Eigentlich hatten wir für den Herbst einen Wanderurlaub im warmen Madeira geplant, anschließend ein paar Tage Stadtbesichtigung in Lissabon. Doch dann kam die Covid-19 Pandemie und alles war auf einmal anders. Da uns bei der Vorstellung in einen Flieger steigen zu müssen unwohl war, buchten wir die Reise auf Mai 2021 um in der Hoffnung, dass dann alles wieder gut sein werden würde.
Als Alternative buchten wir uns eine Ferienwohnung in Binz auf Rügen. In dieser Ecke waren wir bereits 2015 mit dem WoMo gewesen. Für Ende September ist eine Reise in den Norden reichlich spät, aber hauptsächlich etwas Tapetenwechsel und Bewegung an der frischen Luft, da wir eine kleine Auszeit bitter notwendig hatten. Leider konnten wir nicht alle privaten Probleme zu Hause lassen, so dass der Urlaub nicht ganz unbeschwert war.
Wir quartierten uns in der White Pearl Binz ein. Die geräumige und und schön ausgestattete Wohnung lag sehr zentral direkt hinter der Strandpromenade, was sehr angenehm war, da wir diesmal keine Fahrräder gemietet haben. Die Seebrücke, die Promenade am Schmachter See, Restaurants und der Edeka Supermarkt waren bequem fußläufig erreichbar. In der Tiefgarage konnten wir unseren SUV ohne großes Rangieren abstellen. Absolutes Highlight war aber die geschützte Veranda, auf der windgeschützt frühstücken und ab 08:30 sogar mit Sonne konnten. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Unterkunft.
Der Wetterbericht verhieß nichts gutes, aber zum Glück stimmte er nicht und wir hatten durchaus trockenes und teilweise sogar sonniges und warmes Herbstwetter, so dass ausgedehnten Spaziergängen in der schönen Natur Rügens nichts im Wege stand. Abends konnten wir oft draußen sitzen, was sehr angenehm war, denn nach überfüllten Innenräumen von Restaurants war es uns nicht.
Gewöhnungsbedürftig ist der dichte Verkehr auf der Insel, so dass man für eine Anfahrt schon einige Zeit einplanen musste. Besonders nervig war, dass die Verbindung zwischen Binz und Selin aufgrund einer Baustelle unterbrochen war und die Umleitung mit fast 30 Minuten zu buche schlug, aber so eine Fahrt entlang der deutschen Alleestraße hatte auch etwas entspannendes.
Es war Sonntag Morgen und das entsprechend geringe Verkehrsaufkommen sorgte für eine entspannte Fahrt. Gegen 10:30 Uhr erreichten wir Schloss Sanssouci und spazierten etwas durch den schönen Park, dessen Charme sich leider sich aufgrund des trüben Wetters nicht so richtig entfalten konnte. Aber zumindest war es trocken.
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| Schloss Sanssouci |
Auf der Weiterfahrt begann es stark zu regnen und einige Baustellen sorgten dafür, dass wir nicht allzu schnell vorankommen. Die Schlüsselübergabe in der Agentur klappte einwandfrei. Kurz darauf parkten wir den Tiguan in der Tiefgarage und bezogen sie sehr schöne Ferienwohnung.
Ein kurze Erkundungsrunde führte uns entlang der Strandpromenade zur Seebrücke. Das Wetter war nicht gerade heimelig, trotzdem war mächtig etwas los.
Zum Edeka mit eine Filiale der Bäckerei Peters waren es knapp 500m. Da wir keine Räder gemietet hatten, leistete der in der Wohnung vorhandene Trolley gute Dienste. Wir frühstückten auf der Veranda. Es war zwar recht frisch, aber dennoch schon.
Der Wetterbericht hatte für 11:00 Uhr Sonnenschein angesagt. Also nichts wie los! Wir folgten der Promenade in Richtung Süden. Eine steile Treppe führte hinauf zum Hochuferweg, der an der Steilküste entlang nach Sellin führt. Im stehten Auf und Ab boten sich immer wieder schöne Ausblicke in Richtung Kreidefelsen und nach Sassnitz.
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| Buchenwald | Blick nach Sassnitz |
Nach knapp 3h Wanderung erreichten wir die berühmte Seebrücke in Sellin, die sich in schönsten Fotolicht präsentierte. Zum Mittagsessen kehrten wir auf die sonniges Terrasse des Restaurants "Zum Skipper", wo wir sehr gut gegessen haben. Anschließend genossen wir die Ausblicke von der Seebrücke und gönnten uns in nicht weniger sonniger Lage einen Kaffee.
