Ostsee 06/2026
03.07.2026
Helsinki
Als Niklas klopfte und wir den Vorhang vorsichtig öffneten, lag die Mein Schiff Relax bereits im Industriehafen am Liegeplatz LHC. Es schüttete in Strömen. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Stadtbesichtigung mit dem Kleinen.
Nach machten wir uns zusammen mit den Kindern auf dem Weg. Hilde und Nikki hatten für heute einen Ausflug gebucht. Der Shuttle Bus (10 €/P) brachte uns in gut 15 Minuten ins Zentrum zum schwedischen Theater.
https://svenskateatern.fi/
Inzwischen hatte es aufgehört zu Regnen und wir liefen die ca. 500 m vor zum Hafen, wo wir als erstes in die historische Markthalle schauten. Es gab allerlei exotisches Essen wie zum Beispiel Rentierfleisch, das man auch in Form eines Döners verkosten konnte. Auch Tippaleipä, ein frittierter Spritzkuchen schaute super lecker her, aber dafür war es noch etwas zu früh.
https://fi.wikipedia.org/wiki/Tippaleip%C3%A4
Die Kinder gingen mit dem Kleinen in die Zentralbibliothek und wir machten einen Stadtrundgang.
Unser erstes Ziel war die orthodoxe Uspenski-Kathedrale (5 €/P), die etwas erhöht über dem Hafen posierte. Im Innern gab es neben einem reichlich mit Gold verzierten Altar einige Ikonen zu sehen.
Die Sonne spitzelte etwas durch die Wolken und lud zu einem kurzen Abstecher am Hafen entlang. Im Becken lagen mächtige Eisbrecher, darunter die in Helsinki gebaute Polaris, der erste LNG Eisbrecher.
Zum weißen Dom mit dem breiten Treppenaufgang war es nicht weit. Das Innere erschien uns nicht besonders sehenswert, so dass wir uns die 10€/P Eintritt sparten. Vorbei am mächtigen klassizistischen Bahnhof trafen wir die Kinder in der Zentralbibliothek Oodi.
https://oodihelsinki.fi/
Hier pulsierte das Leben! Zahlreiche kleine Kinder tobten in kleinen Ecken oder schauten sich mit ihren Eltern Bücher an. Es hatte eine kleine Terrasse, von der aus man einen guten Blick auf das ebenfalls klassizistische Parlamentsgebäude hatte. Auf dem Platz davor war die Fan-Meile der Fußball-WM aufgebaut.
Insgesamt überzeugte uns Helsinki mit seiner bunt gemischten Architektur und dem Großstadt-Flair nicht so wirklich. Irgendwie fehlte der Charme einer historischen Altstadt.
Wir fuhren mit dem Shuttle-Bus zurück zum Schiff. Niklas verschlief die Fahrt im Kinderwagen.
Der Kapitän verkündete, dass Stockholm aufgrund des vorhergesagten Winds nicht angefahren werden kann. Die Fahrt durch die Schären ist aufgrund des vorhergesagten Windes für große Schiffe zu gefährlich. Wir sind etwas enttäuscht, aber kurzfristig wird Riga als Ersatz organisiert, auch nicht schlecht. Dann können wir zumindest länger schlafen.
Etwas trübe schauten die kleinen Schären beim Sailaway um 17:00 Uhr aus dem Meer. Später wurden die blauen Flecken mehr, es blieb aber recht frisch. Vom Balkon aus beobachteten wir, wie der Lotse abgeholt wurde.
Zum Abendessen wollten wir eigentlich zum Griechen Taverna Dionysos, aber es war eine lange Schlange und der einzige 6er Tisch war bereits besetzt. Keine Chance mit dem kleinen hier kurzfristig unterzukommen. Schnell auf das Atlantik umgeschwenkt, wo wir sogleich "unseren" 6er Tisch bekamen. Inzwischen waren wir ein eingespieltes Team und Niklas durch seine Ausstrahlung bei den Obern beliebt.
Das Vorlesen mit Opa im Atrium auf Deck 3 gehörte inzwischen auch zur festen Abendroutine. Der kleine hatte kein Problem 30 min Bilderbücher anzuschauen. Jeden Tag konnte er ein Wort mehr.
Am Abend war White Night auf dem Pooldeck. Für uns es das erste Mal bei kühlen Temperaturen, so dass wir nicht ganz stilecht auf das graue Fleece zurückgreifen mussten. Auch das Früchte-Schokoladen Buffet wurde wieder aufgebaut. Die geschnitzten Kunstwerke waren immer ein Hingucker.
Geschickt umschiffte der Kapitän eine gewaltige Gewitterfront im Süden. Die tiefschwarzen Wolken bildeten eine eindrucksvolle und leicht bedrohliche Kulisse.
Wir blieben bis zum Ende und schauten anschließend in die Disco. Es würde sehr spät.
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 29. Juli 2026 16:52


