß kehrten wir ein letztes mal beim McDonald's in Burgau ein und tankten auch.
Kurz nach 13:30 Uhr kamen wir wohlbehalten wieder zuhause an. Ein erlebnisreicher Urlaub ging zu Ende.
Nach einer kurzen Pause stand Ausräumen und Saubermachen auf der Tagesordnung. Schließlich mussten wir das WoMo bereits morgen Vormittag gesäubert in München zurückgeben.
29.08.2005 - 34. Tag - 68 km
Rückgabe WoMo
Kurz nach 10:00 Uhr war das WoMo leer und innen gereinigt. Ingrid-Opa kam und fuhr mit Werner zur DRM-Übergabestation nach München.
Die Rückgabe des WoMos klappte reibungslos. Allerdings hätten wir uns etwas mehr Kulanz bei der Schadensregulierung des Sprungs in der Windschutzscheibe gewünscht.
- Zuletzt aktualisiert am Freitag, 10. April 2020 18:55
Reiseberichte
Hier gibt es eine kurze Zusammenfassung unserer bisherigen WoMo-Touren. Zum Online-Lesen der Reiseberichte bitte entsprechen Link im Menu auswählen. Weitere Informationen und Links stehen unter Reiseinformation bei den jeweiligen Ländern.
USA - Südwesten - 2012
Von Frankfurt aus ging es per Direktflug nach San Francisco an die Pazifikküste. Nach der Stadtbesichtigung folgten wir zunächst der CA-1 ein Stück in Richtung Süden, um anschließend die High Sierra auf dem Tioga Pass des Yosemite zu überwinden. Auf der anderen Seite der Bergkette nahm uns mit dem Death Valley die Wüste in Empfang.
Nach zwei Tagen im Spielerparadies Las Vegas zog es uns wieder in die Natur. Die einzigartige Landschaft des Grand Circle faszinierte uns jeden Tag auf das Neue. Nicht nur die berühmten National Parks überzeugten durch ihre pittoresken roten Felsformationen und schönen Wandermöglichkeiten, sondern auch die kleineren State Parks waren immer einen Halt wert.
Diesmal waren wir nicht mit dem WoMo, sondern mit dem Mietwagen unterwegs.
Download Reisebericht (5,4 MB)
Ostdeutschland / Polen - 2011
Nach einem kurzen Aufenthalt im Thüringer Wald und in der sächsischen Elbflorenz steuerten wir über die Lausitz und den Spreewald auf unser erstes großen Highlight Berlin zu, von wo aus es weiter in Richtung Osten zu den großen masurischen Seen ging. Die sanft hügelige Landschaft überzeugte mit kleinen Wäldern, saftigen Wiesen und unzähligen kleinen und großen Seen.
Für den Rückweg wählten wir die Route entlang der Ostseeküste. Eindrucksvolle Burgen, mittelalterliche Städte und schöne Sandstrände säumten unseren Weg.
Download Reisebericht (2,3 MB)
Loire / Bretagne - 2010
Ein Besuch beim Europapark bildete den Auftakt unserer Reise. Gemütlich folgten wir dem Lauf der Loire in Richtung Westen bis wir bei Nantes den Atlantik erreichten.
Entlang der Küste folgte ein Highlight dem anderen. Traumhafte Strände und eindrucksvolle Steilküsten luden zum Verweilen und Wandern ein. Eine Kombination, die es uns besonders angetan hat. Dank des Traumwetters hatten wir ausreichend Gelegenheit die schöne Natur ausgiebig zu genießen.
Download Reisebericht (1,9 MB)
Paris / Normandie / Loire - 2009
Erste Station der Reise war Paris, wo wir uns zwei Tage aufhielten. Anschließend fuhren wir nach Norden an die Côte d'Albâtre und ließen uns von der imposanten Steilküste beeindrucken. Nach einigen Stops an den Stränden der Invasionsküste umrundeten wir die Halbinsel Contentin entgegen dem Uhrzeigersinn. Natürlich durfte ein Abstecher zum Mont-Saint-Michel nicht fehlen. Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher an die Loire und in die Champagne.
Download Reisebericht (1,9 MB)
Südengland - 2008

Die Reise begann mit einem kurzen Halt in Brüssel. Nachdem dem Übersetzen verbrachten wir zwei schöne Tage in London. Anschließend umrundeten wir die südwestliche Halbinsel entgegen dem Uhrzeigersinn. Ein highlight folgte dem anderen: Zahlreiche Kathedralen und Herrenhäuser mit akribisch gepflegten Gärten wollten bestaunt werden. Die großartige Steilküste mit ihren imposanten Klippen und tollen Stränden lud zu aussichtsreichen Wanderungen entlang des South West Coast Path ein. Natürlich durfte ein Abstecher ins Dartmoor nicht fehlen. Leider wollte das Wetter nicht so ganz mitspielen.
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Schottland 2005
Nach einem Stopp in Amsterdam setzten wir mit der Fähre nach Newcastle um. Schwerpunkt der Reise bildeten die westlichen Highlands, die mit ihren grau grünen Farben einen einzigartigen melancholischen Charme verbreiteten. Auf der Insel Skye präsentierten sich Meer und Berge im strahlenden Sonnenschein. Natürlich durften auch einige bekannte Burgen und Schlösser auf der Tour nicht fehlen. Und da wäre natürlich noch die Speyside mit ihren zahllosen Whisky Brennereien. Stadtbesichtigungen in Edinburgh und London bildeten den Abschluss dieser Tour.
Download Reisebericht (3,1 MB)
Südnorwegen 2003
Den Auftakt bildete ein erholsamer Badestopp an der dänischen Westküste. Danach setzten wir von Hanstholm nach Egersund über. Küstennah ging es weiter über Bergen zu unserem nördlichsten Punkt Ålesund. Unterwegs beieindruckte die gigantische und unberührte Gebirgs- und Fjordlandschaft. Zurück ging es im Landesinneren nach Oslo und weiter an der schwedischen Ostseeküste entlang. Letzte Halt war auf der dänischen Insel Møn.
Download Reisebericht (2,8 MB)
Cinque Terre / Toskana 2002
Nach ein paar erholsamen Tagen im Allgäu führte uns diese Tour zwei Wochen lang durch zwei prächtige Landschaften in Norditalien. Auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz bei den Sextener Dolomiten.
Frankreich 2001
Unsere erster Wohnmobil Urlaub und gleich 4 Wochen am Stück! Das war schon ein kleines Wagnis, was wir allerdings nie bereut haben. Quer durch Frankreich ging es in Richtung Bordeaux an das Becken von Archacon. Nachdem wir die gefällige Dünenlandschaft bewundert hatten, fuhren wir an der Küste entlang in Richtung Bretagne, wo uns eine atemberaubende Steilküsten und sandige Buchten empfingen. Krönender Abschluss der Tour war ein Besuch in Paris (inkl. Disney).
- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. Juli 2020 22:34


































































































































































































































