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| Sellin Seebrücke | am Strand |
Für den Rückweg wählten wir den etwas längeren, aber schnelleren Weg durch den Wald. Schnaubend zog der "Rasende Roland" an uns vorbei, bevor der Weg steil hinauf zum Jagdschloß Granitz führte. Leider war die Besteigung des Trums aufgrund von Corona nicht möglich.
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| rasender Roland | Jagdschloss Granitz |
Zurück in Binz kehrten wir auf ein leckeres Fischbrötchen bei der Fischräucherei Kuse ein. Hier konnte man mit Blick auf das Meer sehr schön sitzen.
Sonnenschein begleitet Werner bereits auf dem morgendlichen Weg zum Bäcker. Sonne ein Sonnenaufgang über dem Meer hatte schon etwa.
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| Sonnenaufgang über der Binzer Seebrücke |
Als wir unser Auto auf dem großen Wanderparkplatz in Hagen abstellten, erinnerten wir uns sogleich an den genialen Stellplatz, auf dem wir auch schon gestanden waren.
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| Herthasee |
Über den romantischen Herthasee marschierten wir zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Wir schenkten uns den relativ hohen Eintritt.
Auf dem Weg zur Viktoria-Sicht ertönte in der Ferne dreimal ein dumpfes Horn. Wenn das mal nicht die Mein Schiff 1 war. Als wir den Aussichtspunkt erreicht hatten, war sie schon abgedreht, aber diese Silhouette ist unverkennbar. Die Aussicht auf die Kreidefelsen, den berühmten Königsstuhl war grandios.
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| Königsstuhl | Viktoria-Sicht |
Am Vormittag ließ die Sonne die weißen Felsen im besten Fotolicht erstrahlen. Entspannt wanderten wir an der Steilküste entlang in Richtung Süden und genossen die großartigen Ausblicke auf die weißen Felsen und das blaugrüne Meer. Wendepunkt war bei den berühmten Wissower Klinken, von den eine 2015 eingestürzt war.
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| Kreidefelsen | Steilküste |
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| türkises Wasser | Buchenwald |
Nachdem wir uns bei der Waldhalle, einer kleinen Lichtung mit einen Info-Center des Nationalparks, in der Sonne bei einem Kaffee etwas ausgeruht hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Bei der Viktoria-Sicht hatte sich in der Zwischenzeit eine lange Schlange vor dem kleinen Balkon gebildet.
Es war noch finster und neblig als wir uns auf dem Weg nach Schaprode machten. Wie zu erwarten war zogen sich die 40km ans andere Ende der Insel durch die relativ engen Alleen etwas hin. Wir parkten an dem kleinen Parkplatz direkt beim Hafen, der von Langzeitparkern bereits fast voll war. Später am Tag bekommt man hier wohl keinen Platz und muss auf den größeren Platz am Orteingang ausweichen.
Das Schiff ging um 08:00 Uhr. Wir konnten mit viel Abstand draußen sitzen und die herrliche Morgenstimmung genießen. Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es weiter nach Kloster.
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| Schaprode | Hiddensee in Sicht |
Der autofreie Ort war noch etwas verschlafen, aber überzeugte sogleich durch seinen Charme. Im "Zentrum" bereiteten sich die Kutscher auf sich auf die Rundfahrten vor.
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| autofreies Kloster |
Wir folgten dem Hochuferweg durch den Küstenschutzwald des Dornbusch und ließen die Ausblicke auf die tiefblaue Ostsee auf uns wirken. Die Klausner-Treppe führte steil hinab an einen kleinen Strand und wir schauten zu wie die Sonne langsam über den Klippen hochkam. Kurz darauf erriechten wir den Aussichtspunkt auf dem Blankenberg mit dem fantastischen Panoramablick auf den Leuchtturm, der für die Besteigung freigegeben war, was wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Ein schmaler Pfad durch dornige Büsche führte zu einm weiteren Aussichtspunkt an der Kante der Steilküste.
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| Leuchtturm Dornbusch | Steilküste |
Am Nordende der Insel befindet sich eine kleiner Strand mit dem treffrenden Namen Schweden, der den Wendepunkt unserer Wanderung bildete. Nach einer kleine Rast machten wir uns auf den Rückweg machten. Wir folgten ein Stück dem Weg zur Spitze des alten Bessin, bis uns der ganze Weg dann doch zu weit war.
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| Bessin |
Zurück in Kloster ließen wir uns auf der sonnigen Terrasse des Hotel Hittim eine feine Sanddorn-Torte schmecken und bummelten noch etwas durch die autofreien Straßen. Der Strand war mit Wellenbrechern aus Beton befestigt und nicht besonders ansehnlich, da sind wir anderes gewöhnt. Als alte Kunstbanausen besichtigten wir das Gerhard Hauptmann Haus nur von außen.
Auf der Rückfahrt ließen wir an Deck die herrliche Abendstimmung auf uns wirken. Es war ziemlich frisch, aber zum Glück wärmte die Maske. Da es für ein Abendessen im Freien bereits ztu kühl war, fuhren wir zurück zur Ferienwohnung und kochten.
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| Sonnenuntergang über Hiddensee |
Heute war es wolkig und regnerisch und wir gingen es mit einem kurzen Spaziergang Strand ruhig an. Anschließend lasen wir auf der Veranda.
Als der Regen aufgehört hatten, fuhren wir mit dem Auto nach Thiessow, an der Südspitze der Halbinsel Mönchsgut. Da Verbindung zwischen Binz und Sellin wegen Straßenarbeiten gesperrt war, mussten wir einen großen Umweg in Kauf nehmen, bis wir endlich auf dem kleinen Parkplatz beim Lotsenturm abstellen konnten.
Wir umrundeten den kleinen Zwicker. Definitiv eine schöne Gegend, die aber aufgrund des trüben Wetters nicht so recht zur Geltung kam. Nach einem kurzen Abstecher an den Strand fuhren wir zurück zur Ferienwohnung.
Eine leicht abenteuerliche Stichstraße führte zu dem kleinen Parkplatz beim Nordstrand von Putgarten. Trotz der Abgeschiedenheit waren 4€ Gebühr fällig.
Ein kräftiger Wind und leichter Nieselregen brachten die Goretex-Jacken zum Einsatz, als wir uns entlang den Hochuferweg in Richtung Kap auf den Weg machten. Leider kamen die schönen Ausblicke aufgrund der Wolken nicht so richtig zur Geltung.
Nach dem Kap liefen wir über die Steine am Strand entlang bis zum Fischerdorf Vitt. Die Sonne kam immer mehr durch und sorgte zusammen mit der Brandung für ein eindrucksvolles Farbenspiel.
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| Kap Arkona | Fischerdorf Vitte |
Am Kap hatte sich am Leuchtturm eine lange Schlange gebildet, so dass wir uns den Aufstieg verzichteten. Wahrscheinlich wäre eh nicht allzu viel zu sehen gewesen.
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| Blick vom Kap |
Für den Rückweg zum Auto entschieden wir uns für den Strand, der uns sogleich durch seine pittoresken großen Findlinge überzeugte. Nur sehr selten begegneten wir anderen Wanderern. Insgesamt ein sehr lohnenswerter Spaziergang.
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| Impressionen vom ... | ... Nordstrand |
Auf der Rückfahrt hielten wir noch kurz in Juliusruh, am Nordende der Schaabe, wo außer dem schier endlosen Strand nicht viel geboten war. Wir kehrten im downtown auf einen Kaffee ein. Das Sanddorneis war leider aus.
Während der Weiterfahrt kam immer mehr die Sonne heraus. Zurück in Binz nutzten wie die Gelegenheit zu einem Spaziergang entlang der Promenade, um uns Tickets für eine Schifffahrt zu den Kreidefelsen zu holen. Leider waren für morgen aufgrund des starken Windes alle Fahrten abgesagt.
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| Brandung am Strand von Binz |
Zum Abendessen kehrten wir bei Oma's Küche gegenüber der Tankstelle ein, wo wir uns im Freien ein feines Schnitzel einverleibten.
Anschließend schauten wir noch beim Konzert anlässlich des 30. Jahrestags der Deutschen Einheit vorbei, aber der Wind war dann doch zu frisch, um länger draußen zu sitzen.
Heute morgen war es trüber als angesagt, aber bis jetzt können wir uns über das Wetter nicht wirklich beklagen.
Nach einem Fußmarsch von 1,6 km zum Bahnhof nahmen wir um 08:40 Uhr den ersten Zug des "Rasenden Rolands" in Richtung Göhren (7,20 €/P für die einfache Fahrt). Wir setzten uns in den offenen Waggon und es dampfte bzw. stank recht ordentlich, so dass die Maskenpflicht gar nicht so ungelegen kam. Nach ca. 45 Minuten und einigen Stopps erreichten wir die Endstation.
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| rasender Roland | Endstation Göhren |
Eine steife Brise von 6 Bf pfiff uns um die Ohren als wir unseren Spaziergang mit einem Abstecher zur Seebrücke begannen. Kein Wunder, dass heute keine Schiffe fuhren.
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| stürmischer Strand | Seebrücke Göhren |
Die Promenade führte schön immer am Wasser entlang nach Baabe, einem eher überschaubaren Ort, der nahtlos in den Südstrand von Sellin am anderen Ende der Bucht überging.
Eine steile Straße führte hinauf zum Hochufer. Inzwischen war die Sonne herausgekommen und wir genossen die schönen Ausblicke auf die Seebrücke, bevor wir noch einmal beim Restaurant "Zum Skipper" zum Mittagessen einkehrten. Auf der sonnigen Terrasse konnte man es wirklich gut aushalten. Anschließend ergatterten wir noch einen super sonnigen Strandkorb auf der Seebrücke. So konnte man es wirklich aushalten.
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| Seebrücke Sellin | Kaffeepause |
Wie zu erwarten war, zog sich das stete Auf und Ab des Weiterwegs entlang der Steilküste durch die Granitz etwas. Die Sonne stand schon etwas tiefer und ließen die Szenerie in einem schönen Licht erscheinen.
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| Granitz | Strand von Binz |
Bei der Fischräucherei Kuse gönnten wir den müden Füßen bei einem Glas Wein eine Pause. Wir nahmen uns eine leckere Räuchermakrele für das Abendessen. Noch lange saßen wir draußen auf der windgeschützten Veranda.
Nach einem gemütlichen Start in den Tag fuhren wir am späten Vormittag nach Putbus und parkten beim Schlosspark.
Ein kurzer Spaziergang führte uns nach Neuendorf, einem verschlafen kleinen Ort am Bodden und von dort aus weiter zum dem kleinen Hafen von Lauterbach, wo wir uns beim Räucherschiff Berta auf ein Fischbrötchen einkehrten. Dazu gab es standesgemäß ein Störtebeker. Frisch gestärkt liefen wir noch ein Stück am Bodden entlang durch das Waldgebiet Goor mit Blick auf die Inseln Vilm. Die Sonne konnte sich nicht ganz gegen die Wolken durchsetzen.
Zurück in Putbus schauten wir uns kurz den großen Kreisverkehr "Circus" an und schlenderten dann etwas durch den gefälligen Schlosspark. Beim Schwanenteich hatte es ein kleines Cafe, wo man schön in der Sonne sitzen und eine Sanddorn-Torte genießen konnte.
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| leckere Standdorn Torte ... | ... im Schloßpark |
Die herrliche Abendstimmung lud zu eine kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade von Binz. Anschließend kehrten wir auf einen Cocktail bei Willi's Strandbar ein, wo man windgeschützt mit Blick auf das Meer sehr schön sitzen konnte.
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| Abendstimmung am Strand von Binz |
Nach viel Natur war uns heute nach etwas Abwechslung zumute und machten einen Ausflug nach Stralsund.
Den Auftakt bildete ein Abstecher zuum Outlet-Shop der Störtebeker Brauerei, deren vorzügliche Bierspezialitäten wir schon öfter verkostet hatten. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und bunkerten einen Kasten Starkbier ein. Dazu gesellten sich noch einige Flaschen Eis-Bock und ein Glas als Souvenir.
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| Störtebeker Brauerei |
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| Hafen | Rathaus |
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| Blick von der Marienkirche |
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| Hafen von Gager | Rügeniydill |
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| beim Nonnenloch |
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| Regenfront im Anmarsch |
Ursprünglich hatten wir geplant auf dem Rückweg, ein paar Tage in Leipzig zu verbringen und uns den Zoo anzuschauen. Doch angesichts der Corona-Zahlen verwarfen diesen Plan und fuhren direkt zurück.